tabuthema suizid

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Diana09

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Diana09 »

Madleen2 hat geschrieben:Wenn sich ein Mensch wegen der grausamen Sachlage umbringt- dann hat der TÄTER gewonnen und hat gesiegt. Man sollte sich schon überlegen, ob man das will, mir wäre es der Täter nicht wert, dass er gewinnt.
Meinst du ,dass der Täter dann wirklich gesiegt hat???
Der Täter hat doch erst das aus uns gemacht,was wir heute sind....klar du magst auf der einen art und weise recht haben,aber wenn ich mich da jetzt mal sehe,hat dieses argument nie eine Rolle gespielt in meinem Leben...im Gegenteil,wenn ich den mal wieder eine Phase des Suizid plan hatte,hatte ich auch einen Abschiedsbrief geschrieben,wo ich genau das mit rein genommen haben...
Ich habe dort die ganze Wahrheit geschrieben und das der Täter dann auch schuld hätte,für diese/ meine Entscheidung...denn ich glaube,dem Täter würde es dann richtig schlecht gehen,wenn er ein "Menschen leben" auf dem gewissen hätte....
gästefrau

Re: tabuthema suizid

Beitrag von gästefrau »

was mich an der aussage "stört" ist dieser teil
Man sollte sich schon überlegen, ob man das will
denn ganz ehrlich - an den täter denk ich in dieser situation als letztes oder besser gar nicht, eben weil es das für mich nicht wert ist, auch nur einen gedanken (vor allem in so einer extremsituation) an ihn zu verschwenden. da denk ich doch (lieber bzw. eher) an meine freunde/familie als an den täter, oder?
ist es denn nicht auch schlimm, dass der täter so wichtig zu sein scheint, womöglich in den letzten momenten des daseins an ihn zu denken???? ich frage mich, ob ein täter das wert ist? und ob man das dann als "gewinn" betrachten kann???

naja....nur so gedanken....
Auf dem Weg

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Auf dem Weg »

Ich denke, man muss diesen Satz aus dem jeweiligen KOntext heraus sehen. Meinem Großvater war es schlicht mal egal ob ich lebe oder sterbe, da bringt mir der Satz also im Zusammenhang mit ihm nichts.
Mutter jedoch, die meinen Tod wollte, gönne ich die Genugtuung nicht - da ist es also für mich Ansporn zusagen: nee, Alte ........ich werde leben!
gästefrau

Re: tabuthema suizid

Beitrag von gästefrau »

ja, stimmt auf dem weg.......der jeweilige kontext ist ausschlaggebend
ich bin von mir ausgegangen.... :oops: .....das war nicht richtig.....denn sowas kann man nicht verallgemeinern......jeder hat schließlich einen anderen hintergrund.....
Auf dem Weg

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Auf dem Weg »

........dennoch kein Grund zum schämen .......wär doch langweilig, wenn wir alle gleich wären ....
gästefra

Re: tabuthema suizid

Beitrag von gästefra »

es ist dieser verdammte egoismus.......ich ich ich......dafür schäm ich mich.......
dieses von-mir selbst-ausgehen und nicht im gesamten betrachten.......das ist es, wofür ich mich schäme......

und dabei ist es so, dass ich egoistische menschen nicht ausstehen kann........
*wirrli

Re: tabuthema suizid

Beitrag von *wirrli »

na ja...
wo fängt Egoismus an
und hört Selbstschutz, Selbstfürsorge, Selbstliebe auf?
Auf dem Weg

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Auf dem Weg »

Und gästefrau - die meisten von uns durften über viele Jahre ihres Lebens nicht an sich selber denken. Deshalb gibt es bei jedem im therapeutischen Prozess eine Phase des Egotismus. Das gibt sich aber irgendwann wieder, dann wird der Blick auch wieder frei für den GEsamtkontext.
monalisa268

Re: tabuthema suizid

Beitrag von monalisa268 »

interessantes thema, beschäftigt mich auch grad. ich denke es gibt auch einen gesunden egoismus. mir ist jetzt mehrfach aufgefallen, daß die meisten leute zu viel fordern. und wenn man es tut kommt noch nicht mal ein danke. das versuche ich grad zu ändern. ich helfe gerne anderen menschen, aber lasse mich nicht ausnutzen. wir haben wohl wirklich nicht gelernt mehr an uns zu denken. uns geht es doch oft schlecht und keiner kümmert sich um uns. sicher können sie vieles nicht verstehen, das ist ja noch halbwegs ok. aber rücksicht können sie trotzdem nehmen. ich will lernen netter zu mir zu sein. ein anfang ist gemacht, fühlt sich aber immer noch komisch an. seid ihr nett zu euch?
shadow

Re: tabuthema suizid

Beitrag von shadow »

Mir geht es so, dass ich in meinen Theragesprächen oft denke, dass ich immer von mir rede. Wobei ich weiß, dass es dort natürlich auch so sein sollte. Aber das ist schon komisch, damit im Mitelpunkt zu stehen, vor allem mit einem Thema, welches jahrelang kein Thema war bzw. sein durfte.
Auf dem Weg

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Auf dem Weg »

Stimmt schon shadow - manchmal schon schwer zu glauben, dass wir es überhaupt wert sind, dass uns jemand ne Stunde lang zuhört ........
gästefrau

Re: tabuthema suizid

Beitrag von gästefrau »

erst mal
Auf dem Weg hat geschrieben:Und gästefrau - die meisten von uns durften über viele Jahre ihres Lebens nicht an sich selber denken. Deshalb gibt es bei jedem im therapeutischen Prozess eine Phase des Egotismus. Das gibt sich aber irgendwann wieder, dann wird der Blick auch wieder frei für den GEsamtkontext.
danke dafür! ich denke, damit hast du wohl recht.....und ich glaub das war auch schon mal schlimmer bei mir.....trotzdem nervts (sofern es mir überhaupt auffällt?!!)

mit dem gesunden egoismus, mona, hast du sicher recht. aber auch das muss ich erst lernen..... :roll:

stimmt shadow, da bin ich auch oft überfordert......am schlimmsten ist es, wenn dann so viel hochkommt, dass ich meine tränen nicht zurückhalten kann.......das sind für mich sehr schlimme momente, jedoch im nachhinein betrachtet immer positiv, weil endlich mal jemand gut reagiert......aber so eine ganze stunde nur für mich und meine themen....das ist schon viel zeit, manchmal ist es mir viel zu viel und kaum aushaltbar (da bin ich dann meiner thera immer sehr dankbar, weil sie das spürt und auch sehr viel erklärt und redet, übungen einbaut....usw.) und mitlerweile vergeht manchmal die zeit dermaßen schnell, dass es mir fast zu kurz ist......erstaunlich......und manchmal find ich es auch sehr egoistisch wenn ich merke, dass meine thera müde oder nicht so fit wirkt, dass ich sie dann auch noch volllabere......aber es ist ihr job?! und ich bezahl sie dafür.....das ist irgendwie makaber, oder? wo fängt egoismus an und wo hört er auf?.....das ist für mich oft sehr schwer zu erkennen.......wie ist das für euch?
Zimttorte

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Zimttorte »

Auch ich habe diese Gedanken wenn es mir wirklich schlecht geht ....
An guten Tagen bin ich über mich selber böse so etwas in betracht zu ziehen.
Leider habe ich zurzeit wieder schlimme Tage ...eigentlich möchte ich mich vor mir selber schützen .
Denn ich habe angst das mich dieses Gefühl irgendwann überwältigt .
Meinem Mann habe ich das schon gesagt ...aber der nimmt das nicht ernst.
Ich möchte meinen Kindern nicht ein solches Trauma zumuten .
Ich möchte sooooo gerne in eine Klinik möchte was für mich tun.A
Nur was macht der Rest der Familie dann?
Alles organisatorische ist mein Part ....Behörden,,,Schule,,,Bank ,,,Haushalt,,,Tiere.
Mein Mann geht zur Arbeit und kommt wieder ....das ist sein Part.
Er wüsste nicht mal unseren EC Pin...geschweige wie man die Miete Überweist oder wo die Telefonrechnung Online zu finden ist Wann der nächste Antrag auf dies oder das zu stellen ist.....wer die Freunde seiner Kinder sind und was alles zur Klassenfahrt eingepackt werden muss. geschweige wüste er wo Waschmittel oder Putzzeug ist.
Ich weiß genau wenn ich von jetzt auf gleich in eine Klinik gehen würde ....hatte ich ein Chaos wenn ich wiederkomme.
Auf dem Weg

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Auf dem Weg »

BEi mir wäre auch das Chaos vorprogrammiert gewesen, als ich noch verheiratet war - dennoch ist vielleicht genau diese Chaos heilsam und neue Wege gebend für deine Familie? Außerdem musst du ja nicht unbedingt von jetzt auf gleich in ne Klinik, meist wird eine Einweisung doch geplant.

Und Gästefrau - es ist die Verantwortung der Thera! Da solltest du dich nicht drum sorgen ...
shadow

Re: tabuthema suizid

Beitrag von shadow »

Gesunder Egoismus ist für mich, wenn andere an meinem ich-bezogenem Verhalten keinen Schaden nehmen. Ich meine damit wirklichen Schaden. Sie können von mir aus gern beleidigt sein, aber das ist dann deren Ding.
Das war die Theorie.
In der Praxis sieht es bei mir eher so aus, dass ich meine Grenzen, die meinen Egoismus abstecken sollten, ueberrennen lasse und mitunter selbst Schaden nehme.
Auf Arbeit übe ich das jedoch und es klappt auch gelegentlich. Aber bei den Menschen, die einem wichtig sind, bzw. die man glaubt, zu brauchen, da fällt es deutlich schwerer.
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