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Re: tabuthema suizid
Verfasst: Fr Mär 02, 2012 9:14 pm
von maike
ja. ausruhen.es ist eins mit einem. ruhe.
das wort sterben ist da wohl wirklich falsch.
obwohl sterben versinnbildlicht die unendliche ruhe. deswegen warscheinlich.
es ist die sehnsucht nach innerer ruhe und frieden.
dieser winzige teil dieser sehnsucht, wird wohl immer in einem bleiben. ein wenig.
danke "auf dem weg"
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Fr Mär 02, 2012 10:45 pm
von Emotio
ich denke, es ist mehr als ausruhen. Die ganze Last der Vergangenheit drückt auf den Schultern und sitzt wie ein fetter Bulle auf der Brust. Alles geht schwer, es ist kein Blut mehr,dass durch meine Adern fließt, sondern schweres, kaltes Blei. Und dann kommt dieser Gedanke, der dir alles so leicht erscheinen lässt. Jetzt erst einmal schlafen, lange und endlos schlafen. Hauptsache der Druck lässt nach, der Druck und die Trauer. Dabei hat für mich diese Trauer dann auch etwas tröstliches, es ist meine Traurigkeit, ich kann sie nicht erklären aber sie ist immer wieder gefährlich, weil sie einen nach unten zieht, dort wo man eigentlich nicht hin will und dann will man nur noch, dass es aufhört, endlich endlich aufhört. Wir müssen uns immer klar sein, dass diese Sehnsucht krankhaft ist und dass wir die Reißleine ziehen können, die Reißleine, an der in der regel der Profi hängt.
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Sa Mär 03, 2012 8:15 am
von maike
Emotio hat geschrieben: Dabei hat für mich diese Trauer dann auch etwas tröstliches, es ist meine Traurigkeit, ich kann sie nicht erklären aber sie ist immer wieder gefährlich, weil sie einen nach unten zieht, dort wo man eigentlich nicht hin will und dann will man nur noch, dass es aufhört, endlich endlich aufhört.
ich empfinde diese gedanken nicht als gefährlich, sie ziehen mich nicht nach unten, es ist eher wie so ein fernweh, aber es zieht mich nicht runter. manchmal ist diese sehnsucht da, nach ferne, da wo es ruhig ist, traurig macht mich in diesen zeiten, ,also eher selten, das ich es nicht darf, gehen, das das leben es so nicht für mich vorgesehen hat. ich habe mit vielem schon meinen frieden geschlossen, das ist auch gut so, aber wenn du im "jetzt" jeden tag, aufs neue kämpfen musst, wenn dein arbeitsleben dich quält, nicht die arbeit selber, die mache ich super gern, dann kommt manchmal so dieses fernweh. das gefühl "es hört nicht auf"!! soviel geschafft, soviel aufgearbeitet, so unendlich viel gemeistert, vieles was dann vielleicht doch einmal wieder hoch kommt, aus der kindheit!! ich verarbeite und verarbeite!! und gehe mit diesem innerlichen verarbeiten zur arbeit, wo grenzen überschritten werden, wo ich bedrängt werde, wo ich verletzt werde usw.
es ist bei mir wohl wirklich, die sehnsucht nach innerer ruhe!!es ist zuviel!!
ausruhen!!
ich hänge am leben, es gibt wunderschöne momente, erlebnisse, nicht zu vergessen die menschen die mir so viel bedeuten, die immer an meiner seite sind und waren, ich liebe die gemeinsamen unternehmungen, das gemeinsame quatschen usw.wir können uns in den arm nehmen und halten, uns kraft geben!!
aber manchmal ist da ebend dieses fernweh in mir, dann wenn es wieder zu schlimm war auf arbeit!vielleicht ist dieser gedanke, diese sehnsucht dann aber irgendwie auch wieder ein halt für mich. dieses "ich könnte"aber "ich will es ja garnicht"!! denn in diesen momenten, wird mir sehr schnell klar, wieviel glück ich jetzt schon erleben darf und darüber bin ich froh!
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Sa Mär 03, 2012 11:36 am
von gästefrau
hallo emotio,
ich danke dir für deine antwort....
und - du hast meine fragen beantwortet, ja. danke für deine geschichte! das ist schon irgendwie gut zu wissen, dass es sehr lange dauern kann zu akzeptieren.....andererseits auch mühsam und ich frag mich, wie ich das wohl schaffen könnte.....ob das ohne gruppe/klinik möglich ist (was ich sehr stark hoffe!)......alles in mir sträubt sich gegen einen freiwilligen klinikaufenthalt (auch in akutsituationen fällt mir der gedanke daran sehr, sehr schwer)......
was du beschreibst kann ich sehr gut nachvollziehen (der sich aufbauende druck, dieses gefühl das von einem besitz ergreift und nach unten zieht...)
stark von dir, dass du geschafft hast, diese spirale zu unterbrechen!
was deine arbeitssituation betrifft: wieso können die sowas machen? das finde ich sehr schlimm, aber die art, wie du damit umgehst bewundernswert!
mein gemütszustand? ....ist grad am kippen, trotz medikament. nehme derzeit cipralex 30mg. seit ein-zwei wochen baut sich das gefühl wieder auf.....langsam kriecht es in mir hoch.....ich versuch dagegen zu steuern, was mir nur bedingt gelingt. hab irgendwie angst. am di hab ich wieder thera, muss das ansprechen.
hoffe aber, dass das gefühl nicht zu stark wird.
hab eine sehr gute freundin mit der ich drüber reden kann, weiß allerdings nicht, was es bringen soll mit ihr zu reden. sie ruft an und fragt nach, weil sie merkt, dass es wieder schlechter wird. fragt, wie sie mir helfen kann, aber ich weiß es nicht.......fühlt sich nicht gut an. vor allem auch ihr gegenüber fühl ich mich dann noch schlechter.......
muss mir da einen weg überlegen, der für uns beide möglich ist........
hallo maike,
also bei mir ist diese sehnsucht immer wieder mal da. mal größer, mal kleiner. und ich - für mich- sehne mich natürlich auch nach ruhe, danach, dass der ganze mist endlich ein ende hat, aber auch danach, diesen beschissenen körper endlich los zu sein. endlich "frei" zu sein und nicht mehr eingesperrt fühlen (weiß nicht, ob du das verstehen kannst)......
es ist kein bedrohliches gefühl zu sterben, sondern hat was mit erleichterung zu tun.....
andererseits mag ich das leben auch, sonst würd ich ja nicht kämpfen. ich mag e s, wenn s mir gut geht und die sonne scheint, ich liebe die natur, es gibt viele schöne momente.....aber in ganz schweren zeiten ist es verdammt schwierig das positive heraus zu picken, weil diese negativen gedanken wie ein schleier über den rest der welt hängen, ein nebel breitet sich aus, ein gefühl innerer schwere, die nach unten zieht, und schwärze, die alles verdunkelt und ins negative rückt......schwer aushaltbar.......finde ich.
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Sa Mär 03, 2012 11:55 am
von Emotio
Hallo Gästefrau,
das, was du als Deinen Gemütszustand beschreibst, ist der Einstieg in dieser verfluchte Spirale. Wenn Du dich bei der Freundin nicht fallen lassen kannst, ich meine anrufen und hingehen oder sie bitten zu kommen, dann erzählen oder vielleicht einfach nur sagen, sei bitte einfach da, ich mag nicht allein sein und dann sehen was passiert. Mir hat es manchmal geholfen einfach nur zu reden. Das half dann oft über den Tag und manchmal auch zurück ins Leben. Wenn nicht, dann muss der Profi ran, ich weiß, dass das eine irre hohe Hürde ist, ich habe habe gelernt, dass das Leben danach wieder leichter ging.
Jetzt hoffe ich aber ,dass Du in einer Gegend wohnst, in der sich die Sonne gegen die Wolken durchsetzen kann. Musst ja nicht vor die Tür, einfach an das Fenster setzen, an dem es am hellsten ist. Ach ja, hell ! Wenn es mir nicht gut geh, mache ich alle Lichter an, Helligkeit kann diese dnklen Dämonen auch vertreiben.
Ich halt dich im Arm und wünsche Dir für die nächsten Stunden viel Kraft und eine gute Freundin
Emotio
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Sa Mär 03, 2012 11:55 am
von Emotio
Hallo Gästefrau,
das, was du als Deinen Gemütszustand beschreibst, ist der Einstieg in dieser verfluchte Spirale. Wenn Du dich bei der Freundin nicht fallen lassen kannst, ich meine anrufen und hingehen oder sie bitten zu kommen, dann erzählen oder vielleicht einfach nur sagen, sei bitte einfach da, ich mag nicht allein sein und dann sehen was passiert. Mir hat es manchmal geholfen einfach nur zu reden. Das half dann oft über den Tag und manchmal auch zurück ins Leben. Wenn nicht, dann muss der Profi ran, ich weiß, dass das eine irre hohe Hürde ist, ich habe habe gelernt, dass das Leben danach wieder leichter ging.
Jetzt hoffe ich aber ,dass Du in einer Gegend wohnst, in der sich die Sonne gegen die Wolken durchsetzen kann. Musst ja nicht vor die Tür, einfach an das Fenster setzen, an dem es am hellsten ist. Ach ja, hell ! Wenn es mir nicht gut geh, mache ich alle Lichter an, Helligkeit kann diese dnklen Dämonen auch vertreiben.
Ich halt dich im Arm und wünsche Dir für die nächsten Stunden viel Kraft und eine gute Freundin
Emotio
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Sa Mär 03, 2012 12:05 pm
von gästefrau
danke!!!
es ist noch nicht so schlimm....weißt du. es könnte noch viel, viel schlimmer sein. wirklich. ja, hier scheint die sonne. und ja, cih werde versuchen raus zu gehen. ich werde mich abreagieren. und ich werde die sonne auf mich wirken lassen und hoffen, dass alles ganz schnell vorbei geht......
ich danke dir sehr für deine tröstenden worte.......
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Sa Mär 03, 2012 9:06 pm
von Auf dem Weg
Manchmal hilft wirklich nur der profi - das stimmt. Oft aber reicht es vielleicht schon aus Meta zu gucken, ob es um Ruhe oder wirklich um sterben wollen geht. Wenn es jemanden gibt, mit dem man darüber sprechen kann hilft das ganz sicher auch. Ich hatte in schwierigen Zeiten ein Codewort mit Katarina, damit sie wusste wie mies es mir geht, ohne dass ich viel erzählen musste.
Und indeinem Fall gästefrau - muss evt. das AD erhöht werden, die Dosis ist ja noch relativ gering.
Re: tabuthema suizid
Verfasst: So Mär 04, 2012 1:47 pm
von gästefrau
und wenn das codewort fiel, was hat katarina dann gemacht? hattet ihr eine vereinbarung was sie dann tun soll oder hat sie einfach reagiert wie sie es für richtig hielt?
Re: tabuthema suizid
Verfasst: So Mär 04, 2012 7:28 pm
von Auf dem Weg
Also die Grundlage des Codewortes war, dasss meine damalige Therapeutin mal gesagt hat, wenn mir das Fahrtgeld mit dem Taxi zur Suizidambulanz nicht mehr zu hoch erschiene (das sind 50km) dann wäre es Zeit loszufahren.
Darauf basierend war klar, wenn ich sage ich brauch ein Taxi, kommt Katarina. Da wir gegenseitig Wohnungsschlüssel haben, hätte sie auch reingekonnt, egal wie es mir geht.
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Mo Mär 05, 2012 4:49 pm
von gästefrau
danke....das ist eben das problem......die bereitschaft für die klinik muss da sein, das sich-eingestehen, .........wie sonst könnte sie helfen.......ist ja nicht möglich........grad deswegen kann/will ich niemanden belasten.........ist ja nicht so schlimm!
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Mo Mär 05, 2012 8:21 pm
von Auf dem Weg
Du, die bEreitschaft für Klinik war bei mir auch nicht da - und wird das auch wohl nie sein.
Es ging nur darum, dass ich wusste sie würde dann kommen - auch mitten in der Nacht, wenns sein muss.
Und ein solches "da-sein" reicht völlig. DA muss der andere sonst gar nix groß tun.
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Mo Mär 05, 2012 8:42 pm
von *wirrli
gästefrau hat geschrieben:es ist noch nicht so schlimm....weißt du. es könnte noch viel, viel schlimmer sein. wirklich
ja, das kann es oft
und gut, wenn es das noch kann...
gästefrau hat geschrieben:hab eine sehr gute freundin mit der ich drüber reden kann, weiß allerdings nicht, was es bringen soll mit ihr zu reden. sie ruft an und fragt nach, weil sie merkt, dass es wieder schlechter wird. fragt, wie sie mir helfen kann, aber ich weiß es nicht.....
vielleicht schon gut, kurz mit ihr zu sprechen
und dich im hier und jetzt zu halten, weil sie da ist?
Ohne groß zu sagen, wie es dir geht?
gästefrau hat geschrieben:alles in mir sträubt sich gegen einen freiwilligen klinikaufenthalt (auch in akutsituationen fällt mir der gedanke daran sehr, sehr schwer)
wie gut ich das verstehen kann (wobei ich unterscheiden muss: gute Klinik kann wirklich sehr sehr hilfreich sein!!)
aber bei mir geht es um Psychiatrie.
Ein no-go
besonders bei DIS!
Und doch...
seit ein paar Tagen muss ich das in Erwägung ziehen
weil die schlimmste Klinik sicher besser ist, als der Tod!
Aus der Klinik kann man jederzeit gehen
aus dem Tod nicht...
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Di Mär 06, 2012 9:09 pm
von Auf dem Weg
DAs ist natürlich richtig wirrli - gut, dass du das sehen kannst.
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Mi Mär 07, 2012 8:07 am
von shadow unl.
Woher weiß ich, dass noch mehr geht?
Dass es mir noch nicht so schlecht geht, wie ich es fühle?
Ich weiß, dass ich NIE in eine Klinik gehen würde. Ich habe auch wahnsinnige Hemmungen meinen Thera aazurufen und zu sagen. "Ich kann nicht mehr".
Geht es mir dadurch doch noch zu gut? Nur weil ich vielleicht auch gar nicht reden will? Sondern mich nur noch auflösen?