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Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: So Feb 23, 2025 4:18 pm
von Eli
Liebe a rhiannon

Puuh noch 3h therapie in eurer körperlichen lage klingt heftig.
Aber war das eure entscheidung? Ja oder?
Könnt ihr zu not nochmal zu ihr? Oder hört sie auf?
Das verstehen wir. Würden auch nie mehr zu anderer therapeutin gehen.
Wünschen euch kraft den abschied auszuhalten...

Ja glaub gibt es in grossstädten. In norddeutschland gibt es eine initiative die auch online treffen macht...vielleicht findet ihr das. Sonst googel ich nochmal.

Ah dann ist das etwas wie bei uns. Die wut überdeckt die traurigkeit. Gut dass ihr da nun dran seid. Ist ja wichtig.
Wir finden wut auch sehr viel leichter als traurigkeit...

Wirklich gut dass es da sein darf und gehalten werden kann...
Da habt ihr echt viel geschafft. Und nein auch die folgen sind nicht eure schuld...wir hoffen dass es immer weniger kippt.
Vielleicht ist es wichtig die option zu haben zu kippen...

Ja es ist ein langer weg der vielleicht nie endet. Aber gangbarer wird. Auch durch andere gute beziehungen.

Mmh ja gegen wen...interessante frage.
Vielleicht ist es bei uns (!) besonders ein kampf zwischen anteilen. Zwischen zwei welten. Unterschiedlichen werte. Ein kampf dagegen all die gewalt als wshr anzuerkennen und zu akzeptieren dass man so ein leben hatte. Die akzeptanz dass menschen so sind. Dass niemand gemerkt hat was passiert.

Alles gute dir.
Eli

Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: So Mär 02, 2025 8:57 am
von A.Rhiannon
Liebe Eli,

vielen Dank für deine Antwort!

Die Online-Gruppe habe ich nicht gefunden. Vielleicht kannst du nochmal entsprechende Suchbegriffe schicken, mit denen es sich finden lässt. Dann hätte ich diese Option zumindest mal im Hinterkopf.

Ansonsten sind es nur noch so wenige Stunden, weil die Therapeutin aufhört. Es stand ja eh schon länger im Raum, dass die Therapie nicht lebensbegleitend gedacht ist und wir so nach und nach schauen wie wir es langsam und schrittweise auslaufen lassen können.
Aber wenn sie noch weiter gemacht hätte, hätte ich schon auch noch vielleicht die ein oder andere Sitzung mit sehr großen Abständen oder eben bei besonderen Vorfällen in Anspruch genommen bzw. hätte ich es noch langsamer auslaufen lassen.
Zumindest hätte das nochmal ein sichereres Gefühl gegeben. Ob es jetzt wirklich einen großen Unterschied machen würde weiß ich nicht.
Aber so ist es eben wie es ist.
Mmh ja gegen wen...interessante frage.
Vielleicht ist es bei uns (!) besonders ein kampf zwischen anteilen. Zwischen zwei welten. Unterschiedlichen werte. Ein kampf dagegen all die gewalt als wshr anzuerkennen und zu akzeptieren dass man so ein leben hatte. Die akzeptanz dass menschen so sind. Dass niemand gemerkt hat was passiert.
Ja... Ich glaube, das fasst es für uns auch ganz gut zusammen...
Ist sehr schwierig.

Und ja, es konnten und durften in den letzten Tagen nochmal sehr viele Tränen fließen und der Schmerz konnte und durfte gefühlt werden.
Zwischendurch kam kurz die Angst auf, dass es nie wieder weg geht, dass es unmöglich ist mit diesem Schmerz zu leben. Doch dann ist es von alleine wieder abgeebbt und wieder mehr in den Hintergrund gedrängt worden.
Irgendwie gruselig und interessant und beruhigend zugleich, dass das anscheinend so funktioniert...

Ja, aber insgesamt finde ich es auch wirklich gut, dass diese Gefühle nach und nach zugelassen und gehalten werden können.
Denn sie sind ja eh da und manifestieren sich im Körper.
Ich habe diese Traurigkeit und die Wut die letzten Jahre unterdrückt, weil ich so Angst davor hatte. Angst es nicht halten zu können. Ich hätte es glaube ich auch nicht halten können. Gleichzeitig hat es die Gefühle ja nicht weg oder weniger gemacht. Es hat sich so sehr angestaut. Auch im Körper und in den Lebensbereichen. Weiß nicht wie ich es beschreiben soll.
Jedenfalls fühlen sich diese Gefühle immer noch unglaublich schlimm an. Aber es ist auch irgendwie erleichternd endlich darüber auch weinen zu können und es fühlen und zulassen zu können. Endlich darf der Schmerz gezeigt werden und damit zumindest ein Stück weit auch den Körper verlassen.
Irgendwie so.

A.Rhiannon

Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: So Mär 02, 2025 9:23 am
von Eli
Liebe a rhiannon

Ich schicke dir wegen der gruppe eine pn. Hoffe ich finde das.

Dass du es raus weinen kannst ist wirklich gut. Ja das isr wichtig und dran glaube ich. Wenn es alles im körper bleibt das ist nicht gut.

Mmh bzgl der therapie klingst du sehr vernünftig. Meine thera sagt immer bei solchen biigrafien sollte es begleitend sein im leben in dem sinne immer mal wiedee stunden machen zu können wenn es nötig ist. Und sie weiss ja ganz viel von euch von daher finde ich es schlimm und traurig für euch. Sie jetzt als guten menschen zu verlieren. Aber ja nicht zu ändern. Trotzdem kann man auch darüber sehr wütend und traurig sein finde ich.
Und ja anders wäre auf jeden fall viel besser gewesen.
Ich hoffe ihr habt das gefühl einiges mit emdr oder sonst wie verarbeitet zu haben..

Ja es ist gut sie halten zu können auch wenn sie unfassbar schlimm sind. Ich spüre gerade überhaupt nichts mehr und wünsche mir genau diese gefühle...schwierig.

Ich lese dich hier weiter und schick gleich die pn
Eli

Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: So Mär 02, 2025 9:09 pm
von A.Rhiannon
Liebe Eli,

vielen Dank für deine Antwort!

Das mit der Therapie das wechselt im Innen.
Auf der einen Seite sehe ich das sehr vernünftig. Dann habe ich darauf in dem Moment aber auch keinen Zugriff auf meine Emotionen diesbezüglich...

Dann versuche ich mir schon auch zu sagen, dass es schon so gehen wird. Das fühle ich dann kurz auch so. Ich habe auch sehr vieles schon be- und verarbeiten können.
Dennoch wäre eben eine Unterstützung so ab und zu irgendwie beruhigend...

Gleichzeitig sind da schon auch etwas Sorgen wie es langfristig wird. Bei stark belastenden Situationen.

Ja und dann sind da ab und zu die Emotionen der Kleinen. Bezogen auf den Menschen. Da ist Traurigkeit, ganz viel. Der Wunsch doch weiterhin so eine liebe zugewandte und sichere Unterstützung zu haben. Wenn man das doch schon nie in Form von sicheren zugewandten Eltern oder so in der Art hatte.

Naja, und das darf eben auch alles irgendwie da sein. Ist nur nicht so leicht.
Ist auch nicht ständig zu fühlen, sondern nur eben ab und zu.

Ich versuche dem auch hin und wieder einem Raum zu geben und mich darauf vorzubereiten. Insgesamt geht es auch denke ich... Aber traurig und schwierig ist es dennoch. Das darf es sein.

A.Rhiannon

Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: So Mär 16, 2025 9:05 am
von A.Rhiannon
Ich habe in der Therapie diese Woche mal angesprochen, dass es mir so schwer fällt mir wirklich Ruhe zu gönnen. Also, ja, mir gelingt es inzwischen nahezu täglich eine kurze Pause bis zu 30 Minuten einzubauen, in der ich mich quasi zwinge nichts zu tun, sondern auszuruhen.

Aber darüber hinaus fällt es mir so schwer.
Selbst wenn ich dann zu z.B. lese oder fern sehe dann rattert mein Gehirn weiter und beschäftigt sich mit den To-Dos oder mein Körper ist extrem unruhig oder verspannt.

Wir haben herausgearbeitet, dass ich mich nicht sicher fühle, wenn ich mich ausruhe.
Also eigentlich wusste ich das auch schon, zumindest war mir einer meiner Glaubenssätze bewusst: Ruhe ist Lebensgefahr. Klar fühle ich mich dann nicht sicher.

Ich weiß ja auch wo das herkommt. Ich weiß nur nicht wie ich das lösen kann...
Die Therapeutin meinte, dass ich mal versuchen solle, mir vor Ruhephasen bewusst zu machen, dass ich im Heute sicher bin. Ich habe dann noch vorgeschlagen noch ein Körperteil wahrzunehmen, welches sich gerade sicher anfühlt.

Ich versuche das jetzt seitdem ab und zu. Dadurch wird mir aber noch mehr bewusst wie unsicher ich mich eigentlich fühle. Komplett angespannt, ruhelos. Keine Ahnung. Leicht ist es jedenfalls nicht. Vielleicht braucht es auch mehr Übung. Keine Ahnung.

Rational weiß ich (theoretisch), dass mir nichts passiert, dass ich zumindest nicht get***t werde. Aber im Gefühl ist das noch nicht angekommen.


Hat jemand noch Erfahrung damit oder Ideen wie ich das Gefühl von Sicherheit in Ruhephasen heute besser im Körper spüren könnte?
Also nicht nur rational, sondern wirklich fühlen.


A.Rhiannon

Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: So Mär 16, 2025 10:39 am
von elefantenkind
Liebe A.Rhiannon, ich kämpfe ja mit einer sehr ähnlichen Situation, ich bin gefühlt permanent getrieben und Ruhe ist gefährlich.
Was besser funktioniert, ist aktive Erholung, auch wenn das kontraproduktiv klingt. Ich mache zum Beispiel Yoga und achte dabei darauf, die Bewegungen mit passenden Atemzügen zu begleiten und das führt dazu, dass mein Kopf abgeschaltet wird, weil ich mich so sehr auf das Atmen konzentrieren muss. Wenn ich dann hinterher für drei Minuten still liege, kann ich spüren, dass ich besser im Körper angekommen bin und mich besser fühle.
Was ich auch mache, ist, dass ich immer wieder im Alltag Inhalte und für eine kurze Zeit (wahrscheinlich eher nur 1 Minute) meinen Atem beobachte und begleite. Ich mache ganz gerne Sivananda Breath, da achtet man darauf, genau so lange einzuatmen/den Atem zu halten/ausatmen, wie es sich gut anfühlt. Dadurch schaltet auch mein Kopf ab, weil ich auf den Atem konzentriert bin.
Eine halbe Stunde einfach liegen klingt für mich unvorstellbar. Aber ich lese auch, und da hilft es mir gerade, ein Buch (ein ganz süßes Kinderbuch) in einer Fremdsprache zu lesen, das beschäftigt sich meinen Geist anders als lesen auf deutsch.
Aktive Erholung ist für mich auch, Achtsamkeitsübumgen zu machen, zum Beispiel gehe ich nach dem Aufstehen manchmal barfuß durch den Garten (vor allem wenn es kalt ist) und achte auf meine Füße und die Natur. Oder ich lasse in kleinen Pausen sehr beißt den Blick schweifen, rundherum, oben, unten etc. Aber solche Übungen dauern wie gesagt nicht lange, sind für mich aber hilfreicher als mich zwingen, mich hinzusetzen.
Ich brauch oft mehrere Reize, was dann dazu führen kann, dass ich auf dem Sofa fernsehe und dann noch am Handy daddel und am besten noch snacke. Total blöd. Das unterbreche ich mit Handarbeiten, dazu parallel dann Hörbuch oder tv. Dabei kann ich mich auch besser entspannen.
Also Fazit: ich versuche mich mit meinem Körper oder meinem Atem zu verbinden, das ist hilfreicher als erzwungene Pausen für mich.

Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: So Mär 16, 2025 10:40 am
von elefantenkind
Ach so, jetzt hab ich auf das mit der Sicherheit noch nicht geantwortet. Ich hab viele Jahre imaginiert, dass mein zu Hause ein sicherer Ort ist. Eigentlich jeden Abend vor dem schlafengehen. Jetzt ist mein Schwerpunkt eher, mich mit meinem Körper verbunden zu fühlen. Warum auch immer, das gibt mir Sicherheit. Hoffe ich.

Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: So Mär 16, 2025 12:25 pm
von A.Rhiannon
Liebe Elefantenmädchen,

ganz lieben Dank für deine ausführliche Antwort. Da sind ganz viele wertvolle Ansätze und Ideen dabei.
Genau, für mich kommt es momentan auch darauf an, die Sicherheit auch im Körper zu spüren.
Die Atmung ist für mich dabei schon lange schwierig und ich versuche daher zwischendurch immer mal wieder darauf zu achten. Fällt aber sehr schwer. Tut irgendwie gut hier dann auch nochmal daran erinnert zu werden und zu lesen, dass es einfach wichtig ist.

Es ist irgendwie erschreckend wie das Trauma einfach auch im Körper sitzt und immer wieder noch so stark zu fühlen ist.


Ich habe mir heute mal die Zeit genommen und Wut-Übungen gemacht, weil ich in den letzten Tagen immer wieder eine latente Wut gefühlt habe, ohne zu wissen wo diese genau herkommt.
Ich habe Kissen geworfen, in die Luft getreten und die Wand "weggeschoben".



Trigger




Dann kam relativ schnell ganz viel Traurigkeit und der Satz: "Du hast mich allein gelassen."
War von einer ganz Kleinen mit ganz viel Verzweiflung und Angst an die Mutter gerichtet.

Wir haben in der Therapie letztes Mal zum ersten Mal auch über den Abschied und den Verlust nach so einer langen Zeit gesprochen. Zusätzlich dazu triggern da derzeit auch mehrere andere Dinge aus der Gegenwart diese Gefühle von früher an.

Irgendwie war das erschreckend das mit dieser Wucht und Verzweiflung zu fühlen.
Gleichzeitig irgendwie gut, dass ich nach all der Zeit diese Gefühle, diese Wut, diese Verantwortung von damals meiner Mutter zurück geben kann.



Trigger Ende

Nur mal schauen wie das jetzt in der Gegenwart wird. Möchte natürlich nicht die ganze Zeit mit diesen heftigen Gefühlen in Kontakt sein.
Vielleicht hilft es zumindest es jetzt einordnen zu können und vielleicht immer wieder bewusst machen und zeigen, dass es heute anders ist. Dass wir heute erwachsen sind und für uns sorgen können und in bestimmten Bereichen üben immer besser auch für uns und unsere Bedürfnisse und Grenzen einzustehen. Vielleicht auch, dass allein sein heute anders ist als früher, eine ganz andere Bedeutung hat und nicht mehr mit diesem Schmerz und der Lebensgefahr gleichzusetzen ist. Dass wir ja auch gar nicht die ganze Zeit und in allen Bereichen allein sind. Da sind ja Menschen, die auch Halt geben. Nicht so, wie wir es früher gebraucht hätten. Aber eben so wie es als Erwachsene in verschiedenen Bereichen ganz gut ist.

Ja, weiß nicht. Das wird vielleicht auch noch zusätzlich irgendwie begleiten.

Vielleicht ist es dahingehend das Wichtigste irgendwie zu wissen, dass es heute ok ist und da sein darf und diese Gefühle heute irgendwie selbst gehalten werden können. Nicht alle auf einmal und vielleicht nicht direkt in jeder Situation. Aber so insgesamt und Stückchen weise.

A.Rhiannon

Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: Mo Jun 23, 2025 12:40 pm
von elefantenkind
Liebe A.Rhiannon, wie geht es dir denn inzwischen? Ich würde gerne von dir hören.
Liebe Grüße, Elefantenmädchen

Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: So Jun 29, 2025 10:15 am
von A.Rhiannon
Liebe Elefantenmädchen,

danke dir für die liebe Nachfrage.

Es geht mir durchwachsen. Sowohl körperlich als auch psychisch.

Ich hatte vor kurzem nochmal ziemlich heftige Beschwerden und hätte zur weiteren Abklärung eigentlich wieder ins Krankenhaus gemusst. Irgendwie habe ich das mit der Selbstfürsorge an dem Punkt verpasst. Ich habe aber die Warnung des Arztes im Nachhinein verstanden und nehme es mir für ein nächstes Mal vor. Gleichzeitig hoffe ich natürlich, dass es ohne geht...

Ansonsten bin ich inzwischen ohne therapeutische Begleitung. Das hat nochmal viele Gefühle des Verlassenwerdens und Verlusts und der Einsamkeit von früher ausgelöst. Dabei finde ich es gleichzeitig auch gut, dass diese Gefühle heute raus dürfen. Schritt für Schritt. Alles auf einmal wäre zu überfordernd. Gleichzeitig kostet es so viel Kraft und Energie. Aber wahrscheinlich darf es das auch.

Dann bin ich kürzlich erst durch eine Kontaktaufnahme eines Familienmitglieds komplett aus der Bahn geworfen worden. Ich habe mich jetzt entschieden diese Kontaktaufnahme zu ignorieren, da ich da nicht noch mehr Energie und Schmerz investieren möchte. Die Nachricht ist zwar neutral und nicht unfreundlich formuliert, aber letztendlich geht es wieder trotz vergangener Erklärungen und versuchter Grenzsetzung meinerseits über meine Grenzen. Ich fühle mich dort wenig respektiert und in meinen Gefühlen und Bedürfnissen ernst genommen.
So kommt gleichzeitig zu dem empfundenen Vermissensschmerz und der Sehnsucht auch die Wut. Das ist neu, hilft mir aber beim Abgrenzen. Ich glaube, dass das wichtig ist, um mich endlich dahingehend auch selbst ernst zu nehmen und selbst zu schützen anstatt auch selbst immer wieder für andere über meine Grenzen zu gehen.

Das alles ist unendlich anstrengend und ich fühle mich so unendlich müde. Gleichzeitig bin ich auch stolz auf mich, dass ich es soweit schaffe.
An mehr Selbstfürsorge möchte ich dennoch weiterhin arbeiten und diese für mich üben und hoffentlich immer mehr verinnerlichen mit der Zeit.

Alles Liebe,
A.Rhiannon

Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: So Jun 29, 2025 11:21 am
von Eli
Liebe a rhiannon

Oh das klingt traurig... stelle ich mir für euch und besonders kleine unfassbar schwer vor diesen verlust der thera..traurig.
Ist sie in rente? Ja oder?

Ich hoffe ihr konntet den abschied gut gestalten umd es gab vielleicht was schönes zur erinnerung für euch.
Ja ihr habt es lang vorbereitet und doch stelle ich es mir so schlimm vor weil sie so viel von euch wusste und jetzt einfach weg ist.

Und das klingt so hart mit krankenhaus und kontakt.
Wünsch euch so sehr menschen die euch halten trösten und ein bisschen um euch wissen.
Ihr wirkt immer so stark und vernündftig auf uns. Bescheiden. Manchmal sogar abgeklärt...und dahinter denke ich liegt schon viel einsamkeit.

Deshalb reich ich euch eine hand. Ich sehe euch und eure geschichte und den verlust der thera. Ihr könnt immer gern eine pn schreiben und einfacg nur sagen alles sch oder alles traurig.

Hoffe ihr habt einen ruhigen nicht allzu warmen sonntag.
Eli

Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: So Jun 29, 2025 8:06 pm
von elefantenkind
Liebe A.Rhiannon, das tut mir leid, dass du immer noch in Gefahr bist, ins Krankenhaus zu müssen. Ich hoffe sehr, dass du das nächste Mal gehen kannst und dich und deine Symptome ernst nimmst. Hört sich ja so an, als durftest du deine Krankheit nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Das tut mir auch leid, dass du gerade ohne th. Begleitung zurechtkommen musst. Ich hoffe, du kannst die Einsamkeit „versorgen“? Wenn es denn geht.

Wut ist gut, aus meiner Perspektive einer selten wütend werdenden Person. Gerade für Grenzen. Da ist es genau die Energie, die helfen kann.

Ich hoffe, du kommst aus der Müdigkeit und der Anstrengung auch wieder raus, wenigstens ab und zu. Für mich ist es gerade ähnlich, ich gebe meinen Gefühlen und Bedürfnissen so viel Raum, dass ich oft sehr erschöpft bin und müde - und dann leider doch nicht schlafen kann…

Freu mich sehr, dass du auch stolz sein kannst auf deinen bisherigen Weg und was du jetzt schaffst.

Wie übst du Selbstfürsorge? Ich lese aktuell (mal wieder, aber jetzt richtig) das Buch von Christin Neff und mache sich viele Übungen davon. Schreibe mal in meinen Faden mehr dazu.

Liebe Grüße

Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: So Aug 17, 2025 8:45 pm
von A.Rhiannon
Liebe Eli, liebe Elefantenmädchen,

Danke für eure lieben Antworten und Rückmeldungen und die lieben Wünsche!

Eli, ja die Therapeutin ist in Rente gegangen. Sie hat mir ein Abschiedsgeschenk gegeben als Anker. Das war sehr schön und ist so wichtig. Es wird sehr geschätzt.

Elefantenmädchen, ich höre ein Hörbuch "Du musst nicht allen gefallen". Ansonsten versuche ich mir regelmäßig Zeit zum Fühlen zu nehmen und ich versuche nach Innen zu hören oder zu fühlen. Ich nehme mir ab und zu Zeit für Imaginationen und dafür dem Körper Signale der Sicherheit zu geben. So versuche ich mehr oder weniger Selbstfürsorge zu schaffen.

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Es war in den letzten Wochen immer wieder sehr sehr große Traurigkeit im Innen da, bei den Kleinen.

Heute kam der Satz bzw. die Botschaft: Aber ich habe mich doch sooo sehr angestrengt, aber es war nie gut genug, um so lieb gehabt zu werden, um beschützt zu werden.

So schlimm die Gefühle dazu.
Das bezieht sich auf die Mutter. Von damals ganz früh bis heute sehr passend. Sehr traurig. Sooo unendlich viele Tränen, dass es den Körper immer wieder durchschüttelt. Dann wieder abgespalten, weil es zu viel ist und nicht alles auf einmal gefühlt werden kann.

Habe versucht Folgendes nach Innen zu geben: Ihr wart nie Schuld daran. Es tut mir so leid, dass ihr das erfahren musstet. Die Gefühle waren damals sehr berechtigt und dürfen heute gezeigt und gefühlt werden. Sie werden heute gesehen und aufgefangen. Ihr seid heute damit nicht mehr alleine. Wir können das heute als Erwachsene tragen. Auch im Außen gibt es ab und zu Unterstützung, auch wenn diese heute nicht so ist wie wir sie damals als Kind gebraucht hätten. So dürfen wir es trotzdem zeigen und darüber sprechen. Gleichzeitig können wir uns viel selbst geben, was wir damals gebraucht hätten. Das können wir heute.


Gleichzeitig ist da das kindliche Vermissen der Therapeutin. Auf erwachsener Ebene weiß ich ja, dass sie in Rente ist und so. Ich versuche es zu erklären. Aber auf kindlicher Ebene ist eben auch hier der Gedanke, dass Gefühl: Wieso werden wir immer wieder alleine gelassen, wir haben uns doch so sehr angestrengt...
Ja, es geht um das Vermissen des Menschen und des sicheren Raumes.

So ist es gerade. Ein Spagat aus Gefühlen zulassen und Funktionieren. Immerhin bin ich aber wirklich froh, dass ich es ab und zu fühlen kann. Wirklich. Ich kann es, denke ich, stückchenweise halten. Auch wenn es so sehr traurig ist.

A.Rhiannon

Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: Mo Aug 18, 2025 7:23 am
von Eli
Liebe a rhiannon,

Du und ihr seid so tapfer... das klingt so traurig aber auch so als wärst du mittlerweile auch gut oder besser darin es irgendwie zumindest kurz zu halten...und Trost zu geben.
Ich kenne den Satz mit dem anstrengen so so gut. Das tut mir echt leid.
Nein es war nicht eure schuld. Auf keinen Fall. Ihr konntet da nichts für.
Wenn Menschen lieblos sind kann sich jeder so anstrengen wie er oder sie will. Das ändert dann nichts. Und für wirkliche Liebe muss man sich ja auch gar nicht anstrengen..

Schön mit dem Geschenk. Das klingt ganz tröstlich. Auch wenn es trotzdem total hart ist. Aber ich bin sicher sie denkt an euch und ihr seid auf einer emotionalen Ebene noch verbunden. Verstehe das vermissen so gut. Als wir unsere gute ex thera verloren haben waren die Gefühle auch massiv. Wurde irgendwann besser...

Ich denk an dich und lese mit. Und sende dir ein bisschen Wärme und Ruhe.
Eli

Re: Gedankenraum - zu mir selbst finden

Verfasst: Di Aug 19, 2025 7:00 pm
von elefantenkind
Wie schön von dir zu lesen.
Danke für die Beschreibung mit der Selbstfürsorge. Ich mache manches tatsächlich ähnlich. Ich meditiere jeden Tag (nur kurz, so 10min eine angeleitete Meditation zu einem Thema) und zu der Meditation gehört immer, dass Gefühle und Gedanken DA sein dürfen und bemerkt werden.

Ich kenne das „ich hab mich aber doch so angestrengt…“ auch sehr sehr gut. Weniger mit Trauer, mehr mit Erschöpfung. Gut, dass du die Trauer spüren kannst.

Du suchst nach einer Balance und ich finde das wirklich gut - es heißt viel, dass du als erwachsene Gefühle und Erinnerungen halten kannst. Meine körperthera sagt immer: den Zeh hineinhalten. Nicht hineinspringen.