Zusammenwachsen

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elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind »

Und später wurde klar, welcher Teil von mir das ist: die, die nein sagen wollte und es nicht durfte.
elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind »

Grenzen setzen können. Diese Energie will ich wiederhaben. Und dann kann ich nämlich auch verletzlich sein.
elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind »

Gerade geht es mir nicht so gut. Meine Frau ist in einer Klinik und ich alleine hier. Hund ist da und tut total gut.
Jetzt steht aber die jährliche Tagung an und das bedeutet vier Tage zu wenig Schlaf und vier Tage ohne Hund. Das wird meiner schon schwächelnden Stabilität nicht gut tun

Aber jedes Jahr dieses Dilemma. Dabei sein wollen, es ist ein Team Event, alle fahren mit. Und sehr gestresst sein von der Gruppensituation. Hm.

Habe gerade die schlafmedis abgesetzt, weil ich so viel Kopfschmerzen hatte. Weil ich gerade eine Woche krankgeschrieben bin, geht das auch. Nächste Woche muss ich’s wohl wieder nehmen, sonst schlaf ich dort gar nicht.

Alles zäh
A.Rhiannon
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von A.Rhiannon »

Liebe Elefantenmädchen,

das tut mir sehr leid.

Wäre es eine Möglichkeit dich weiterhin krank schreiben zu lassen über diese schwierigen Tage? Was spräche dagegen bzw. was wäre das Schlimmste, was durch die Krankschreibung passieren könnte? Vielleicht würde es auch entlasten.
Mir fällt das auch sehr schwer. Aber insgesamt möchte ich es doch üben besser auf mich und meine Grenzen zu achten.

Für dich und auch für deine Frau alles Gute!
Einen ganz lieben Gruß,
A.Rhiannon
"Wenn man ins Universum starrt, ist sein Mittelpunkt nur Kälte. Und Leere. Letztendlich sind wir dem Universum egal. Dem Universum und der Zeit. Deswegen dürfen wir einander nicht egal sein."

aus: Letztendlich sind wir dem Universum egal
elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind »

Liebe A.Rhiannon,
danke für deine lieben Worte.

Ich hab mich jetzt dafür entschieden, wieder zu arbeiten und bin inzwischen mit zur Tagung gefahren. Mit meinen Kollegen fühle ich mich sehr wohl und bin froh, dass ich dabei sein kann.
Hab mich jetzt entschieden, Schlaftabletten zu nehmen, ohne darüber nachzudenken. Sonst schränke ich mich ja auch immer nur ein. Kann ich ja wieder machen, wenn ich zuhause bin…

In den letzten Tagen war es für mich hilfreich, das „es geht mir nicht gut“ einfach anzunehmen und es auch laut zu sagen. Und dann ging es mir gar nicht mehr so schlecht damit, dass es mir nicht so gut geht. Macht das irgendeine Sinn?

Ja, und vielleicht auch abzunehmen, wie schwer es ist, die Grenzen zu achten und sich auch krankzumelden. Ich war in den letzten drei Monaten einmal vier Tage, einmal fünf Tage und zwei mal einen Tag zuhause geblieben wegen Schlafstörungen, Erschöpfung oder Überforderung. Das hat zwar noch nicht wirklich gereicht, ich bin dennoch oft über meine Grenzen gegangen, aber es war doch mehr als früher. Vielleicht bin ich da jetzt einfach mal stolz drauf?

Was bei mir ja dahinter steht, das ist auch, dass es funktionieren und damit auch das Arbeiten gehen. Ein Überlebensmechanismus ist, den ich nicht so leicht loslassen kann. Ich konnte noch nicht nach innen vermitteln, dass ich mich damit nicht in Gefahr bringen, dass ich damit nicht gleich alle Anerkennung und Sozialkontakte verliere. Dass ich auch etwas wert bin, wenn ich nicht funktioniere.
A.Rhiannon
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von A.Rhiannon »

Liebe Elefantenmädchen,
In den letzten Tagen war es für mich hilfreich, das „es geht mir nicht gut“ einfach anzunehmen und es auch laut zu sagen. Und dann ging es mir gar nicht mehr so schlecht damit, dass es mir nicht so gut geht. Macht das irgendeine Sinn?
Ja, für mich ergibt es total Sinn. Da es einfach auch irgendwie da sein darf und Raum haben darf anstatt wie früher komplett abgespalten zu sein. Also es darf wahrgenommen werden, auch wenn noch nicht vollständig danach gehandelt wird und das allein macht schon einen Unterschied. So denke ich zumindest.

Ja, du kannst auf jeden Fall stolz auf dich sein. Auch wenn noch Luft nach oben ist in Sachen Selbstfürsorge, bist du doch wirklich auf einem sehr guten Weg finde ich! Es zählen ja alle Schritte in die "richtige" Richtung. Es gibt ja nicht nur schwarz oder weiß, ganz oder gar nicht. Es gibt ja Zwischenstufen und die gilt es wertzuschätzen. Es ist ja auch immer irgendwie ein Abwägen und Ausprobieren was gerade gut tut und sich passend anfühlt.
Was bei mir ja dahinter steht, das ist auch, dass es funktionieren und damit auch das Arbeiten gehen. Ein Überlebensmechanismus ist, den ich nicht so leicht loslassen kann. Ich konnte noch nicht nach innen vermitteln, dass ich mich damit nicht in Gefahr bringen, dass ich damit nicht gleich alle Anerkennung und Sozialkontakte verliere. Dass ich auch etwas wert bin, wenn ich nicht funktioniere.
Das kenne ich sooo gut. Ich durchblicke dieses Muster auch erst für mich, was da so dahinter steht und wo es her kommt. Auch dabei ist es ja hilfreich Selbstmitgefühl mit sich aufzubringen. Es bringt ja nichts sich dann noch dafür fertig zu machen, dass man vielleicht manchmal zu viel funktioniert. Sondern sich dann Mitgefühl entgegen zu bringen, dass es gerade so ist und dass es mit der Zeit eben auch langsam anders werden darf, weil wir nicht mehr von der Zuneigung anderer in dem Maße abhängig sind, um überleben zu können.

Ich wünsche dir für die Tagung und darüber hinaus alles Gute.

Einen ganz lieben Gruß,
A.Rhiannon
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aus: Letztendlich sind wir dem Universum egal
elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind »

Ja, das mit dem Mitgefühl, theoretisch, so einfach und praktisch so schwer…

Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, zu der Tagung zu fahren. Ich hab mich auch erholt, einfach war das mal ein paar Tage ohne Pflichten und Haushalt waren, nur Vorträge anhören und Workshops besuchen und abends mit den Kollegen essen zu gehen.

Und wann ich wohl jemals dahin komme, auch zu fühlen, dass ich keine Angst mehr haben muss? Es nicht nur zu wissen.
elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind »

Habe nach der Tagung eine extrem gute Entscheidung getroffen. Vielleicht die beste Entscheidung der letzten Jahre. (Okay, neben der Entscheidung für somatic experiencing)

Ich habe eine Schlaftherapie angefangen, die mir schon die Schlafambulanz ans Herz gelegt hatte. Ich hatte sie auch damals gemacht und sie hatte auch zunächst gute Erfolge, aber ich war heute zu wenig Begleitung und deswegen ist es gescheitert.

https://schlafapnoe-heilen.de/insomnie- ... pie-hilft/

Jetzt hab ich es noch mal mit der Begleitung durch eine Gesundheits App versucht und ich schlafe seitdem so gut wie seit 15 Jahren nicht mehr. So eine App wird oft von der Kasse bezahlt, auch von der gesetzlichen. Will hier keine Werbung für meine machen, aber die Sache als solche ist einfach super für mich. Ich würde mal sagen in 80 % der Nächten brauche ich 5-10 Minuten zum einschlafen und bin 5-10 Minuten nachts wach.

Der totale GameChanger war für mich das nächtliche aufstehen. Das hab ich nur zweimal gemacht, danach hab ich durchgeschlafen. Und als jemand, seit 40 Jahren schlimme Schlafstörungen hat. Und seitdem ich mehr und regelmäßig schlafe, komme ich auch mit meinem Alltag viel besser zurecht. Die Schlafstörung war quasi immer der letzte Haken, der mich zum stolpern gebracht hat.

Ich mache es schon seit Ende November - habe direkt nach der Tagung damit angefangen, weil ich gemerkt habe, dass es nicht sein kann, dass ich Psychopharmaka zum schlafen nehme und dann noch Schlaftablette dazu und dann doch immer nur müde und benommen bin.
elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind »

Ich habe durch einen Tanzworkshop angeregt darüber nachgedacht, was ich mir für das neue Jahr wünsche. Wovon ich mir mehr in meinem Leben wünsche.

Selbstfürsorge.

Und Loslassen. Beim loslassen gibt es ganz konkret darum, einen guten Weg mit dem inneren Antreiber zu finden,der mich immer durch mein Leben peitscht und dafür sorgt, dass ich übermäßig funktioniere und mich zu wenig fühle. Es ist ein Überlebenmechanismus. Deswegen gehört zum Loslassen Vertrauen. Vertrauen in mich selbst, dass ich auch im äußeren gut für mich sorgen werde, dass ich mit Problemen zurecht kommen kann und Vertrauen in das Leben selbst.

Ich fühle gerade auch viel Schmerz. Der Schmerz fühlt sich existenziell bedrohlich an. Daran merke ich, dass es ein sehr sehr alter Schmerz ist. Ich versuche ihn willkommen zu heißen. Und damit selbstfürsorglich umzugehen. Ist schwer, geht aber mit ausreichend Schlaf deutlich besser.
elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind »

Bin immer noch sehr mit dem inneren Antreiber beschäftigt. Mit dem funktionieren. Bin einen Schritt weiter gekommen. Das funktionieren sorgt dafür, dass ich mich stark fühlen und von der Ohnmacht und dem Schmerz weggehen kann. Kann Lindow Kontrolle gehen. Kontrolle über mein Leben. Eigentlich müsste der innere Antreiber Kontrolleur heißen.
Banal? Vielleicht. Aber nicht für mich. Ich sehe nach innen und sehe sie nebeneinander. Den Schmerz, verdeckt wie unter einer Betondecke ein kaputtes AKW und den funktionierer, der diese Betondecke dicht halten möchte. Muss.
elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind »

Habe vor Weihnachten und nach Weihnachten zwei mal vier Wochen am Stück gearbeitet, das erste Mal seit einem Jahr. Und bin so stolz darauf. Und WEISS dass das der Kontrolleur ist, der sagt: Ja, jetzt geht es wieder in die richtige Richtung! Aber ich will das ja gar nicht. Ich will mich selbst fühlen. Vielleicht nicht so direkt und zu hundert Prozent den alten Schmerz, aber wenigstens alle Gefühle die zu hier und heute gehören und auch die alten, die die begleiten.
Meine Frau geht ins sabbatical. Ich werde sehr viel allein sein und allein die ganze Verantwortung für Hund und Garten tragen müssen. Sie wird mir fehlen. Ich bin traurig.
Das ist viel wichtiger, als stolz darauf zu sein, dass ich wieder „funktioniere“.

Ach warum sind Gefühle bei mir immer nur ein einziges Chaos.
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