Wenn ich es könnte, würde ich mich auch engagieren.
Das Problem ist nur, dass das ohne Ansprechpartner schlecht möglich ist. Und wenn ich mir ansehe, wie die Frauen, die das bereits gemacht haben,zu kämpfen haben, weiß ich nicht, ob das so gut ist.
Das Verständnis für Opfer sMb hört ja meistens schon im nächsten Umfeld auf. Wenn selbst die Leute, mit denen man jeden Tag zu tun hat, nicht bereit sind, sich für die Thematik zu öffnen, ist es die Gesellschaft wohl auch nicht, schätze ich mal.
Aber das ist in diesem Thread hier bestimmt fehl am Platz. Deshalb halte ich jetzt auch die Klappe
ich fände es schade, wenn dein Wille zum Engagement so im Sande verlaufen würde... eine erste Anlaufstelle dafür wären vielleicht so Foren wie hier oder bei nordseeengel in der Signatur habe ich auch ein Forum gesehen?
Liebe Grüße
Meli
P.S. seit ich meine eigenen Geschichte in einer guten Therapie habe aufräumen können, gehe ich auch offen mit meiner Vegangenheit um... meine Freunde wissen das alle und ich ermuntere sie auch, Stellung zu beziehen für Opfer...
ja und die guten Freunde hören dir genau 3 Jahre zu, verstehen dich, engagieren sich und sagen dann: Jetzt muss doch auch mal gut sein, wende dich doch wieder dem Leben zu. Es kann doch nicht alles nur Vergangenheit sein.
Das man Jahrelang gegen OEG kämpfen muss und damit einfach jahrelang zu tun hat, verstehen die überhaupt nicht. Und das man bleibende Schäden hat und finanzielle Einbussen, verstehen die auch nicht. Man soll sich halt nicht so anstellen und arbeiten gehen (berentet).
Wow, dann hast du aber nicht so Freunde wie ich... ich hab ziemlich viel darüber geredet, während ich die Therapie machte... bei mir gab's noch während der Therapie immer neue Überraschungen durch Familienmitglieder, die plötzlich auftauten und dies und jenes erzählten... ich hatte nur eine Freundin, bei der ich das Gefühl hatte, das wird der zu viel... da hab ich es dann gelassen - aber die ist selbst psychisch angeschlagen gewesen, da konnte sie vermutlich das nicht so gut hören...
Ich erzähle immer von PTSD und was das bedeutet, ich habe auch jahrelang im Internet in Beratungs- und Selbsthilfeforen mitgearbeitet, von daher war das bei mir wohl immer irgendwie Thema, Gewalt und welche Folgen das hat...
Der Text ist von dem Sitebetreiber, Sven. Ich finde, der ist eine klasse Möglichkeit, ins Gespräch mit Menschen zu kommen. Eine andere Möglichkeit wären die Forschungen von Barbara Kavemann zum Thema "Folgekosten sexueller Gewalt" - die Leute begreifen dann vielleicht eher, dass das Thema sie alle angeht.
Und wenn mir jemand sagen würde, ich soll mich nicht so anstellen, würd ich explodieren, glaub ich...
Ich hab in der Therapie gelernt, Verantwortungen, die mir nicht gehören, an den zurückzugeben, dem sie gehört: dem T*t*r - nicht mir. Ich stelle mich nicht an, ich bin behindert worden, massiv!
Und DU stellst dich auch nicht an!!!
Meli
P.S. Könnte einer der Moderatoren vielleicht den allgemeinen thread, auf den wir jetzt geraten sind und der sehr spannend ist, vielleicht abtrennen von dem legale-Informationen-such-OEG-Thread, bitte?
Mir ist ziemlich viel und schweres passiert. Das verkraften wohl die anderen Menschen nicht so. Und wehren ab. Ist mir jetzt auch bei meinem Hausarzt passiert. Er setzt mich unter Druck, mir solle es jetzt mal besser gehen und hat dabei anscheinend total "vergessen", was mir alles passiert ist. Ein sehr schwerer Schlag.
Entweder hat er es tatsächlich vergessen oder er hat es von anfang an abgetan. Als nicht gehört. Nicht wahr. Die erzählt mir was. Zum einen Ohr rein, zum anderen raus. Keine Ahnung. Vom OEG dagegen ist alles anerkannt worden, war schwierig hat aber geklappt. Wenn es nur eine Vergewaltigung gewesen wäre, hätten alle es akzeptiert. So haben sie wohl ein Glaub-Problem. Aber wie gesagt, das OEG hat es letztlich akzeptiert.
Durch die Kämpfe gegen das OEG bin ich fix und fertig. Zusätzlich zu den anderen Problemen, die ich durch die Taten habe. Mein Psychiater hat mir letztens noch empfohlen, ich soll mein Haus verkaufen und irgendwo neu anfangen. Einen kompletten Neuanfang machen. Dem OEG entkommen, den Widrigkeiten vor Ort. Das Haus verkaufen soll ich, damit ich ohne Schulden (ist ja klar, beim Hausbau) in eine kleine Wohnung einziehen kann um dort, mit dem Geld auszukommen, was ich habe (berentet). Damit ich dem OEG und seinem Stress entkomme. Und hiesigen Tätern, der Familie und und und.
Meinen Einwand, daß ich damit bis heute schwere Schläge hinnehmen musste, kapiert der nicht. Ich soll mich damit abfinden, das es so ist.
Jetzt soll ich WEGEN dem Stress mit dem OEG alles verlieren, was ich mir TROTZ Gewalttaten aufgebaut habe. Das stellt den Gedanken des OEG auf den Kopf. Denn das soll mich ja gerade vor den finanziellen Dauerschäden schützen.
Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll im Moment. Selbst bei Psychiatern gibt es kein Verständnis dafür, daß man ein Anrecht auf Entschädigung für erlittenes Unrecht hat. Der versteht das nicht. Der glaubt echt, ich will mich bereichern.
Oh je, das tut mir leid, dass alles so schwer ist momentan. Hast du denn irgendeine Form von kompetenter Unterstützung? Kennst du die sozialpsychiatrischen Zentren, die es in jeder größeren Stadt gibt? Da arbeiten Sozialarbeiter, die a. sehr kompetent sind, b. sehr klientenzugewandt und c. auch Therapieausbildungen haben... die beraten einen kostenlos, auch über längere Zeit unterstützend mit Einzelgesprächen... mir hat das damals, als ich so mega in allen Finanzkrisen saß, sehr sehr gut getan... einfach, dass ich es sagen konnte, dass ich spürte, die achten mich und glauben mir, dass ich hin konnte, wannimmer Land unter war... für mich waren diese Einrichtungen ein echter Segen!!!
Wo es so etwas gibt, erfährst du, wenn du beim Gesundheitsamt deiner Stadt anrufst und danach fragst...
Weißt, mein Hausarzt - den ich sehr schätze und der immer gut mit mir umgeht - hat mir vor Jahren mal gesagt, bei mir seien "Anzeichen" für eine Traumatisierung vorhanden.... da war ich erst mal baff... ich bin aber hartnäckig und insistiere... also hab ich beim nächsten Termin das noch mal aufgegriffen und ihm gesagt, dass es nicht nur "Anzeichen" sind... es ist schon wahr, dass viele - auch Fachleute - sich das nicht richtig vorstellen können, das Leid...
Mensch, ich drück dir ganz fest die Daumen, dass sich die Dinge doch noch gut regeln lassen und vor allem, dass du gute dich unterstützende Hilfe kriegst!!!
Bitte, nutz das Forum hier auch um den Frust einfach mal von der Seele zu reden, manchmal tut auch schon das gut, zu merken, dass man eben doch nicht so allein ist wie man befürchtet hatte...
Nach einem OEG-Antrag UND der Anerkennung interessiert sich die Krankenkasse sehr für Täternamen. Mir haben sie einen Fragebogen zugesandt, der den Anschein erweckte, ausgefüllt werden zu MÜSSEN. Täternamen und Tathergänge wurden da abgefragt.
Verzweifelt fragte ich meinen Arzt danach. Und er riet mir ab, den Bogen auszufüllen. Ich wäre dazu nicht verpflichtet. Im Gegenteil eigentlich müsste auf so einem Bogen draufstehen, daß die Beantwortung freiwillig ist. Ich habe den Bogen unausgefüllt zurückgesandt.
Daraufhin versuchte die Krankenkasse (grüner Namenszug) hinter meinem Rücken an die gesamte OEG-Akte zukommen. Die haben mir nichts davon gesagt und haben auch nicht um Erlaubnis gebeten. Sie hätte die auch bekommen, wenn ich nicht ausdrücklich verboten hätte, die Akte an andere Behörden und so weiter herauszugeben.
Zweck der Übung war, an die Namen der Täter heranzukommen um dort Regress zu nehmen für die Kosten die ich bis dahin der Krankenkasse verursacht hatte (Kliniken, Medis, Krankenzeiten).
Nachtrag: Also die hätten vom OEG die Akte auch bekommen, wenn ich dort nicht ausdrücklich untersagt hätte, die Akten weiterzugeben. Ich habe mich falsch ausgedrückt.
Danke für die Infos. Ich weiß, dass Opfer oft gute Gründ haben für ihr Verhalten, deshalb frag ich mal nach... was spricht eigentlich dagegen, dass die Täter in Regress genommen werden? Mein Täter ist leider schon tot, ansonsten wäre das für mich ein Fest hoch zehn, wenn der plötzlich Post bekäme, dass er Geld bezahlen muss... das klingt vielleicht naiv, aber ich denke, mit dem folgenden Stress hättest du doch nichts zu tun, da müsste er sich dann mit der Krankenkasse streiten... aber, vielleicht sehe ich das zu einfach, weil mein Täter eben schon tot ist?
schon mal darüber nachgedacht, daß Täter möglicherweise echte Psychpathen sind und mehrere Gewalttaten auf dem Kerbholz haben und sie als äußerst brutal verschrieen sind?
Und er würde auf diesem Wege meinen heutigen Namen und meine heutige Adresse erfahren.
Ich muss dann davon ausgehen, das er mir mal einen Besuch abstattet, weil er es einfach doof findet, daß ich ihn angezeigt habe. Er dafür bestraft wurde und jetzt auch noch Folgekosten trägt durch nicht unerhebliche Regressansprüche....
Mag jeder für sich entscheiden, wie er das findet.
hallo ich hab mal ne Frage was heißt den OEG ich bin noch neu hier und kann mit der Abkürzung nichts anfangen. Wer nett wenn mir jemand das mal erklären könnte.
Opferentschädigungsgesetz - ich glaub, offiziell heißt es "Gesetz zur Entschädigung von Gewaltaten" oder so ähnlich... Wenn du den Begriff in einer Suchmaschine deines Vertrauens eingibst, findest du sicher viele Infos. Das Gesetz selbst ist auch online, ich glaub, unter "Gesetze im Netz" oder so ähnlich.