gerne, freut mich, wenn du etwas von der Antwort für dich mitnehmen kannst!
Mir ging es eigentlich schon mit dem Entschluss eine Therapie zu machen spürbar besser
Mein Therapeut hatte mich am Anfang gefragt, was ich mir von der Therapie erhoffe und ich war da Recht bescheiden
Das mit dem 14tätigen EMDR hört sich gut an. Hast du Angst vor den EMDR-Stunden? Vielleicht kannst du das irgendwie in deinem Kopf ein bisschen umstrukturieren als "da geh ich durch und dann ists auch irgendwann mal vorbei".
Wegen dem Termin drücke ich dir die Daumen, dass jemand vielleicht doch noch tauschen mag.
Wie machst du das mit dem getriggert werden auf Arbeit? Hast da da eine Technik um dich da wieder rauszuholen?
Kannst du die Tresortechnik? Würde es dir helfen diese Erinnerungen dann erstmal bis zur nächsten Therapiestunde darin einzuschließen?
Sonst finde ich, dass es hilft, wenn man sich ein Zeitfenster setzt in dem man auch mal ausflippen und heulen darf. Vielleicht so 3 Stunden am Samstag, das ganze ausführlich betrauern, Briefe schreiben, traurige Musik hören etc. Dann kann man diese Gedanken auf dieses Zeitfenster verschieben. Man muss eben schauen, dass man danach da wieder rauskommt, vllt mit einem festen Termin oder etwas was einen danach wieder ablenkt.
Zu den Freundschaften: Wie machen das die Menschen denn in deinem Umfeld, wenn sie um Hilfe bitten oder sich trösten lassen? Ich finde es kann helfen, wenn man sich einfach mal ein paar gute Verhaltensweisen abkupfert
Bei mir war das so, dass ich in einem Internetforum sehr aktiv war und da wussten die Leute auch was los war, das war ein SVV-Forum, also von der Thematik nicht so weit weg
Ich hatte das mit dem Reden hauptsächlich über Beschwerden aufgezogen. Also einer Freundin habe ich zuerst von dem SVV erzählt und viel später den genauen Grund. Die Menschen in meinem Umfeld hatten damals mitbekommen, dass ich massive Schlafprobleme hatte - habe das aber immer eher ins lächerliche gezogen und ins "gewollte". Also weniger "ich kann nicht schlafen" als "ich will nicht schlafen." Das habe ich dann später revidiert und nach Tipps gefragt und irgendwann gesagt, dass ich einfach immer so unter Strom und Stress stehe und nochmal später, dass ich auch belastende Erinnerungen habe. Neuen Freunden erzähle ich es inzwischen, wenn es sich ergibt. Ich sage häufig, dass ich keine so schöne Kindheit hatte oder dass das Verhältnis zu meinen Eltern schwierig ist. Manche fragen dann nach, andere nicht
Man kann aber durchaus auch direkt sagen, dass man gerade in einer schwierigen Situation ist und gerne darüber reden würde, dass es eher eine krasse Geschichte ist und man sich freuen würde, wenn man sich mal bei einem Kaffee o.ä. zusammensetzen kann...
Die Leute haben durchweg positiv oder neutral reagiert. Das hatte mich echt total überrascht! Ich hatte eher damit gerechnet gehabt, dass mir deswegen Inkompetenz unterstellt wird, ich verurteilt werde oder die Menschen mich dann total anders behandeln etc. Das war aber nicht der Fall. Manches ist dann doch mehr im eigenen Kopf
Ich habe zu der Zeit studiert und hatte vor allem Schwierigkeiten in der Uni wach zu bleiben wegen den Schlafstörungen. Eigentlich hab ich in der Uni mehr geschlafen als zuhause.
Daran hat sich aber irgendwie nie jemand ernsthaft gestört. Und bei mir war es früher immer so, dass wenn ich besonders schlechte Laune hatte ich das so massiv überspielt habe, dass wenn ich gute Laune hatte die Leute mich gefragt haben warum ich schlecht drauf bin. Hab da eigentlich mir fast immer irgendwas ausgedacht oder das offen gelassen, weil zu sagen "nö. heute hab ich mal ausnahmsweise gute Laune" wäre dann vllt doch zuviel gewesen.
Wegen deinen Kollegen kannst du dir überlegen wieviel du da von dir zeigen möchtest.
Nochmal zu den Schlafstörungen - gibt es Situationen am Tag indenen du einschläfst? Wenn ja, wann ist das und was macht diese Situationen aus?
Das zu analysieren hatte mir damals geholfen - wie gesagt ich bin immer in der Uni eingeschlafen, das hat mich echt geärgert und habe mich oft gefragt warum. Die Antwort für mich war dann, dass ich mich dort sicher fühle weil ich 1) unter Menschen bin 2) erwachsen bin. Ich habe dann versucht möglichst als erwachsenes Ich ins Bett zu gehen und nicht in ein Kind-ich zu switchen. Bei mir ging das dann mit Hörbüchern für Erwachsene ganz gut, die einigermaßen spannend sind, damit man auch dabei bleibt und nicht mit den Gedanken in unglückliche Sphären abschweift. Hört sich erstmal ziemlich kontraproduktiv an, aber das Schlaf ist eine individuelle Sache
Hoffe, dass du für das Wochenende dann ein gutes Medikament bekommst!
Die Selbsthilfegruppe für den Sommer hört sich gut an, das ist jetzt natürlich nicht sofort, aber der Sommer ist ja trotzdem noch relativ nah und du kannst davon dann auch noch länger profitieren.
Also die Traurigkeit ist weg ja. Wobei das mehr so ein schwankendes Konzept bei mir war. Mal war ich traurig, mal voller Wut auf die Täter, mal gleichgültig. Und das ganze hat sich mehr in so ein Hochgefühl umgewandelt. Also im Sinne von, dass es mich immernoch wundert wie ich da heil rauskommen konnte, dass ich das tatsächlich überlebt habe und es mir jetzt gut geht, obwohl das alles tatsächlich passiert ist.
Habe die Therapie relativ lange ausgeschlichen. Die letzte Sitzung war bei mir vor ca. 2 Jahren. EMDR ist aber schon länger her, vllt 3. Hatte noch Stunden übrig, hab versucht alles zu bearbeiten was mich irgendwie nerven könnte und wollte dem Frieden erstmal nicht so glauben
Viele liebe Grüße
Fee