OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Hier können Betroffene über ihre Erlebnisse diskutieren.
Gast

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von Gast »

das ist eigentlich 2 Beiträge vorher beschrieben...
Gast

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von Gast »

das wollte ich auch grade schreiben, gast.

2 beitraege ueber dienem, miss, steht:
Die Aussage, das die Rente ein Leben lang gezahlt wird, stimmt so nicht. Wenn man eine OEG-Rente erlangt hat, kann es sein, das sie alle 3 Jahre überprüft wird oder alle 5. Zurückstufungen oder auch Wegnehmen der Rente, ist möglich. Das heisst der ganze Stress geht immer wieder von vorne los. Begutachtung, Gutachten, Kampf, Widersprüche, weil man die Opfer auch ganz gerne wieder zurückstufen mag. In Ausnahmefällen verzichten die Behörden auf Überprüfungen, das mag daran liegen, das in dem Falle keine Verbesserungen zu erwarten sind und auch das Amt das auch so sieht. Das ist aber eher selten der Fall. Man muss damit rechnen, das man alle paar Jahre wieder "ran" muss.
Gast

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von Gast »

Ja stimmt sorry mich wundert eben nur das der gutachter gesagt hat das ich nach 2jahren wieder hin muss! Dies war aber nicht der fall! Wie gesagt das ist jetzt 6 jahre her darum war ich mir der sache nicht sicher !Aber gut dann ist meine "Angst" Ja berechtigt und man hat nicht das recht auf ruhe ...........
lila

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von lila »

Hallo Miss,

also, was ein Gutachter dir sagt, ist eigentlich unerheblich. Zuständig für solche Aussagen sind die Sachbearbeiter, die deinen Fall bearbeiten. Wenn er nicht der Meinung war, daß du alle 2 Jahre wieder zum Gutachter musst, musst du es nicht. Es kann statt dessen sein, daß er dich vielleicht nach 5 Jahren anschreibt, darüber bist du ja auch schon hinweg (6 Jahre). Je länger es dauert, desto sicherer kannst du dich fühlen.

DAS heisst aber nicht, daß sie sich 100% nie wieder melden werden. Es kann immer sein, daß irgendjemand mal beschliesst: Jetzt mischen wir mal die Altfälle auf - mal sehen, ob wir da noch jemanden runterstufen können.... Ich persönlich hoffe, daß die das arbeitsmässig gar nicht schaffen und das lassen. Aber wenn der Staat kein Geld mehr hat - dann doch??

Da machste dann nichts dran. Sich sicher fühlen oder nicht!? Wenn du öffentliche Gelder nimmst, darfst du dich nie sicher fühlen. Die haben ein Recht auf Dich und dein Ruhe. Das ist der Preis den man zahlen muss. Die nehmen sich das Recht ein Leben lang eine gewisse Kontrolle über dich auszuüben. Entweder das sie dich zum Gutachter schicken oder das sie eben ein Leben lang einen Blick auf deine Konten werfen. Es sind halt öffentliche Gelder und die bekommt man nicht einfach so. Leider muss man damit leben.
3farben lila

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von 3farben lila »

Der obere Beitrag ist nicht 3 farben lila! ..kannst du einfach "Gast" schreiben bitte?!
AngelikaCharlotte

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von AngelikaCharlotte »

Ich hatte in den letzten Tagen Besuch von einem Mitarbeiter des Weissen Ring. Er bat mich, den Antrag auf OEG zu stellen. Er hat ihn auch für mich ausgefüllt.

Wenn ich jetzt hier lese, dass es auch wieder Kampf bedeutet, könnte ich ihn so wieder zurückziehen.

Ich bin schon während des Rentenverfahens vor so vielen Gutachtern gesessen und letzt endlich hat es keinen Sinn gemacht. Man hat mir mein Begehren auf EU-Rente abgelehnt, es ist grad so frustrierend. Leben bedeutet nur Kampf.

Der Mitarbeiter vom WR sagte auch im Vorfeld, es könne dauern, wirklich dauern. Die meisten geben irgendwann auf, sagte er. Er jedoch würde mich begleiten, bis zum Ziel. Wir würden auch einen Anwalt gestellt bekommen vom WR, der mich notfalls vertritt. Mein Arzt hat schon einen Traumagutachter im Auge. Parallel warten wir auf Zusagen der Rechtsschutzversicherung.

Ich lebe nur noch im Vakuum. Ruhe vor dem großen Sturm ...

AC
lenka

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von lenka »

hallo zusammen,

danke dass dieses Thema ganz nach oben gerückt ist! ich bin überrascht welche Möglichkeiten es doch gibt.
Damit habe ich nicht gerechnet.
Jetzt ziehe ich die Möglichkeit auch für mich in Betracht.

Nicht um nachträglich Gerechtigkeit zu erfahren oder als Wiedegutmachung, denn die gibt es nicht.
Es wäre evtl.wichtig für mich, jede mögliche Anerkennung von aussen zu erfahren, im Bewußtsein, das ich die Folgen der Traumatisierung und damit entstehende Auswirkungen und Kosten eben nicht alleine aufbringen muß und damit wieder selbst die Verantwortung für erfahrene Verletzungen auf mich nehme.
Auch zu erleben, dass ich mich für meine eigenen Belange aktiv einsetzten kann, wär ein gutes Signal an mein Inneres Kind.
So sind meine Überlegungen dazu - auch wenn der Weg steinig ist und wenig Erflog verspricht, möchte ich es wenigstens versucht haben. Denn ich neige immer wieder dazu, die katastrophalen Spätfolgen runterzuspielen.

Wie fange ich an?

Es wird wieder eine Öffnung nach aussen hin sein, was mir sowieso noch schwer fällt. Ungewohnt.
Wie reagiert die Umwelt, wenn ich heute Ansprüche stelle?
Wie habt ihr euch getraut?

Belege über Therapiezeiten und Krankenakten die sich mit der Zeit summiert haben, könnte ich zusammenbringen. Fühle mich auch stabil genug.

Noch unsicher ob es der richtige Weg ist..

lenka
AngelikaCharlotte

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von AngelikaCharlotte »

Hallo, lenka, wie fühlt es sich für dich an, auch den Weg über den Weißen Ring zu gehen? Die unterstützen dich dabei. Dank Hilfe durch den WR hatte ich endlich den Mut und die Kraft, den Antrag zu stellen.

LG
AC
lenka

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von lenka »

Hallo AngelikaC,

Ich finde es sehr beruhigend dass es diese Hilfsangebote gibt.

Ich nehme an, es sind ehrenamtliche Mitarbeiter beim WR, die selbst Gewalt erfahren haben und Unterstützung durch den WR bekommen haben ? Hast Du den Verein selbst angeschrieben? Wie könnte so ein Antrag aussehen und was ist, wenn die Täter nicht mehr leben?

Ich werde auf jeden Fall, nachdem ich von der Möglichkeit weiß, einmal Kontakt aufnehmen. Kann bei mir noch etwas dauern, da ich erst am Anfang stehe und noch nichts in der Richtung unternommen habe. Es gehört schon eine Portion Mut dazu.

Liebe Grüße
lenka
AngelikaCharlotte

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von AngelikaCharlotte »

Hallo, Lenka.

Ich habe mich gewunden, gewehrt. Ich wollte nicht, fühlte mich nicht zugehörig.

In meinem Fall ist es so, dass der Mitarbeiter des WR, der das ehrenamtlich macht, ein ehemaliger Polizeichef einer größeren Stadt ist. Man merkte, dass er ganz viel Einfühlungsvermögen hatte, während er mich befragt hat. Das war sicherlich für mich von großem Vorteil.

Ich habe es vllt. auch ein wenig leichter als andere? ... mein Täter ist tot, ich brauche nichts zur Anzeige zu bringen, niemanden damit konfrontieren (außer meine eigene Familie). Der Mitarbeiter des WR sagte mir wohl, dass es für viele Opfer auch wichtig sein kann, trotz Verjährung eine Anzeige zu erstatten. Damit sie nachhaltig das Gefühl bekommen, es getan zu haben.

Ich habe den Verein übers Internet kontaktiert. Es gibt dort ein Kontaktformular. Dann wird dir mitgeteilt, wer für dich zuständig ist.

Ich kann es nur begrüßen, dass du dir von Anfang an Hilfe dazunehmen willst, vielleicht erspart dir das manches. Hätte ich vor acht Jahren, als ich ES aufdeckte, die Kraft gehabt, wäre mir zumindest viel erspart worden.

LG
AC
lenka

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von lenka »

Hallo,

es ist schön, sich so angenommem, verstanden und, ja, anerkannt zu fühlen...
Ich verstehe den für Dich großen Schritt in der KOnsequenz es nicht mehr zurücknehmen zu können.
Ich habe auch noch lange damit gehadert, vor allem die schädlichen Auswirkungen bei mir heruntergespielt. Es dauert ja auch erst mal das wahrzunehmen, solange man irgendwie noch funktioniert. Man ist ja darauf getrimmt. Und warum etwas aufgeben was ja geklappt hat und sich öffnen für Neues bei dem man nicht weiß, wie es wird.
Du scheinst da in guten Händen zu sein. Jemand der interessiert ist, die Zustände zu ändern. Ich werde mir das Formular auch ausdrucken. Wir können ja im Austausch bleiben.
Danke Dir für den Anstoß und Deinen Mut!

Zum Teil ist es gut, die Täter selbst nicht mehr konfrontieren zu müssen,
zum anderen ist es schade es nicht mehr zu können. Diese Möglichkeit ist vorbei. Es macht es nicht gerade einfacher sich zu behaupten und von dem Mist in den man hineingezogen wurde abzugrenzen.

LG
AngelikaCharlotte

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von AngelikaCharlotte »

Hallo, Lenka, gerne bleibe ich mit dir im Austausch um dieses Thema, nur bitte nicht wundern, ich gehe ab morgen in die Klinik. Meine Vergangenheit zwingt mich dazu, ich sehe es ein. Nofalls kannst du mir ja eine pn schicken, die geht dann an meine Emailadresse. Vielleicht habe ich dann irgendwann demnächst die Möglichkeit, dir zu antworten.
Zum Teil ist es gut, die Täter selbst nicht mehr konfrontieren zu müssen,
zum anderen ist es schade es nicht mehr zu können. Diese Möglichkeit ist vorbei. Es macht es nicht gerade einfacher sich zu behaupten und von dem Mist in den man hineingezogen wurde abzugrenzen.
... und bin bis gerade dem Irrglauben verfallen, dass es einfacher sei, weil er tot ist ... Gott, was habe ich noch alles vor mir ... in den nächsten Wochen. Ich habe schon ein wenig Angst, weil ich nicht wirklich viel mitteilen kann, ich glaube, es ist nur zweimal passiert. Anderen ist viel Schlimmeres passiert.

LG
Angelika
Taesha

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von Taesha »

Tja was schon so vielen von Euch beim OEG Verfahren passiert ist ist jetzt auch bei mir eingetreten. Ich habe vor 2 Jahren mit dem weissen Ring den Antrag gestellt.Die Vorfälle wurden , da ich zum Teil Zeugen hatte , als glaubwürdig befunden und laut Zwischenbericht sind bei mir auch alle Kriterien zur Erfüllung der Bewilligung da. Nichts desto trotz bekam ich Gestern die Ablehnung.Begründung: die Übergriffe gingen ja immer schnell vorbei und hätten dadurch sicherlich keine Spuren hinterlassen. Mein Anwalt hat mir dringend dazu geraten Einspruch einzulegen welches er auch für mich gemacht hat. Also kann ich mich jetzt auf eine Wartezeit von 5 Jahren oder so machen?
Ich hoffe nur das ich dazu die nötige Kraft habe da man da ja wieder zu Gutachtern muss usw.


LG Taesha :(
Meli-2006
Beiträge: 375
Registriert: Do Nov 23, 2006 5:52 pm

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von Meli-2006 »

Das ist so ein Hohn, die Übergriffe seien ja schnell vorbeigegangen??? Müssen wir jetzt die Sekunden zählen, die die Übergriffe gedauert haben, und sind sie weniger schlimm, wenn sie nur 10 Minuten gedauert haben, als wenn sie 15 Minuten gedauert haben? Diese Sachbearbeiter haben wirklich überhaupt keine Ahnung von Psychotraumatologie!

Ich kann dir für deinen Anwalt den Artikel "Kein Recht für Opfer?" empfehlen, den du im Internet als pdf findest. Er enthält gute Ansätze für die weiteren Auseinandersetzungen.

Es tut mir leid, dass du so behandelt wurdest und ich finde gut, wenn du es nicht auf sich beruhen lässt!

Meli
Kämpfernatur

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

Beitrag von Kämpfernatur »

Ja,hallo an alle!

Weiss nicht.Habe jetzt mal so naiv den OEG-Antrag gestellt.Und irgendwie hatte ich ein gutes Gefühl dabei.Aber wenn ich das alles so lese,zweifle ich doch wieder .
Eigentlich sehe ich da gute Chancen,aber wahrscheinlich doch naiv.

Klarheiten sind alle da.Bin vor über 30 Jahren MB-Opfer geworden. 1973 gab es einen Prozess mit einer Verurteilung zu 2,5 Jahren Haft und 1976 gab es gegen denselben Täter wieder ein Strafverfahren mit 3Jahren Haft.
Die strafakte von 1976 hatte ich schon mal angefordert,diese liegt jetzt bei meiner Rechtsanwältin.Und einen Registerauszug von 1973.
Seit fünf Jahren Therapie,also Krankenakten gibt es auch genug.Habe den Antrag gestellt,weil meine Therapie ausläuft,aber eben noch nicht fertig bin.Bzw.die Mb-Verarbeitung fängt eigentlich erst an.

Muss man denn trotzdem nochmal vor Gericht?
Habe mit 9Jahren schon vor Gericht gesessen,ein einziger Alptraum.wenn das alles nochmal sein soll,Gutachten usw. könnte ich gleich wieder aufgeben.Das eine Gutachten für die Rentenversicherung hat mir dieses Jahr schon gereicht.

Durch den OEG-Antrag erhoffe ich mir eben Entschädigung.Ich weiss ,es macht nichts gut,aber eben die Anerkennung dessen.
Bis mir in den Sinn kam,der Täter müsste Entschädigung zahlen.
Nun habe ich gelesen,dass man Klage auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld gegen Den Täter erheben kann.Er ist zwar schon 77J.,aber das wäre es mir wert und meine Wut bekäme eine richtige Richtung.

Sind das zwei verschiedene Sachen,OEG und Schadensersatz?

Wer hat Erfahrung mit dem OEG,wenn die Sachlage so eindeutig ist?

LG spange
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