tabuthema suizid

Hier können Betroffene über ihre Erlebnisse diskutieren.
Katarina9

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Katarina9 »

das freud mich total das es sich für dich ...
gut entwikelt ....
auch hoffe das du diesen thread so schnell..
oder besser überhaubt nich mehr brauchst...
Auf dem Weg

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Auf dem Weg »

Manchmal hilft ja auch schon das Wissen, dass es so einen Thread gibt - ohne ihn nutzen zu wollen oder müssen.
*wirrli

Re: tabuthema suizid

Beitrag von *wirrli »

Auf dem Weg hat geschrieben:Manchmal hilft ja auch schon das Wissen, dass es so einen Thread gibt - ohne ihn nutzen zu wollen oder müssen.
:!:
Paradoxia

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Paradoxia »

Nun gut, ich möchte auch gerne etwas zu deinen problemen sagen.
Du schriebst:
"@ endlos: ja, das ist auch bei mir so...nur meine freunde und familie hält mich davon ab. aber dann denk ich mir wieder...vielleicht wär es gar nicht so schlimm....der schmerz wäre vielleicht gar nicht so groß und geht vielleicht auch bald vorbei...."
Als hinterbliebene "verwaiste" ältere schwester kann ich dir 100% versichern das der schmerz und der verlust eines geliebten menschen durch suizid niemals vergeht, niemals verheilt, unsagbare traurigkeit und einen "kleinen eigenen tod" hinterlässt.

Auch ich kämpfe mal mehr und mal weniger mit diesen gedanken. Meine letzte "Phase" war besonders schlimm, aber, ich hatte immer im hinterkopf, dass, wenn es akut wird ich sofort in die klinik muss. Ich sehe suizidale gedanken als eine art von krankheit, und, was machen wir wenn wir "totkrank" sind, wir rufen die RETTUNG. :roll:

Das habe ich gelernt, von einer sehr jungen frau in der psychiatrischen tagesklinik...
sich selber das leben zu retten.

Auf diese art habe ich es selber vorher nie nie nie gesehen.

An seine Lieben, wer immer das auch ist, zu denken .....
das glaube ich, schützt uns leider nicht.

Ich muss gestehen, an sie habe ich nie gedacht.
Dafür ist "unser" seelenschmerz viel zu gross...

Alles Liebe
Paradoxia
Auf dem Weg

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Auf dem Weg »

Und das ist eine wirklich wertvolle Erkenntnis paradoxia!
gästefrau

Re: tabuthema suizid

Beitrag von gästefrau »

hallo paradoxia,

schön, dass du das geschrieben hast. danke dafür, denn das gibt mir einen erneuten denkanstoß.....
Paradoxia hat geschrieben:An seine Lieben, wer immer das auch ist, zu denken .....
das glaube ich, schützt uns leider nicht.
ich denke, mich schützt das schon ein stück weit.....
Paradoxia hat geschrieben:sich selber das leben zu retten.
das finde ich sehr bewundernswert, wenn man das kann.......ich hatte in den vergangenen monaten ständig mit suizidgedanken gekämpft. ich bin damit aufgewacht und ich bin damit schlafen gegangen.....ich habe dagegen gekämpft....hatte kritische momente, aber ich habs geschafft. ich hab kurz mal überlegt, in eine klinik zu fahren und mir den kampf etwas zu erleichtern, aber ich konnte das nicht, denn dann hätten angehörige wohl mit sicherheit mitbekommen, was los ist.....ich schäme mich dafür. also hab ich mehr oder weniger still und heimlich weitergekämpft......meiner thera hab ich nur in etwa geschildert, wie es mir geht, im forum konnte ich auch etwas schreiben, so mancher hat mir hier geholfen....im endeffekt glaub ich war es ein zusammenspiel zwischen psychiater, therapie, dem forum und ganz wenigen zwischenmenschlichen kontakten die mich am leben gehalten haben.

aber mir selbst das leben retten klingt mir zu.....keine ahnung.....ich bin nicht wertvoll, weißt du?! deswegen muss ich mir auch nicht das leben retten. aber ich will nicht das leben anderer zerstören.
das ist meine sicht der dinge.....oder so in etwa zumindest.......

jetzt, wo es mir gut geht, kann ich das leben natürlich wieder anders sehen, es mehr genießen, und sehe die schönheit der dinge. aber ich bleibe für mich die selbe wert-lose hülle....

vielleicht kann ich das irgendwann ändern.....
gästefrau

Re: tabuthema suizid

Beitrag von gästefrau »

ich hab mit einer freundin über die vergangenen monate geredet......hab ihr erzählt, wie beschissen es sich anfühlte, von dem ständigen druck si ein ende zu setzen, von immer präsenten suizidgedanken, die man irgendwann nur noch sehr schwer oder schließlich gar nicht mehr kontrollieren kann.......dank der von mir gezogenen notbremse und der einnahme des ad's geht es mir jetzt wirklich gut.
aber natürlich hab ich angst was kommt, wenn das ad abgesetzt wird. egal, das ist jetzt nicht das, worauf ich hinaus will.....
ein paar tage nach dem gespräch haben wir nochmal drüber geredet. sie sagt, sie hätte drüber nahcgedacht. es hat ihr geholfen, weil sie sich jetzt besser vorstellen kann wie man fühlt, wenn man depressiv ist. sie hat nicht gewusst, dass diese suizidgedanken so ständig präsent seien und man alle kraft darin investiert, es nicht zu tun.......sie war früher der meinung es sei egoistisch, sich das leben zu nehmen. jetzt aber kann sie das anders sehen. und das freut mich irgendwie. ich denke nicht, dass es egoistisch ist, sondern ich finde, dass es eine ausnahmesituation ist, in der man sich da befindet, die einem alle kraft raubt und aus der man nur schwer raus findet......
ich würde mir wünschen, dass die gesellschaft das auch mit etwas mehr toleranz sehen könnte....
Auf dem Weg

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Auf dem Weg »

Eine Situation, in der jedes klare Denken ausgeschaltet ist. IN der man u.U. reduziert ist auf den eigenen unaushaltbaren Schmerz. Nichts sonst - ja

Und zeitgleich gästefrau: ebensoschwer für die Hinterbliebenen

Ich mag da nicht Richter sein.
gästefrau

Re: tabuthema suizid

Beitrag von gästefrau »

ich mag auch nicht richter sein, ob richtig oder falsch....ich glaub das gibt es hier nicht.....

mir geht es eher um verständnis und toleranz. stigmatisierung. da bin ich dagegen. es geht darum, dass es menschen gibt, die leiden. die keinen ausweg sehen. es ist schlimm. sehr sogar. vor allem für nahe angehörige. das seh ich ja auch bei meiner freundin. sie ist am boden zerstört, aber sie hat gesehen, wie sehr ihr freund gelitten hat, sie konnte ihn nicht davon abhalten. keiner konnte ihn abhalten. es ist nunmal so, dass die kraft nur begrenzt ausreicht.......
das ist schlimm. und deswegen wichtig, dass man sich hilfe holt.
es ist viel zu sehr tabu-thema. finde ich. ein thema, von dem keiner was hören will, wo sich jeder umdreht, sich die ohren zuhält. wo viele wegsehen und die augen davor verschließen.
und doch ist es sehr präsent.
in einer zeit wie dieser, in der sich alles nur um geschwindigkeit und fortschritt, um geld und materielle dinge dreht. die wichtigen dinge gehen nach und nach verloren. langsam. scheinbar unmerklich. das macht traurig.
keine zeit mehr, dem anderen in die augen zu blicken und zu fühlen wie es ihm geht....? und dann ist es zu spät......
was dann?

sorry, das ist etwas überspitzt, aber es sind eben so gedanken.....
Roseana

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Roseana »

Da hast du recht liebe Gästefrau. Es ist nach wie vor nicht erwünscht in der Gesellschaft über leiden, schmerz, tod zu reden. Es sei denn man ist mal selber betroffen.
Suizidgedanken sind normal wenn man schlimmes durchgemacht hat. Es kann sogar normal sein, das ganze Leben unter immerwiederkehrenden chronischen S-Gedanken belastet zu sein.
Meine Gedanken die chronische immerwiederkehrende Suizidgedanken waren sind erstmal schon länger weg. Aber ich betrachte dies mit Vorsicht. Es kann immer wieder im Leben unvorgesehenes passieren und dann könnten die Gedanken wiederkommen.
Ich kann es nachvollziehen, wenn die inneren Qualen so groß sind, daß die Gedanken automatisch kommen.
Aber unsere Pflicht ist es, diesen Kampf zu bestehen. Um unsere Seele auch die gewünschte Vollendung zu ermöglichen bis sie in Ruhe zubereitet ist. Oder wenigstens ein großes Stück davon.
Auf dem Weg

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Auf dem Weg »

Ja, der Tod per se und Suizid erst recht sind ein no go. Will niemand drüber sprechen. Wir sind in großen Teilen zu einer Spaßgesellschaft verkommen, die das fraglos vorhandene Leid auf der Welt schlicht ignoriert.
Doch zum Glück finden wir immer wieder Menschen die anders ticken. Die ein offenes Herz und ein offenes Ohr haben - das macht dann wieder Mut.
*wirrli

Re: tabuthema suizid

Beitrag von *wirrli »

Auf dem Weg hat geschrieben:Will niemand drüber sprechen. Wir sind in großen Teilen zu einer Spaßgesellschaft verkommen, die das fraglos vorhandene Leid auf der Welt schlicht ignoriert.
aber nicht nur aus Spaß
sondern eher aus Angst?
*wirrli

Re: tabuthema suizid

Beitrag von *wirrli »

schwere Kämpfe hier
und nicht wirklich allen klar, wofür eigentlich noch!
gästefrau

Re: tabuthema suizid

Beitrag von gästefrau »

da stimme ich dir zu, auf dem weg.

und roseana, ich freu mich für dich, dass du die quälenden gedanken los bist! und stimme dir auch in puncto gesellschaft zu.
aber zum anderen teil hätte ich ein paar fragen. :
Roseana hat geschrieben:Aber unsere Pflicht ist es, diesen Kampf zu bestehen. Um unsere Seele auch die gewünschte Vollendung zu ermöglichen bis sie in Ruhe zubereitet ist. Oder wenigstens ein großes Stück davon.
wer verpflichtet uns denn zum kampf? und wer verpflichtet uns zum sieg? kann man überhaupt zum sieg verpflichtet sein/verpflichten? wie geht das?

mit dem schluss sprichst du wohl auf den glauben bzw. religion an, oder wie?
also, ich muss dazu sagen, dass ich nicht gläubig bin.
ich möchte dich bitten, kannst du mir das erklären wie du das genau meinst?
gästefrau

Re: tabuthema suizid

Beitrag von gästefrau »

wirrli, kann ich dir irgendwie helfen????
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