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Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mo Feb 13, 2012 8:18 pm
von Roseana
Weil ich selber unter Suizidgedanken gelitten habe. Denke ich, dass manche hier immer mal diese gedanken haben, nach der vorgeschichte..

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mo Feb 13, 2012 8:20 pm
von Auf dem Weg
Zur Zeit nicht, roseana. Es gab aber durchaus Zeiten in denen ich suizidgefährdet war. Und du hast recht - vielen hier geht es so, dann und wann.

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mo Feb 13, 2012 8:22 pm
von Roseana
Ich sage ja nicht, dass bei mir das nicht einst wiederkommen könnte,. jede besserung macht angst, weil man die qual, das leiden, die trauer den schmerz, das zerknittertsein so gewohnt war...
angst, dass es einem dann doch irgendwann wieder so scheisse gehen wird, wie damals..
puh
zum glück nicht auf dem weg...hoffen wir das es bei uns lange so bleibt

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mo Feb 13, 2012 8:27 pm
von *wirrli
Roseana hat geschrieben:Weil ich selber unter Suizidgedanken gelitten habe. Denke ich, dass manche hier immer mal diese gedanken haben, nach der vorgeschichte..
Äh... vielleicht war ich nur irritiert, weil der Thread hier so heißt? :wink:

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mo Feb 13, 2012 8:31 pm
von Roseana
:wink: Achso

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Di Feb 21, 2012 8:40 pm
von *wirrli
wie krank es sich anfühlt
wenn einige wollen
und andere nicht....

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mi Feb 22, 2012 6:48 pm
von gästefrau
ein lasso nach denjenigen werfe, die aufgeben wollen......

kann man euch irgendwie helfen???

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mi Feb 22, 2012 9:06 pm
von Auf dem Weg
DAs Wissen, dass dieses Lasso existiert, ist oft schon genug, gästefrau.

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mo Feb 27, 2012 12:42 am
von Emotio
Ich kenne das Tabuthema sehr genau. Es hat eine ganze Weile gedauert bis ich begriff, dass ich in depressiven Phasen mit Todessehnsüchten , auch merkte, wenn sie bedrohlich wurden, weil ich wollte ,dass es endlich aushört, dass ich mir dann nicht mehr alleine helfen kann. Einmal hat mich mein Hausarzt mehr oder weniger gezwungen in die Klinik zu gehen. einmal hat mir meine Therapeutin gedroht dass, wenn ich nicht freiwillig in die Klinik ginge, sie mich zwangseinweisen lassen würde, und einmal habe ich Schlaftabletten genommen, damit der Druck im Kopf endlich nachlässt und die Gedanken aufhören. Im letzten Sommer bin ich das erste Mal freiwillig gegangen. Es wurde immer schlimmer, Atemnot, kaum noch schlafen und so ein schreckliches Gefühl im Kopf, da half nichts mehr. Suizid selbst, mein Bruder hat sich umgebracht, wollte ich nie wirklich. Diese drei Wochen in der Klinik , das Gefühl, es selbst gewollt zu haben, halfen mir, alle therapeutischen Maßnahmen dort annehmen zu können. Nicht mehr abseits zu stehen und mir zu sagen, Gott wie bekloppt sind die denn, sondern in den Spiegel zu schauen und zu mir zu sagen, genau so wie du zur Zeit, mein Freund.
Suizidgedanken überrollten mich immer dann, wenn ich wieder mal gemeint hatte, es ginge auch ohne Medikamente. Heute stehe ich zu Depressionen, akzeptiere meine bescheuerte Vergangenheit als eine Tatsache und rede auch im Freundes- und Bekanntenkreis darüber. Viele schauen dann betreten zur Seite und wissen nichts daraus zu sagen, einige meinen auch immer noch, dass das bei Männern überhaupt nicht sein kann aber einige nehmen mich auch einfach in den Arm und gut ist .
Ist mal wieder zuviel geworden. Sorry und gute Nacht
Emotio

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mo Feb 27, 2012 8:17 pm
von gästefrau
hallo emotio!
ich möchte dir danken, für deinen ehrlichen beitrag. ich finde es sehr bewundernswert, wie du mit deinen depressionen umgehst. dass du das akzeptieren kannst und dazu stehst.....das finde ich echt sehr stark.
auch dass du es von dir aus geschafft hast, freiwillig in eine klinik zu gehen.... hut ab!
Emotio hat geschrieben:Suizidgedanken überrollten mich immer dann, wenn ich wieder mal gemeint hatte, es ginge auch ohne Medikamente
heißt das, dass du ständig medikamente nehmen musst und es ohne gar nicht geht?
Emotio hat geschrieben:Es hat eine ganze Weile gedauert bis ich begriff, dass ich in depressiven Phasen mit Todessehnsüchten , auch merkte, wenn sie bedrohlich wurden, weil ich wollte ,dass es endlich aushört, dass ich mir dann nicht mehr alleine helfen kann.
? kannst du mir vielleicht sagen, wie du das begriffen hast? und wie du dir geholfen hast bzw. wie du mit deiner todessehnsucht umgegangen bist? ....natürlich nur, wenn es dir nicht zu viel wird und du drüber schreiben magst..........

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mi Feb 29, 2012 10:18 am
von Emotio
Hallo Gästefrau,
als ich im Juni 2011 wieder mal in der Klinik war, fragte ich einen Therapeuten, ob man Citralopram wieder absetzen könnte. Im Beipack steht, dass das möglich wäre. Er fragt mich, ob es die erste depressive Episode sei, und als er dann erfuhr, dass es die vierte ist, meinte er, dann wäre es sicher besser, sie immer einzunehmen. Ich nehme täglich am Morgen 30 mg, was bei mir ohne Nebenwirkungen geht. So halte ich einen Medikamentenspiegel, der Verstimmungen, wie zur Zeit, zwar nicht ganz vermeidet, es aber viel besser aushaltbar macht.

Mein zweiter Satz ist ja fürchterlich formuliert, aber seis drum: Es war der letzte Klinikaufenthalt, in dem ich alle Gruppenangebote mitmachte und mir immer wieder sagte - und das nach immerhin 20 Jahren - du bist einer von denen. Ich habe die Depression als eine Krankheit akzeptiert, habe die anderen Gruppenmitglieder nicht mehr mit großer Distanz und Überheblichkeit bewertet, sondern mir klar gemacht, dass ich die gleichen Probleme habe. Vielleicht mit dem Unterschied , dass ich sie früher nie sichtbar hab werden lassen, sondern mit sehr großem Kraftaufwand immer das coole und klatschneuzige Alphatier gespielt habe.

Bewusst umgegangen mit meiner Sehnsucht zu sterben, bin ich nicht wirklich. Wenn es anfing, dann hat es nach und nach immer mehr Besitz von mir ergriffen, manchmal habe ich versucht, mit Medikamenten dagegen anzugehen (früher habe ich mich dem Alkohol hingegeben) aber geholfen hat dann nichts mehr. Es ist wie eine mich nach unten ziehende Spirale, die ich im letzten Jahr dann dadurch unterbrach, dass ich meiner Frau erlaubte, Sonntagnachmittag unseren Hausarzt zu rufen (mit dem wir befreundet sind)
Als wir dann am Abend in die mir ja bekannte Klinik fuhren, spürte ich beim Betreten der Eingangshalle eine große Erleichterung. Als dann der Arzt kam und fragte, ob ich nicht am Montag wieder kommen könnte, weil sich am Sonntagabend kaum jemand um mich kümmern könnte, weigerte ich mich und versprach mich in der Nacht nicht umzubringen.
Was ich bei meiner Entwicklung nicht unterschlagen möchte, ist die Tatsache, dass ich 2007 - auch nach einem Klinikaufenthalt - von meiner Firma entlassen wurde. Die Art und Weise, mit Arbeitsgericht und Vergleich, war zwar unschön, aber die Erleichterung endlich aufzuhören, überwog.
Wenn es mir also heute wieder mal schlechter geht, fehlt der Druck von außen und das hilft mir enorm. Auch "scheiße" ich auf die Reaktion meines Umfeldes außerhalb der Familie, diese fragenden und ungläubigen Gesichtsausdrucke. Wichtig ist, dass meine Frau damit klar kommt und seit ich ihr versprechen konnte, dass ich beim nächsten Mal sofort in die Klinik gehen werde, kann ich ihr auch erzählen wenn es mir nicht so gut geht.
Jetzt bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich Deine Fragen richtig beantworten konnte. Wichtig für mich war, zu begreifen, dass die Klinik hilft und dass, je eher ich mich dort auf das, was gemacht wird, einlasse, desto eher komme ich auch wieder raus.
Wie ist denn Deine Gemütsverfassung und hast du jemand, mit dem du reden kannst? Und, vor allem, traust Du dich dann auch?
Emotio

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Mär 02, 2012 8:01 pm
von maike
woher kommt diese sehnsucht eigentlich?
als kind versucht, jetzt froh das es nicht geklappt, aber die sehnsucht bleibt! wieso?
ist es die suche nach ruhe?

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Mär 02, 2012 8:07 pm
von maike
es ist wie fernweh, aber wieso bleibt es im hinterstübchen, so wie ein wunsch?ein traum?

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Mär 02, 2012 8:16 pm
von maike
also ich möchte hier niemanden verschrecken und ich habe auch nichts dergleichen vor, aber ich weiß nicht wo diese sehnsucht her kommt? und möchte es nur verstehen, wie es zusammenhängen kann :roll:

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Mär 02, 2012 8:44 pm
von Auf dem Weg
Hallo Maike,
ich kanln natürlich nur für mich antworten. Und da lautet die antwort klar - ja, es ist die sehnsucht nach Ruhe. Nach nicht mehr kämpfen müssen. Ausruhen dürfen. Keine angst mehr haben müssen.
Es geht in Wirklichkeit nicht ums sterben wollen. Sondern um Erschöpfung, um ein "des Kampfes müde sein".