Hallöchen Phoenix!!
Klingt alles ganz schön vertrakt und verschwurbelt. Macht man das Eine, passiert das Andere und blöd läuft's eh.
Einsamkeit ist ein blödes Scheißgefühl, das sehr weh tut.
Und das Gefühl es nicht mehr zu schaffen und nicht mehr hinzukriegen, ist furchtbar. Der Druck, den man finanziell hat, wenn's nicht läuft, ist übelst.
Außerdem, woher Menschen nehmen, ohne Stehlen, wenn grade keine Kontakte mehr da sind?
Alles zusammen gibt richtige Probleme und man weiß kein Stückchen mehr weiter.
Ich hab' mir dazu kurz ein paar klare Gedanken gemacht:
Ich hab' grade nicht viel Zeit, aber ich schreib' schnell, was:
- Du fühlst Dich in der Falle, weil es Dir schlecht geht und die Spirale grade nach unten dreht. Angst vor Menschen. Daraus folgt Einsamkeit und Dissoziieren bei Kontakt. Und wenn Du nicht rauskommst und keinen Spaß hast, keinen Kontakt geht's Dir psychisch auch schlechter, was arbeiten immer schwieriger macht und dann kommen die Geldsorgen. Und dann kommt richtig Verzweiflung, weil Du denkst, es gibt keinen Ausweg?!
Also: Erstens hier hast Du grade Kontakt.
Zweite Sache ist:
Wenn das mit der Angst vor Menschen so schlimm ist, dann will ich Dir was sagen:
Es ging mir früher auch so ähnlich. Aber so schlimm sind die Menschen nicht. Außerdem kann man sich gegen viele Dinge schützen. Du sollst schon aufpassen auf Dich. Man rennt nicht nachts um 3 Uhr am Frankfurter HBF mit Miniröckchen rum. Man passt auf sich auf, setzt sich nicht Risiken aus, die nicht sein müssen.
Im normalen Kontakt sind die meisten Menschen ruhig, es gibt ganz viele nette.
Ich finde, Du solltest es einfach wagen und irgendwo Anschluss suchen. Das kann man angehen, sich mit auseinandersetzen und planen. In so einer Situation wie Du sie grade hast, finde ich eine Selbsthilfegruppe nicht verkehrt. Es wäre eine Möglichkeit, Kontakte für eine Zeit zu finden. Die würden Dich verstehen und man hätte Verständnis für Dein Problem. Du kannst auch mit Deinem Hund wo Anschluss finden, z.B. mit jemandem regelmäßig verabreden, dass man eine kleine Runde dreht oder Hundesport anfangen. Dem Hund würde es gefallen.
Und wegen dem dissoziieren bei Kontakten. Wenn Du Leute besser kennst, sagst einfach, Dein Gedächtnis hat einen Fehler und manchmal hat's Aussetzer. Der Hausarzt oder Facharzt hat oft eine Erklärung an der Hand, die man den Leuten geben kann, ohne gleich alles auszupacken.
Weißt Du, es wäre nur der Sprung ins kalte Wasser, bis ein paar Bekanntschaften stehen und Du mehr geübt bist mit den Menschen. Der Rest würde sich dann schon finden.
Und wenn Dein Leben halt bunter wäre, dann würden viele Symptome schon ein bissl besser werden, weil Du dich nicht mehr so allein und hoffnungslos fühlen würdest.
Versuch's mal, in die Richtung zu denken. Ich hab' das schon mal so gemacht und hab' mein ganzes Leben umgekrempelt. Innerhalb von einem halben Jahr hatte ich ein tolles Hobby, ein paar nette Freundinnen, zum Weggehen und einige Kerle, die mir nachgestiegen sind und dann auch meinen ersten Freund, in Anführungszeichen, es wurde nicht wirklich was draus. Ich hab's versucht und er auch....
Ein Leben lässt sich ändern, wenn man es anpackt und wegen dem Dissoziieren kannst Du Dir eine Ausrede suchen, die das erklärt, aber harmloser ist.
Generell neurobiologisch das ganze Ding gepackt:
Du bist zu oft getriggert, also ran an Chilis, Riechstäben, Sport, Baden, Duschen, auch Bedarfsmedikation usw...
Wegmachen, einfach so schnell, geht nicht. Aber total ohnmächtig bist Du auch nicht. Klinik wäre an der Stelle eine Option. Aber ich glaube, das ist für Dich beruflich vielleicht eher jetzt schwierig, weiß ja nicht, was Du machst.
Kannst Du Sport machen?
Mir hilft das, um besser arbeiten zu können und weniger Angst zu haben und die Konzentration ist auch besser.
Vor allem: Wenn's Dich so drückt, rede! Auch hier im Forum, wenn es sein muss. Weil solche Phasen haben hier die meisten Leute schon gehabt und mussten wieder rauskommen.
Beim Arbeiten: Struktur und Pausen und Belohnungen sind ganz wichtig. Planen, Arbeit verteilen, Auszeiten einplanen, öfter mal raus gehen, Tapetenwechsel. Warum nicht mal in den Zoo? Das kostet nicht die Welt, aber lenkt ab.
Das Kernproblem ist die Angst vor den Menschen und damit die Einsamkeit.
Du kannst es mir glauben: Die sind gar nicht so schlimm. Viele Menschen sind sogar sehr nett und die sollte man nicht verpassen. Kannst Du die Dir mal netter vorstellen, wenn Du wo unter Menschen bist, kannst Du Dir mal vorab ausmalen, imaginieren, was die vielleicht privat so machen, vielleicht ganz lieb zur Freundin sein oder der Nachbarin die Sprudelkästen in Keller tragen oder wie die im Job vielleicht ganz toll ihren Kollegen beistehen, wenn's stressig wird.
Also wenn ich dran denke, wieviele nette Leute ich so in den letzten 5 Jahren getroffen habe.... Wow!!!
Die sind nicht alle böse, manchmal sind sie zickig oder haben Launen oder sind müde und hungrig und gestresst. Aber die meisten Menschen sind liebe.
Nicht aufgeben und nicht das Köpfchen hängen lassen, nur zweitweise und dann wieder hochnehmen.
Zu fett, zu häßlich, zu lahm, zu klein....
Alle haben Fehler und wie Du aussiehst, ist egal. Es kommt auf Deine Ausstrahlung an und die wird bestimmt vom Selbstbild. Wenn Du dich magst, mögen Dich alle anderen auch. Du musst einfach dran glauben, dass andere Menschen Dich anders sehen als du, viel weniger kritisch, sondern wohlwollend.
Da, ein Tröste-Cupcake von mir, mit extra dickem Häubchen drauf und Kirsche.
Das wäre schön, wenn ich jetzt mir Dir in der Fußgängerzone irgendwo hocken könnte, mit einem Käffchen und vielleicht bissl Eis, ich kenne so schöne Brunen, wo das Wasser flippert und tolle große Bäume stehen, wo Schatten machen und die Sonne durch die Blätter glitzert. Die Hundchen daneben, schöne Sachen an und ich könnte Dir Storries erzählen über Gott und die Welt. Ich bin ja so gar nicht geschwätzig... Ich könnte Dir die lustigsten Sachen erzählen, die würden mir alle grade so einfallen und dann könntest Du sehen, wie harmlos das alles ist mit den Menschen....
Und ansonsten warten wir noch auf den spontanen Lottogewinn, wie alle anderen auch.
Außerdem: Wenn's Geld knapp ist: Mehr sparen. Man gibt oft für blöden Scheiß Geld aus. Ich hab' in knappen Zeiten gelernt, wie gut ich im Geldsparen bin und was ich für eine gute Wirtschafterin bin. Das hat mich sehr stolz gemacht, dass ich mit so wenig Geld trotzdem immer noch oft mehr hatte als Andere.
Die besten Sachen im Leben sind umsonst: Zum Beispiel das hier, dass Dich jemand anlacht
Krankheiten sind beschissen. Aber sie können besser werden und man kann sich erholen und man kann umlernen.
Glaubst Du, dass ich was Gefährliches bin? Ich glaube nicht. Und genauso sind es soviele Menschen eben auch nicht.
Fühlt sich alles grade ganz schlimm an, aber man kann neue Wege gehen, braucht nur bissl Mut, Vorlauf, Timing und bissl Zeit und Ideen und dann einen konkreten Termin und dann geht man da hin und macht mal ganz langsam. Wenn's zu schlimm wird, geht man halt früher und bringt einen Vorwand, warum man schon so früh weg muss.
Du musst nicht gleich am Anfang zu jedem ehrlich sein. Es reicht, das auf später zu verschieben.
Der Schmerz lässt nach, wenn das Leben jetzt besser wird. Hast Du das mit der CD-Rom gelesen, was ich anderswo geschrieben hatte? Wenn nicht, dann such' ich Dir das raus.
GLG
GGG