Re: Stabilisierungstechniken
Verfasst: Do Jul 11, 2013 4:49 pm
Ja, ich weiß. Deshalb habe ich das extra nochmal geschrieben. Und ich habe es auch selbst gerade wieder erlebt... auf der Rückfahrt von einem Seminar in meinen Heimatort hat sich ein Mensch vor den Zug geworfen, in dem ich saß. Mich hat das ziemlich mitgenommen, gerade weil ich weiß, wie verzweifelt man sein muss, um das für die einzige Lösung aller Probleme zu halten. Es ist keine Lösung... leider nein. Das wäre so, als ob ein Spatz am Flügel verwundet ist, und man nimmt eine Kanone und schießt auf den Spatzen, dann ist die Wunde zwar weg, der Spatz aber auch. Das kann nicht der Sinn der Sache sein.
Die Notfallseelsorge war vor Ort, ein Mensch in violett, der auch so aussah, als ob er das kann. Ich war zu dem Zeitpunkt noch viel zu schockiert, um irgendetwas zu denken. Ich fahre oft Bahn, und solche Nachrichten rufen bei mir zwar oft ein kurzes Bedauern hervor, aber das geht dann auch wieder weg. Diesmal war es aber eben unser Zug, dessen Fahrer nicht mehr weiter fahren konnte. Wir wurden alle mitten auf dem Gleis mittels einer kleinen Leiter evakuiert und mit zwei Bussen in die Stadt mit dem nächsten Bahnhof gefahren. Und erst als sich der Bus in Bewegung setzte, konnte ich denken: Gut, es ist vorbei, du hast es überstanden. Dann konnte ich ein wenig weinen.
Den Tag darauf habe ich deutlich gemerkt, wie mich das noch belastet hat, und ich habe ein Gespräch mit dem Pfarrer meiner Gemeinde gesucht. Hierzu vorab: Ich bin gläubig, und ich denke, dass ich in dieser Kirchengemeinde gut aufgehoben bin. Ich habe schon mehrfach dort gesungen, an normalen Gottesdiensten oder an Weihnachten, und es gibt mir nicht nur eine gute Aufgabe für die musikalische Praxis, sondern ich habe auch das Gefühl, eine Aufgabe zu erfüllen, die mir angemessen ist, nämlich die Herzen der Menschen mit meinem Gesang zu öffnen, damit die Worte der Predigt den Weg zu ihnen finden und ihnen helfen können, sich zu sammeln. Der Gemeindepfarrer ist ein recht junger, eher lockerer Mensch, hat in seiner Jugend Schlagzeug gespielt und redet frei darüber im Gottesdienst, wie er mal versucht hat, deutschen Reggae mit seiner Band zu spielen, unter dem Stichwort: Das probieren wir jetzt mal aus. Er hat eine sehr sanfte Art, mit den Menschen umzugehen, auch seine Sprechstimme ist sanft und weich modulierend, dass diese Sanftheit und Milde aus ihm heraus strahlt und offen wirkt. Er steht außerdem vollkommen hinter dem, was er sagt. Das ist in jeder seiner Predigten deutlich. Es gibt andere Menschen, und es gibt andere Kirchen, die nicht so sind. Ich weiß, warum ich Kontakt zu ihm aufgenommen habe: Weil er zu mir passt und ich mich dort wohl fühle. Und nur dann kann das Folgende funktionieren:
Loslassen mit der Seelsorge vor Ort (Anfänger-Profis)
Seit einiger Zeit besteht zwischen dem Pfarrer und mir ein Mailkontakt, der von mir ausging. Er hatte in seinem Vorwort zum Gemeindebrief etwas davon geschrieben, dass man aus den Trümmern etwas Neues aufbauen kann, mit dem Grußwort: "Wir sehen uns zwischen den Trümmern". Das hat mich angesprochen, und ich habe ihm geschrieben. Er hat auf jede meiner Mails geantwortet - was nicht selbstverständlich ist - und immer wieder den Wunsch im Auge behalten, dass es mir, mit Gottes Gnade, gelingen möge, meine Probleme zu lösen. Auf diese Art hatten wir uns schon einmal vorab kennenlernen können - er hat mich als Sängerin wahrgenommen (das war auch schwer zu überhören
), und ich habe ihn in seiner Funktion als Pfarrer und in diesen Mails erlebt, ohne dass wir vorher viel miteinander geredet hätten.
An dem Tag war es bereits so, dass ich dort wie üblich meine zwei Stunden in der Kirche verbringen durfte, die mir zum Üben freigestellt waren. Er kam in zivil, ohne weitere Formalitäten, und nahm sich die Zeit, mit mir zu reden. Ich erzählte ihm, wie ich mich fühle - dass ich weniger esse, meine Projekte nicht angreife, die ich vor hatte, dass es mir schwer fällt, in meine übliche Routine zurück zu kommen oder auch nur positive Gesangsliteratur zu singen. Vor einer Woche war er an einer Schule, wo sich eine Schülerin ebenfalls das Leben genommen hatte, und hielt dort den Abschlussgottesdienst, normalerweise ein "Wir haben es geschafft"-Gottesdienst, diesmal nicht. Den Rest hatte aber eine Schulpsychologin übernommen.
Wieder kam ich auf das Essen, ich hatte nur eine Nektarine und ein Knäckebrot zum Frühstück - "Das reicht gerade zum Überleben", kommentierte er ernst - und fügte hinzu, dass es eine Art sei, Dinge nicht an sich heran zu lassen. "Dann lässt man aber mit den schlechten Dingen auch die guten Dinge außen vor", meinte er, mehr verstehend als beurteilend.
Er selbst ginge auf die Art damit um, dass er versuchte solche vergangenen Ereignisse Gott zu überlassen. Tatsächlich eine gute Lösung, dachte ich, denn ich kann jetzt nichts mehr daran ändern und muss mir keine Sorgen machen, wo diese verlorene Seele dann hin kommt, weil es nicht mehr zu meinem Einflussbereich gehört und auch nicht gehören muss, wenn ich bereits ein paar Gedanken in diese Richtung gesandt habe.
Ich erzählte ihm von der Meinung meiner Therapeutin, dass ich Dinge zu stark an mich heran lasse, und kam dann im Gespräch darauf, dass es mit der Zeit zusammenhängen muss, in der ich mich selber so schlecht gefühlt hatte. Ich sprach über den Impuls, der dazu gehört, und dass mein Mann in dieser Zeit Angst um mich bekommen hatte und mir eine Therapie ans Herz gelegt hatte. Der Pfarrer stimmte mir darin zu, dass es eine gute Idee wäre, meine Therapeutin anzurufen, und in ihre Therapie würde er sich auch nicht einmischen wollen. In diesem Gespräch hatte ich mehrmals das Bedürfnis, zu weinen, und merkte auch, dass er sich darauf eingestellt hatte, dass das kommen kann.
"Was kann ich denn jetzt noch tun?", fragte ich.
"Wir können beten", sagte er.
"Wär 'ne Idee", stimmte ich zu.
Und so falteten wir beide die Hände, um zu beten. Er betete für den Menschen, der dort sein Leben gelassen hatte, er betete aber auch für mich und nannte mich beim Namen. Er bat darum, dass Gott mich sieht, wie es mir geht, dass ich dieses Ereignis loslassen kann, bald wieder Boden unter die Füße bekomme und Wege finde, damit umzugehen.
Ich hielt die Augen geschlossen, und weinte. Ich wiederholte das "Amen" zum Schluss, das er wählte, um das Gebet zu beenden.
"Woher wusste ich, dass das kommt", sagte ich danach so zynisch wie möglich und zog meine dafür mitgenommenen Taschentücher aus dem Rucksack. Ich prüfte, ob der Kloß in meinem Hals sich immer noch so dick und fest anfühlte. "Besser", sagte ich und strich darüber. Konnte ich mich jetzt wieder anderen Dingen zuwenden, die mir gut tun würden? Ich konnte.
"Jetzt sollte ich zum See gehen und mir die Sonne auf den Pelz scheinen lassen", sagte ich und stand auf. Er folgte mir. "Sonne ist immer gut", bestätigte er. "Zwanzig Minuten täglich sollten auch im Winter sein." Ich blies die große Altarkerze aus, die neben den Tür steht, um Gedenkkerzen zu entzünden, damit der Küster nicht so viel Geld dafür verbrauchen musste. Meine vorher angezündeten Kerzen ließ ich brennen. Vor der Tür verabschiedeten wir uns mit einem Händedruck, und ich bedankte mich. Danach ging ich nicht einkaufen, ich tat nichts Nützliches und Sinnvolles, sondern ging direkt zum See und ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen, bevor ich mir einen großen Salat in der örtlichen Mensa bestellte.
Die Maschine lief wieder, das war der Impuls, den ich gebraucht hatte, um wieder für mich selbst sorgen zu können. Am Nachmittag konnte ich spüren, wie sich mein Energiesystem wieder aufbaute, und bestimmt hat er noch ein paar Mal an mich gedacht an dem Tag. Von da an konnte ich das alles wieder - meine ätherischen Öle Bergamotte und Ingwer und Zitrone nehmen, gesunde Portionen essen, statt zu hungern, mich sonnen, und so fort. Ich habe dann, weil ich es ihm versprochen hatte, tatsächlich noch meine Therapeutin angerufen, die aber in dieser Woche keine Zeit mehr für mich mehr hat, und konnte am nächsten Tag mit etwas anderer Literatur wieder in die Kirche gehen. Heute habe ich mir einen Überaum gemietet und dort endlich mal wieder weltliche Literatur gesungen, die ich in der Kirche nicht anpacken will.
___________
So etwa kann man sich ein Seelsorgegespräch live und in Farbe vorstellen. Es ist wichtig, dass ihr das nur macht, wenn ihr euch bei dem Menschen wohl fühlt. Ein Seelsorgegespräch ist außerdem kein Ersatz für eine Therapie - es sei denn, der Mensch hat eine dazugehörige Ausbildung durchlaufen und ist christliche/r Psychotherapeut/in, auch das gibt es an einigen Orten.
Evangelische Kirche Deutschland
http://www.ekd.de/
Liste der Ansprechpartner in der evangelischen Kirche Deutschland
http://www.ekd.de/missbrauch/ansprechpersonen.html
Dazu sei noch unbedingt hinzugefügt: Die Seelsorge ist kostenfrei. Wenn ihr draußen im Dorf wohnt, die dortige Kirche euch nicht zusagt und ihr auch in keiner anderen Gemeinde fündig werdet, bleibt die altbekannte
http://www.telefonseelsorge.de/
0800/111 0 111 · 0800/111 0 222
An alle Skeptiker möchte ich die Nachricht senden: Man kann Menschen nicht pauschalisieren. Diesen hier möchte ich als ein Gegenbeispiel hinstellen, der verantwortungsvoll handelt und seine Aufgabe ernst nimmt. Man liest immer mehr von denen, die das nicht geleistet haben, und formt so seine Weltsicht aus Abscheu und Verachtung. Von denen, die ihre Arbeit gut machen, liest man so gut wie nichts. Hier also der Beweis: es gibt sie, die guten christlich denkenden Menschen. Und es sind gar nicht mal so wenige, wie man meistens denkt. In diesem Sinne: Wer suchet, der findet...
Lo
Die Notfallseelsorge war vor Ort, ein Mensch in violett, der auch so aussah, als ob er das kann. Ich war zu dem Zeitpunkt noch viel zu schockiert, um irgendetwas zu denken. Ich fahre oft Bahn, und solche Nachrichten rufen bei mir zwar oft ein kurzes Bedauern hervor, aber das geht dann auch wieder weg. Diesmal war es aber eben unser Zug, dessen Fahrer nicht mehr weiter fahren konnte. Wir wurden alle mitten auf dem Gleis mittels einer kleinen Leiter evakuiert und mit zwei Bussen in die Stadt mit dem nächsten Bahnhof gefahren. Und erst als sich der Bus in Bewegung setzte, konnte ich denken: Gut, es ist vorbei, du hast es überstanden. Dann konnte ich ein wenig weinen.
Den Tag darauf habe ich deutlich gemerkt, wie mich das noch belastet hat, und ich habe ein Gespräch mit dem Pfarrer meiner Gemeinde gesucht. Hierzu vorab: Ich bin gläubig, und ich denke, dass ich in dieser Kirchengemeinde gut aufgehoben bin. Ich habe schon mehrfach dort gesungen, an normalen Gottesdiensten oder an Weihnachten, und es gibt mir nicht nur eine gute Aufgabe für die musikalische Praxis, sondern ich habe auch das Gefühl, eine Aufgabe zu erfüllen, die mir angemessen ist, nämlich die Herzen der Menschen mit meinem Gesang zu öffnen, damit die Worte der Predigt den Weg zu ihnen finden und ihnen helfen können, sich zu sammeln. Der Gemeindepfarrer ist ein recht junger, eher lockerer Mensch, hat in seiner Jugend Schlagzeug gespielt und redet frei darüber im Gottesdienst, wie er mal versucht hat, deutschen Reggae mit seiner Band zu spielen, unter dem Stichwort: Das probieren wir jetzt mal aus. Er hat eine sehr sanfte Art, mit den Menschen umzugehen, auch seine Sprechstimme ist sanft und weich modulierend, dass diese Sanftheit und Milde aus ihm heraus strahlt und offen wirkt. Er steht außerdem vollkommen hinter dem, was er sagt. Das ist in jeder seiner Predigten deutlich. Es gibt andere Menschen, und es gibt andere Kirchen, die nicht so sind. Ich weiß, warum ich Kontakt zu ihm aufgenommen habe: Weil er zu mir passt und ich mich dort wohl fühle. Und nur dann kann das Folgende funktionieren:
Loslassen mit der Seelsorge vor Ort (Anfänger-Profis)
Seit einiger Zeit besteht zwischen dem Pfarrer und mir ein Mailkontakt, der von mir ausging. Er hatte in seinem Vorwort zum Gemeindebrief etwas davon geschrieben, dass man aus den Trümmern etwas Neues aufbauen kann, mit dem Grußwort: "Wir sehen uns zwischen den Trümmern". Das hat mich angesprochen, und ich habe ihm geschrieben. Er hat auf jede meiner Mails geantwortet - was nicht selbstverständlich ist - und immer wieder den Wunsch im Auge behalten, dass es mir, mit Gottes Gnade, gelingen möge, meine Probleme zu lösen. Auf diese Art hatten wir uns schon einmal vorab kennenlernen können - er hat mich als Sängerin wahrgenommen (das war auch schwer zu überhören
An dem Tag war es bereits so, dass ich dort wie üblich meine zwei Stunden in der Kirche verbringen durfte, die mir zum Üben freigestellt waren. Er kam in zivil, ohne weitere Formalitäten, und nahm sich die Zeit, mit mir zu reden. Ich erzählte ihm, wie ich mich fühle - dass ich weniger esse, meine Projekte nicht angreife, die ich vor hatte, dass es mir schwer fällt, in meine übliche Routine zurück zu kommen oder auch nur positive Gesangsliteratur zu singen. Vor einer Woche war er an einer Schule, wo sich eine Schülerin ebenfalls das Leben genommen hatte, und hielt dort den Abschlussgottesdienst, normalerweise ein "Wir haben es geschafft"-Gottesdienst, diesmal nicht. Den Rest hatte aber eine Schulpsychologin übernommen.
Wieder kam ich auf das Essen, ich hatte nur eine Nektarine und ein Knäckebrot zum Frühstück - "Das reicht gerade zum Überleben", kommentierte er ernst - und fügte hinzu, dass es eine Art sei, Dinge nicht an sich heran zu lassen. "Dann lässt man aber mit den schlechten Dingen auch die guten Dinge außen vor", meinte er, mehr verstehend als beurteilend.
Er selbst ginge auf die Art damit um, dass er versuchte solche vergangenen Ereignisse Gott zu überlassen. Tatsächlich eine gute Lösung, dachte ich, denn ich kann jetzt nichts mehr daran ändern und muss mir keine Sorgen machen, wo diese verlorene Seele dann hin kommt, weil es nicht mehr zu meinem Einflussbereich gehört und auch nicht gehören muss, wenn ich bereits ein paar Gedanken in diese Richtung gesandt habe.
Ich erzählte ihm von der Meinung meiner Therapeutin, dass ich Dinge zu stark an mich heran lasse, und kam dann im Gespräch darauf, dass es mit der Zeit zusammenhängen muss, in der ich mich selber so schlecht gefühlt hatte. Ich sprach über den Impuls, der dazu gehört, und dass mein Mann in dieser Zeit Angst um mich bekommen hatte und mir eine Therapie ans Herz gelegt hatte. Der Pfarrer stimmte mir darin zu, dass es eine gute Idee wäre, meine Therapeutin anzurufen, und in ihre Therapie würde er sich auch nicht einmischen wollen. In diesem Gespräch hatte ich mehrmals das Bedürfnis, zu weinen, und merkte auch, dass er sich darauf eingestellt hatte, dass das kommen kann.
"Was kann ich denn jetzt noch tun?", fragte ich.
"Wir können beten", sagte er.
"Wär 'ne Idee", stimmte ich zu.
Und so falteten wir beide die Hände, um zu beten. Er betete für den Menschen, der dort sein Leben gelassen hatte, er betete aber auch für mich und nannte mich beim Namen. Er bat darum, dass Gott mich sieht, wie es mir geht, dass ich dieses Ereignis loslassen kann, bald wieder Boden unter die Füße bekomme und Wege finde, damit umzugehen.
Ich hielt die Augen geschlossen, und weinte. Ich wiederholte das "Amen" zum Schluss, das er wählte, um das Gebet zu beenden.
"Woher wusste ich, dass das kommt", sagte ich danach so zynisch wie möglich und zog meine dafür mitgenommenen Taschentücher aus dem Rucksack. Ich prüfte, ob der Kloß in meinem Hals sich immer noch so dick und fest anfühlte. "Besser", sagte ich und strich darüber. Konnte ich mich jetzt wieder anderen Dingen zuwenden, die mir gut tun würden? Ich konnte.
"Jetzt sollte ich zum See gehen und mir die Sonne auf den Pelz scheinen lassen", sagte ich und stand auf. Er folgte mir. "Sonne ist immer gut", bestätigte er. "Zwanzig Minuten täglich sollten auch im Winter sein." Ich blies die große Altarkerze aus, die neben den Tür steht, um Gedenkkerzen zu entzünden, damit der Küster nicht so viel Geld dafür verbrauchen musste. Meine vorher angezündeten Kerzen ließ ich brennen. Vor der Tür verabschiedeten wir uns mit einem Händedruck, und ich bedankte mich. Danach ging ich nicht einkaufen, ich tat nichts Nützliches und Sinnvolles, sondern ging direkt zum See und ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen, bevor ich mir einen großen Salat in der örtlichen Mensa bestellte.
Die Maschine lief wieder, das war der Impuls, den ich gebraucht hatte, um wieder für mich selbst sorgen zu können. Am Nachmittag konnte ich spüren, wie sich mein Energiesystem wieder aufbaute, und bestimmt hat er noch ein paar Mal an mich gedacht an dem Tag. Von da an konnte ich das alles wieder - meine ätherischen Öle Bergamotte und Ingwer und Zitrone nehmen, gesunde Portionen essen, statt zu hungern, mich sonnen, und so fort. Ich habe dann, weil ich es ihm versprochen hatte, tatsächlich noch meine Therapeutin angerufen, die aber in dieser Woche keine Zeit mehr für mich mehr hat, und konnte am nächsten Tag mit etwas anderer Literatur wieder in die Kirche gehen. Heute habe ich mir einen Überaum gemietet und dort endlich mal wieder weltliche Literatur gesungen, die ich in der Kirche nicht anpacken will.
___________
So etwa kann man sich ein Seelsorgegespräch live und in Farbe vorstellen. Es ist wichtig, dass ihr das nur macht, wenn ihr euch bei dem Menschen wohl fühlt. Ein Seelsorgegespräch ist außerdem kein Ersatz für eine Therapie - es sei denn, der Mensch hat eine dazugehörige Ausbildung durchlaufen und ist christliche/r Psychotherapeut/in, auch das gibt es an einigen Orten.
Evangelische Kirche Deutschland
http://www.ekd.de/
Liste der Ansprechpartner in der evangelischen Kirche Deutschland
http://www.ekd.de/missbrauch/ansprechpersonen.html
Dazu sei noch unbedingt hinzugefügt: Die Seelsorge ist kostenfrei. Wenn ihr draußen im Dorf wohnt, die dortige Kirche euch nicht zusagt und ihr auch in keiner anderen Gemeinde fündig werdet, bleibt die altbekannte
http://www.telefonseelsorge.de/
0800/111 0 111 · 0800/111 0 222
An alle Skeptiker möchte ich die Nachricht senden: Man kann Menschen nicht pauschalisieren. Diesen hier möchte ich als ein Gegenbeispiel hinstellen, der verantwortungsvoll handelt und seine Aufgabe ernst nimmt. Man liest immer mehr von denen, die das nicht geleistet haben, und formt so seine Weltsicht aus Abscheu und Verachtung. Von denen, die ihre Arbeit gut machen, liest man so gut wie nichts. Hier also der Beweis: es gibt sie, die guten christlich denkenden Menschen. Und es sind gar nicht mal so wenige, wie man meistens denkt. In diesem Sinne: Wer suchet, der findet...
Lo



