Vergewaltigung

Hier können Betroffene über ihre Erlebnisse diskutieren.
A.Rhiannon
Beiträge: 1461
Registriert: Sa Nov 12, 2016 10:53 am

Re: Vergewaltigung

Beitrag von A.Rhiannon »

Liebe Johanna,

ich habe dich gelesen und wünsche dir, dass es mit der Zeit besser wird.
Vielleicht hilft es Schritt für Schritt in der Therapie mehr Selbstwertgefühl aufzubauen und sich selbst mehr zu sehen, sich selbst als wertvoll und liebenswert wahrzunehmen. Vielleicht hilft das und wirkt der Eifersucht mit der Zeit entgegen.
Alles Liebe für dich.

@Hoffnung:
Liebe Hoffnung, dies hier ist Johannas Thread. Nutze doch bitte deine eigenen, um dich mitzuteilen. Dir natürlich auch alles Gute. Es tut mir leid, dass es dir derzeit so schlecht geht.

Liebe Grüße,
A.Rhiannon
"Wenn man ins Universum starrt, ist sein Mittelpunkt nur Kälte. Und Leere. Letztendlich sind wir dem Universum egal. Dem Universum und der Zeit. Deswegen dürfen wir einander nicht egal sein."

aus: Letztendlich sind wir dem Universum egal
Johanna
Beiträge: 52
Registriert: Fr Mär 03, 2023 9:31 pm

Re: Vergewaltigung

Beitrag von Johanna »

Evt Tw

Gestern feiern gewesen..., endet nicht so gut...
Ich war auf Kirmes mit mein Freund er ging da mit Leuten ausm sein Rettungsdienst hin. 4 Mädels. Passte mir schon nicht so gut. Meine Eifersucht war ziemlich da, weil er sich so gut mit den verstand. Und er mir das Gefühl gab mich nicht dabei haben zu wollen. Er redet mehr mit den als mit mir. Blöde Situation da ich ja auch nur ihn kannte und die Mädels bzw Frauen unbekannt waren. Ich merkte wie es mir immer schlechter ging. Aber vor allem wegen den vielen Menschen. Ich hatte wohl so ein Tag erwischt das mir die Menschen Menge Panik macht. War kurz vor einer Panikattacke, ging aber noch schnell raus und es war alles wieder gut. Naja... Ich merkte das ich aufeinmal ein down habe. Die 2-3 getränke die ich trunk halfen auch nicht dabei das sich meine Stimmung besserte. Ich verspürte nur Angst. Ich wollte daraufhin von seiner Schwester abgeholt werden damit ich den spaß mein Freund nicht verderbe mit meiner Stimmung. Jedoch kam er mir zuvor. Denn ich tippte ihn an, als er ein Glas Bier exte, was mir sorgen bereitet hat, ich wollte nur das er langsam macht mit dem Alkohol. Daraufhin verschwand ich. Ich holte mir in der riesen Schlange was zum trinken. Er hat es so interpretiert das ich sauer sei...war aber nicht so. Ich wollte nur auf ihn achten. Klar er ist erwachsen und kann selber entscheiden. Aber ich hatte keinerlei böse Absicht oder war sauer das er trunk. Tat ich ja auch.
Er war aufjedenfall sauer...schrieb seine Schwester an um uns abzuholen. Wir hatten vor allem anderen Streit. Was mir sehr unangenehm war. Weil ich mir wie die böse vorkam vor der Mädelsgruppe. Eine Spaßverderberin. Ich frage mich was sie von mir denken müssen...
Und das alles nur weil er dachte ich sei sauer.

Dann kam die Schwester wegen Abholen.
Hatte Panikattacke plötzlich, hatte zuvor vermehrt Angst verspürt ihn zu verlieren..., war sauer auf mich das ich alles verdorbem habe etc. Das war wahrscheinlich einer der Auslöser der kleine Streit mit ihm und meine zu großen Ängste daraufhin . Ich Hyperventiliere...und hab mein Bewusstsein verloren und fiel in die Arme meines Freundes. Sofort kam seine Schwester die auch Krankenschwester ist, ich war wieder bei mir..., aber ich Hyperventilierte immer weiter. Mit aller Kraft versuchte ich da zu bleiben. Ich hörte die Leute um mich herum. Aber ich konnte nicht reagieren. Bei mir standen 2 Krankenschwestern und 2 Rettungssanitäter der eine war auch auf der Feier und dann einschließlich mein Freund. Ich versuchte nur zu atmen. Kurz als es besser wurde hörte ich von irgendeiner Person „ hat die irgendwie Drogen genommen". Aber in einem abwertend Ton. Das hat mich weiter gestresst...da abgesehen von den leuten die mir helfen wollten noch andere um die herum standen als wäre es Kino...und es fing wieder an. Ich kämpfte noch beim Bewusstsein zu bleiben. Man versuchte ein Schmerzreiz bei mir auszulösen funktionierte aber nicht. Ein Rtw kam. Der Mann war bisschen Schrof. Schrie mich teilweise an. Aber zum Schluss sagte er mir, daß er das machen muss... Damit ich bei ihm bleibe.
Im Rtw fast wieder angefangen zu Hyperventilieren... Da gefragt wurde ob ich ein Trauma erlebt habe und Missbraucht wurde in meiner Vergangenheit . Die Frage brachte mich dermaßen ausm Tritt das ich fast wieder wie weg getreten war.

Zum Glück war mein Freund die ganze zeit bei mir. Er hielt die ganze zeit meine Hand...im Rtw... Und in der Notaufnahme. Er ließ nicht los. Auch wenn ich nicht sprechen konnte...,oder gar nicht richtig da war. Fühlte ich den Schutz den er mir gab in den Moment und die Sicherheit die ich brauchte in den Moment. Ich wurde um 5 Uhr morgens entlassen und konnte wieder heim zu ihm.

Grad fühle ich super viel leere. Naja außer der leere auch das Gefühl von Hass. Hass gegenüber mir. Und Angst. Verlustangst. Also doch klare Gefühle.
Angst das man mich verlässt. Gedanken das man mich so nicht lieben könnte. Mit dem was wieder abging. Mich nervt es. Also muss es doch auch ihn nerven?
Ich habe keine Kraft mehr um ständig dumme Gedanken zu haben. Denn eigentlich weiß ich das nur meine Angst spricht und das es blödsinn ist nicht geliebt zu werden und das man mich verließe.
Meine Ängste treiben mich in die Suizidgedanken. Ein immer wieder gleiche Ablauf in den ich gerate. Nichts neues. Was alt bekanntes.
Johanna
Beiträge: 52
Registriert: Fr Mär 03, 2023 9:31 pm

Re: Vergewaltigung

Beitrag von Johanna »

Es hört nicht auf.
Meine Gedanken so laut das es weh tut.
Komme nicht zur Ruhe.

Herzrasen, zittern...

Will einfach nur das es aufhört
Eli

Re: Vergewaltigung

Beitrag von Eli »

Hallo johanna

Wie gesagt gibt es im Internet wie zb bei Dis sos.de oder in verschiedenen Büchern über komplexe PTBS viele hilfreiche Übungen. Bei diversenzen Gefühlen, Triggern.
Ich glaube in solchen Momenten bist du einfach in (emotionalen) Flashbacks und es wäre gut ein Notizbuch zu haben wo du dir für solche Fälle die Übungen die dir am besten helfen auf schreiben würdest.
Dann brauchst du nur rein schauen und es machen.
Wenn die dann nicht helfen kannst du evtl bedarf nehmen oder jemanden anrufen. Das kannst du ja überlegen.

Es einfach nur raus schreiben bringt leider nichts. Aber man kann aktiv etwas dagegen tun. So wie wenn man nach einem verstauchten Bein Übungen zum Muskelaufbau macht. Da schreibt man ja auch nicht: mein Bein tut weh. Und das war's.

Das Beispiel soll dich nicht beschämen. Ich kenne die Probleme in solchen Momenten in Handlung zu kommen die dann hilfreich und nicht sekbstdestruktiv ist. Und den Wunsch jemand rette einen aus solchen Momenten.
Das passiert aber leider meist nicht.

Ich glaube aber du willst dass es dir besser geht... deshalb nochmal die Ermunterung und meine Erfahrung dass es zahlreiche hilfreiche Übungen gibt die helfen.nur man muss sie raus suchen ausprobieren und in der Situation machen. Nicht einfach.aber wenn es klappt ist es ein richtig gutes Gefühl.
Diesen Schritt kann dir leider niemand abnehmen.
Und natürlich kannst du auch mit Übungen hier sein und sagen wenn es dir schlecht geht.

Alles liebe
Eli
herzkrank
Beiträge: 232
Registriert: Mi Aug 05, 2020 9:34 am

Re: Vergewaltigung

Beitrag von herzkrank »

du machst es dir ganz schön schwer mit den echt fiesen gedanken, dass du nicht liebenswert bist und dies nicht fühlen solltest und jenes nicht tun. und dann geht es dir noch schlechter und es startet eine weitere selbstabwertungswelle. schlimm, dass du solche gefühle mal von vermutlich deinen eltern bekommen hast und jetzt damit weitermachst. selbstannahme und fürsorge ist echt ein harter weg.

schön, dass du die unterstützung von deinem freund erleben konntest. und du so mutig warst, auf die kirmes mitzugehen in der konstellation, von der du vermutlich schon wusstest, dass es dir schwer fällt. ich hoffe, dass ihr euch beim nächsten mal ein wenig weniger missversteht
Johanna
Beiträge: 52
Registriert: Fr Mär 03, 2023 9:31 pm

Re: Vergewaltigung

Beitrag von Johanna »

Hallo, eine ganze Weile ist es her einiges ist in der Zwischenzeit passiert. Und einiges steht bei mir demnächst an. Die nächsten Schritte.
Ich wollte mich einfach mal wieder mitteilen und habe auch eine Frage mit der ich mich schon öfters beschäftige. Wahrscheinlich kann man Sie mir gar nicht beantworten. Aber ich suche oft nach der Antwort von Warum? Aber in Bezug worauf später mehr.
Ja, mitteilen wollte ich mich einfach, Gedanken sortieren, Kraft schöpfen indem ich hier schreibe.

TW!
November letzten Jahres gab es ein Vorfall zwischen en mir und mein Freund...Streit und es drohte für mich verlassen zu werden. Meine verlustangst war bisher nur eine Angst in mein Kopf...das dies Realität wird hat mich sehr aus der Bahn geworfen. Ich war noch bei ihm. Das ganze spielte sich in der Nacht ab, ich schrieb meiner Mutter durch Angst vor mir selbst. Suizidgedanken.
Am nächsten Morgen ging ich in die Klinik. Zur Krisenintervention. Die Zeit tat gut. Der Abstand zu dem ganzen tat gut.
Es kam alles wieder ins Gleichgewicht. Und ich versöhnte mich mit mein Freund.

In dieser Zeit lernte ich auf meiner Station ein 26 jährigen Türken kennen, er sprach kein Deutsch wir verständigten uns per Übersetzer. Wir verstanden uns auf Freundschaftlicher Basis. Ihm war bewusst ich habe ein Freund und das ich keinerlei andere Intension hatte. Nach mein Aufenthalt tauschten wir Insta aus. Und ich besuchte ihn und andere aus der Klinik nach meinen Aufenthalt dort. Erst war alles gut, ich witterte keine Gefahr..., trotz den 8 jährigen Altersunterschied. Ich war mit 18 die jüngste auf der Station alle waren um die 26, 33, 40, 50+. Was erst sehr befremdlich war. Aber ich verstande mich mit dem 26. Jährigen. Ich wünschte nun ich hätte diesen Kontakt aber nie weiter geführt. Erst war alles gut...,aber dann merkte ich das er beim Schreiben sowies beim Treffen immer mehr aufdringlicher wurde. Auch bei kleineren Dingen. Ich traf meist auch nur mit Begleitung mit einer weiteren Freundin aus der Klinik mit ihm. Was aber keine scheu für ihn war. Und sein Verhalten mir immer unangenehmer macht. Es fing mit ständig seine Jacke mir geben an, auch das verneinen das ich seine Jacke nicht will akzeptierte er nicht, dann irgendwann das er meine Hand nahm und sie warm "rubbelte" oder auch unter sein Shirt machte. Sobald ich sagte mir ist nicht kalt und ich will das nicht oder das ich meine Hand entfernen wollte wurde das nicht gewilligt. Er nannte mich Prinzessin und wollte so hatte ich das Gefühl besitz auf mich einnehmen. Sein Verhalten wurde immer heftiger. Aber ich war irgendwann so gefangen das ich zuviel Angst hatte diese „Freundschaft" zu beenden, ich merkte wie mir der Kontakt immer mehr nicht gut tat. Er schrieb so Dinge wie das er für mich sterben würde mind einmal in jedem Satz den er schrieb, das er mich liebte. Dabei kannten wir uns grad mal 5 Wochen oder so. Dann gab es immer mehr übergriffiges Verhalten..., er umarmte mich, zu anfangszeit als sein Verhalten noch nicht so krass war, war das in Ordnung. Aber irgendwann ließ er mich z. B nicht mehr los...und ich merkte wie er immer öfters eine Erektion bekam. Bis zu dem einen Moment als er sich an mich rieb als wir am Bahnhof waren und wir auf meine andere Freundin gewartet haben. Er tat es komplett öffentlich. Ich kann nicht einschätzen wie lange das ganze ging. Ich versteinerte, mein Herz raste, ich bekam Todes Angst und ich konnte mich kein Stück wehren...er fing sogar an mein Hals zu küssen. Und ich merke bis jetzt das picken von seinem stoppelbart. Ich kam aus der Situation nicht raus bis ich die Chance ergriffen habe und los gerannt bin als meine Freundin aus den Zug stieg. Meine Rettung.
Das ganze mit dem umarmen, dem reiben mit seinem eregierten Penis passierte noch 3 mal bei unserem letzten Treffen in der Klinik. Auch wieder vor alle Menschen. Ich habe mich so erniedrigt und gedemütigt gefühlt gehabt.
Ich kam trotz den Ereignissen aus dieser „Freundschaft" nicht raus. Vor allem weil ich so groß Angst hatte, da er oft Suizidale Äußerungen getätigt hat.

Mit Absprache und dem anvertrauen meiner Therapeutin entschloss ich, mein Mut zusammen zu reißen und mich selber zu schützen und brach den Kontakt endgültig ab. Und ja seitdem fühle ich mich getriggert von roten Jacken. Gestern lief ich in der Stadt rum mit einer Freundin und sah diese Jacke und bekam Flashbacks. Er hatte immer diese rote Jacke an.
Und ich fühle mich wieder schuldig und so dumm es nicht früher gemerkt habe oder überhaupt den Kontakt gehalten zu haben und aufgebaut zu haben. Er war so nett und ich war froh paar nette Menschen in der Klinik kennen gelernt zu haben trotz den Altersunterschied. Ich schäme mich das ich obwohl ich an einem bestimmten Punkt merkte das dieser Mann über meine Grenze geht und wiederholten Nein und immer das erklären von ICH HABE KEINE INTERESSE AN DIR ICH HABE EIN FREUND es überhört und ich erst als es viel viel viel viel zu spät war den Mut hatte mich davon abzugrenzen. Hätte ich es früher geschafft mich selber zu schützen wäre mir einiges nicht passiert....

Mitte April fang ich meine Traumatherapie an..., habe gestern die Zusage gegeben und vor 1 Woche die Zusage bekommen das ich aufgenommen werden kann. War jetzt 4 Monate auf der warteliste.
Ich habe 2 Wochen Zeit zum überdenken ob ich es machen will oder doch nicht. Ich war sehr am strugglen einfach weil ich so große Angst habe!!!! Vor den auf was ich mich einlasse. Und Angst das ganze durchzuleben. Wiederum freue ich mich und bin stolz nach so einer langen Zeit den Schritt gewagt habe jetzt mich stationär behandeln zu lassen. Und ich habe Hoffnung das es mir gut tun wird und das es hoffentlich sich was verändern wird.

Zu meiner Frage mit der ich mich schon lange beschäftige ist, Warum? Nicht warum mir das alles passierte. Sondern weil ich das Gefühl habe als es bei mir mit dem Missbrauch an fing mich vor allem nach Liebe und Schutz, Aufmerksamkeit gesehnt habe. Und ich war ca 10/11 als das ganze anfing. Meine Frage wäre, warum war auch so fixiert und warum hatte ich das Gefühl und ließ mich überhaupt auf Jungs ein und war so auf der Suche danach?
Kann es durch irgendwas ausgelöst werden?
Weil das immer so ein riesen Thema war, warum ich so oft in die Hände von Jungs kam und auch ältere Jungs. Weil sie mir zwar nur schlechtes antaten und mich offensichtlich im jetzt missbrauchte und ausnutzten um ihre sexuelle Befriedigung zu bekommen. Aber warum suchte ich so Schutz und Liebe?
Ich erinnere mich nur sehr schwer an meine Kindheit...aber meine Mutter liebt mich über alles. Sie tat mir nie was böses. Mein leiblicher Vater wie ich schonmal erwähnte schlug mich und meine Geschwister, war gewalttätig gegenüber uns und meiner Mutter. Er war Schwerst Psychischkrank. Und verlor als ich glaub um die 4 oder 5 war das komplette Sorgerecht für uns. Ich habe keine Erinnerungen an ihn zu dieser Zeit außer eine die sehr traumatisierend war. ( Mein leiblichen Vater traf ich vor 1 monat das erste mal wieder das war ganz befremdlich).
Und ja seitdem hatte ich mein Stiefvater seitdem ich ca 5 bin, den ich immer Papa nannte und für mich auch mein Vater ist. Er liebte mich auch sehr. Und waren immer so wie ich mich an damals erinnerte immer ein Team. Meine Mutter erzählt immer wie ich ihn sofort ins Herz geschlossen habe als ich ihn das erste Mal traf.
Meine Mutter war früher als ich kleiner war auch oft in Therapie bzw in der Klinik. Aufgrund dem Trauma und ihren entstanden Erkrankungen. Aber meine Eltern liebte mich. Also kann es eigentlich nicht daran liegen oder?
Ich versuche als Erklärung für mein Verhalten zu finden und es macht mich fertig das ich so wenige Erinnerungen an meiner Kindheit habe und vor allem als das ganze entstand. Weil ich mir so denke, diese suche nachdem was ich hatte kann doch nicht einfach so kommen. Weil ich mir als die frage stelle, wäre mein Verhalten und meine Suche nachdem was ich hatte nicht da gewesen, wäre ich nicht in diese falschen finger von diesen Jungs /Männer gekommen.
Eli

Re: Vergewaltigung

Beitrag von Eli »

Hallo Johanna

Schön von dir zu lesen.
Naja der Grund kann schon die Situation mit deinem Vater sein. Das reicht vollkommen um nicht zu lernen sich zu schützen...Und eben traumatisiert zu sein. Dass man sich vor 5,6 nicht erinnert ist normal. Wenn du danach gar nichts weiss wäre das auffällig. Weissz du etwas von der Grundschule? Dinge die nicht auf Fotos sind?

Wenn da noch mehr war an MB und Gewalt von Stiefvater mutter oder Vater war und du bisher eine Amnesie hast (das heisst es vergessen hast) wirst du es erinnern wenn du soweit bist. Also emotional stabiler. Vielleicht in der Traumatherapie.

Und noch ein ungefragter rat: unterlass Kontakt zu Männern. Zu allen männern. Du kannst dich nicht schützen und merkst nicht wenn sie dir schaden. Gerade junhe männer wollen halt selten nur Freundschaft. Das ist so rein weil sie voll mit testeron sind. :wink: Also lass es einfach bis du dich schützen und stopp sagen kannst. Sonst wirst du immer und immer wieder traumatisiert und das ist sch...

Alles gute dir und viel Kraft für die Klinik auch wenn danach sicher nicht alles gut ist und du nicht alles verarbeitet hast. Darauf würde ich mich einstellen.

Alles Liebe
Eli
herzkrank
Beiträge: 232
Registriert: Mi Aug 05, 2020 9:34 am

Re: Vergewaltigung

Beitrag von herzkrank »

hallo johanna,

wie ist es dir in der klinik ergangen und seitdem?

ich habe meine erinnerungen an meine kindheit und vorkommnisse auch erst spät, mit ende 30 während einer meditation bekommen. das unterbewusstsein ist schon schlau und schützt uns so lange, bis wir sachen auch aushalten können. und lässt uns immer etwas unverarbeitetes wiederholen, damit wir uns in therapie begeben und altes gut aufarbeiten können. ich kann mir vorstellen, das ist auch bei dir der fall, auch wenn du dich nicht direkt an etwas erinnerst, weiß es dein körper und wird die alte situation immer wieder aufsuchen um sie irgendwann anders zu lösen
annaa

Re: Vergewaltigung

Beitrag von annaa »

hey
ich heise anna und bin 18 jahre alt. vor etwa 4 monaten als ich noch minderjährig war habe ich einen 15 jahre älteren mann kennengelernt. er hat mich in der stadt angesprochen, wir haben uns ganz gut verstanden und nummern ausgetauscht. anfangs habe ich ihm nicht geantwortet aber irgendwann schon und wir haben uns 2 mal getroffen. beim 2. mal wollte er unbedingt eine dumme wette eingehen- wenn ich sie verliere meinte er würde er bei mir schlafen (ich wollte sowas eigentlich gar nicht weil ich sehr christlich bin). ich habe die wette gewonnen und er ist zu mir nach hause- meine eltern waren nicht da weil sie im urlaub waren. wir haben irgendwann angefangen uns zu küssen und er hat mir die klamotten ausgezogen und sich über mich gelehnt. als ich wusste was er vorhat habe ich ihm gesagt aufzuhören und von mir runter zu gehen. er hat nicht hingehört und ist in mich eingedrungen während ich versucht habe ihn von mir runter zu schubsen. als ich das weinen angefangen habe und am ganzen körper gezogen hah hat er aufgehört und fragte mich was denn los ist und warum ich so traurig bin. ich habe micv im bad eingesperrt bis er gegangen ist.
seitdem fühle ich mich so ekelhaft und frage mich ständig ob ich nichg genug getan habe um die situation zu verhindern. ich weis einfach nicht was ich tun soll vor allem weil er mich stalkt. er schreibt mir (ich habe es bereits versucht mit dem blockieren aber dann fängt er an mir über eine andere nummer zu schreiben), er hat mein social media gefunden was ich ihm NIE gegeben habe und schreibt mir manchmal auch an welchen orten zu welcher zeit ich mich befunden habe. gestern war ich das erste mal seit langem im club und habe ihm seit das passiert ist nicht gesehen- bis er im club plötzlich da stand. ich habe versucht ihn gekonnt zu ignorieren und war mit meiner besten freundin die nichts von dem vorfall weis. er hat permanent versucht augenkontakt herzustellen und mich an der hüfte beim vorbeigehen angefasst. ich fühle mich so unwohl und habe angst. eine anzeige wollte ich nicht erstatten aus angst mir würde niemand glauben schenken….
Peach
Beiträge: 231
Registriert: Di Sep 27, 2016 12:55 pm

Re: Vergewaltigung

Beitrag von Peach »

Hallo Anna,

du hast nein gesagt und dich körperlich gewehrt. Es war klar, dass da nichts einvernehmlich passiert und er hat dich vg.
Ich finde es nicht gut, dass du damit alleine bleibst! Sich Hilfe zu holen muss nicht gleich bedeuten, zur Polizei zu gehen. Du kannst auch erstmal eine Beratungsstelle aufsuchen und dort mit einer Beraterin überlegen, wie du weiter vorgehst.
Wahrscheinlich wäre es bei der Begegnung im Club auch irgendwie gut gewesen, deine Begleiterin hätte gewusst, dass er eine Gefahr für dich ist. Ich würde in Erwägung ziehen, ihr von dem Typen zu erzählen. Ob du die vg erzählen kannst/willst, musst du selbst entscheiden, aber vllt wenigstens, dass der Typ dich stalkt.
Bleib nicht alleine damit! Es ist nicht deine Schuld!
Liebe Grüße
herzkrank
Beiträge: 232
Registriert: Mi Aug 05, 2020 9:34 am

Re: Vergewaltigung

Beitrag von herzkrank »

ich hoffe auch, du suchst eine beratungsstelle auf. die können gut mit solchen situationen umgehen und dir weiterhelfen
Johanna
Beiträge: 52
Registriert: Fr Mär 03, 2023 9:31 pm

Re: Vergewaltigung

Beitrag von Johanna »

Hallo, schon lange nicht mehr hier gewesen. Rund 2 Jahre. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, warum ich wieder auf die Idee kam hier zu schreiben. Es ist spät, schon fast 4 Uhr nachts, und ich kann nicht schlafen. Keiner ist da und ich hatte plötzlich wieder dieses Bedürfnis, mich mitzuteilen. Vielleicht auch, weil ich mich einsam fühle. Und weil ich früher mal das Gefühl hatte, hier sicher zu sein. Und ein Zeichen hey ich bin noch da.

In den letzten 2 Jahren hatte ich noch zwei weitere Klinikaufenthalte und erste Ansätze von Traumatherapie.

Bei dem einen stationären Aufenthalt war ich in der Commitment-Phase, die ungefähr 6 Wochen ging. Dieser Aufenthalt tat mir eigentlich sehr gut. Ich lernte einige Skills, konnte mich öffnen und war bereit und gewillt, an mir zu arbeiten und Dinge zu verarbeiten.

Nach der Commitment-Phase wäre ich eigentlich für 8 Wochen zuhause gewesen und danach für 10 Wochen zur Expositions-/Verarbeitungsphase zurück in die Klinik gegangen. Doch beim Abschlussgespräch kam die bittere Enttäuschung: Ich wurde nicht für die nächste Phase übernommen.

Die Begründung war, dass ich mich in den Gruppentherapien zu wenig mitteilen würde und zu selten aktiv Hilfe beim Pflegepersonal suche. Dabei dachte ich eigentlich, genau dafür sei die erste Phase da gewesen: zu lernen, wann ich Skills anwenden muss, meine Anspannung besser wahrzunehmen und Strategien selbstständig umzusetzen. Und genau das konnte ich eigentlich recht gut anwenden. Wenn ich es alleine nicht schaffte, bat ich auch um Hilfe.

Dann zu hören, ich hätte es „falsch“ gemacht oder sie hätten eine ganz andere Sicht darauf, war sehr verletzend. Es fühlte sich an, als hätte ich nicht bestanden.

In Gruppentherapien war ich zwar ruhig, aber durch meinen Autismus fällt es mir generell schwer, vor vielen Menschen zu reden. Trotzdem habe ich mitgemacht, wo ich konnte, und versucht umzusetzen, was man uns beigebracht hat.

Sie wollten, dass ich die erste Phase wiederhole. Nach längerem Überlegen lehnte ich das aber ab, weil ich nicht dachte, dass ich mich in Gruppen plötzlich mehr mitteilen könnte. Die Angst war viel zu groß, wieder nicht weiterzukommen.

Der andere Klinikaufenthalt war letztes Jahr im September, diesmal in einer anderen Klinik. Dort wurde mir gesagt, dass die Therapie individueller ablaufen würde, ohne festen Zeitplan. Trotzdem brach ich den Aufenthalt nach etwa 5/6 Wochen ab.

Ich habe dort eigentlich nur Fitness gemacht, viele Therapien fielen aus und meine zuständige Therapeutin gab mir nie das Gefühl, wirklich zuzuhören. Sie stellte mir teilweise zehnmal dieselbe Frage in einer Sitzung. Oder sagte Dinge wie:
„Welches Sternzeichen hatte der Täter?“ ,weil sie daraus seine Persönlichkeitszüge ableiten wollte.
Oder:
„Er wird dich schon nicht umb#####n.“
Und auch:
„Jede Frau hat Ängste, vor allem während der Periode.“
Oder:
„Also ist nur das passiert.“

Es fühlte sich oft so an, als würde sie alles relativieren. Als wäre das, was passiert ist, nicht schlimm genug. Als würde man mich nicht ernst nehmen oder gar nicht richtig sehen.

Sie erzählte außerdem oft mehr über sich selbst oder fragte über die Täter , was sie heute machen, ob sie Freundinnen haben usw. ,statt wirklich über mich zu sprechen.

Als ich darum bat, entlassen zu werden, war das ebenfalls schwierig. Obwohl ich schon über einen Monat dort war, meinten sie, ich sei „erst zwei Wochen da“. Und das ich somit noch nicht genug Zeit hätte mich einzugewöhnen. Danach konnte ich angeblich nicht entlassen werden, weil ständig jemand krank war. Und es wohl nur meine zuständige Ärtztin/Therapeutin veranlassen könnte.

Ich fühlte mich dort irgendwann so unwohl, dass ich mich nur noch isolierte, Angst hatte mein Zimmer zu verlassen und kaum noch essen konnte. Anders als bei den anderen Aufenthalten hatte ich dort auch keine Bezugspersonen unter den Patienten. Deshalb war ich am Ende zwar froh zu gehen, aber gleichzeitig auch frustriert, dass es wieder nicht geklappt hatte.

Jetzt bin ich bei einer ambulanten Therapeutin, da ich im April 21 geworden bin und nicht mehr zu meiner Kinder- und Jugendpsychiaterin gehen kann. Ich bin erst seit fast 2 Monaten bei ihr und behandle dort nun mein Trauma.

Und ehrlich gesagt kostet es unglaublich viel Kraft.

Die Schuldgefühle sind wieder stärker geworden. Die Fragen von früher kommen zurück:
Hätte ich etwas verhindern können?
Wie hätte ich es verhindern können?

Meine Dissoziationen sind ebenfalls stärker geworden. Vom Schlaf kaum zu sprechen. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal ohne Angst eingeschlafen bin. Nächte ohne Albträume sind selten.

Trotzdem bin ich froh, dass ich es jetzt angehe und noch einen neuen Versuch wage.

Auch wenn ich nicht mehr weiß, wann ich das letzte Mal wirklich unbeschwert war, weiß ich irgendwo, dass es diesen Zeitpunkt mal gegeben haben muss. Ich vergesse nur die schönen Momente oft sehr schnell. Das Dunkle fühlt sich meistens größer an als das Helle.

Dabei gab es auch schöne Dinge in den letzten 2 Jahren.

Ich habe einen neuen Partner, der mich unterstützt. Das ist manchmal immer noch ungewohnt für mich, weil ich solche Erfahrungen kaum kannte.

Ich bin außerdem aus meinem Elternhaus ausgezogen. Die Beziehung zu meiner Mutter wurde durch den Abstand besser. Nicht perfekt, aber wir begegnen uns heute anders. Es gibt nicht mehr jeden Tag Streit wie früher.

Ich habe jetzt eine schöne Wohnung mit meinem Freund und mein Kater Miloh, der mich seit fast 8 Jahren begleitet, ist ebenfalls bei mir. Und das bedeutet mir unglaublich viel und gibt mir Kraft.

Seit letztem Sommer bin ich krankgeschrieben. Ich war Azubi und gegen Ende des ersten Ausbildungsjahres komplett am Ende. Ich habe mich überarbeitet, meine Grenzen ignoriert oder sie wurden trotz Gesprächen im Betrieb überschritten. Ich hatte täglich Panikattacken, Angst vor jedem neuen Tag, kaum Schlaf und griff irgendwann jeden Tag zu Alk##### nach der Arbeit. Irgendwann selbst morgens, als ich dann krankgeschrieben war einfach um den Tag, meine Gedanken und alles irgendwie auszuhalten.

Aber ich habe aufgehört.

Heute trinke ich kaum noch. Wenn überhaupt, dann nur bei Anlässen mit anderen und nicht mehr alleine. Auch wenn ich manchmal noch den Drang danach habe oder andere selbstzerstörerische Verhaltensweisen. Ich widerstehe und wende stattdessen skills an. Auch wenn es mak Rückschläge gab.

Und ich bin inzwischen seit über einem halben Jahr frei von SVV.

Eigentlich etwas, worauf ich stolz sein sollte.
Nein.
Das „eigentlich“ soll weg.
Ich bin stolz.

Auch wenn ich mich schlecht fühle, weil ich seit einem Jahr krankgeschrieben bin und weiß, dass ich die Ausbildung nicht fortführen werde, versuche ich trotzdem weiterzugehen und zu kämpfen.

Ich möchte bald in eine Maßnahme kommen, um in einer Werkstatt für behinderte Menschen zu arbeiten. Und auch wenn ich mich manchmal fühle, als würde ich nichts für diese Gesellschaft leisten, glaube ich trotzdem, dass das eine Entscheidung ist, die mich wirklich glücklich machen könnte.

Vielleicht zum ersten Mal etwas, das wirklich zu mir passt.
Ohne diesen ständigen Druck, so funktionieren zu müssen wie andere.
Sondern einfach so sein zu dürfen, wie ich bin. Darin besteht meine Hoffnung. Und Hoffnung bedeutet eben Hoffnung , ein Lichtblick.
Eli

Re: Vergewaltigung

Beitrag von Eli »

Liebe Johanna

Finde es super was du alles geschafft hast.
Sei stolz darauf. Auch wenn es schwer ist.

Aber das ist echt toll.
Noch eins: wieso behinderten Werkstatt? Nur weil du in einer Krise eine Ausbildung abbrechen musstest?
Finde das viel zu extrem. Glaube auch nicht dass dir das gut tut. Man braucht Ziele und etwas für das man motiviert ist und für das man kämpft.
Beruf Arbeit und das verdiente Geld kann total viel helfen und dir Selbstwert geben. Struktur.

Versuch dir was schönes Neues zu suchen.
Ausbildung Studium. Was du dir wünschst.
Aber in einer Werkstatt bist du sicher zumindest langfristig unter fordert und dann gehst du durch die Welt und denkst ich kann halt nur das.
Und das ist kein guter Gedanke weil du so viel mehr kannst.
Auch Therapeuten unterschätzen das Thema oft oder unterschätzen was man leisten kann und wie gut es tun kann was zu leisten.

Alles gute dir
Eli
Antworten