Re: Chaos, Sortiertes und Baustellen
Verfasst: Fr Jun 24, 2011 12:16 pm
Wie schön LunaSue
und irgendwie mutmachend
und irgendwie mutmachend
Ein Selbsthilfe-Forum gegen sexuellen Missbrauch zur Verfügung gestellt von Wildwasser Kreis Groß-Gerau e.V.
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Darauf muss ich jetzt doch noch eingehen.LunaSue hat geschrieben:Das zeigt mir dann, dass ich selber großen Einfluss habe.
Auf mein Leben halt.
Das stimmt wohl, jedoch gibt es auch Dinge, die ich gerne ändern möchte, da es mich immer noch schmerzt oder am Leben hindert, mich be-hindert. Das halte ich für unheimlich schwer. Vor allem dann, wenn sich das häuft und ich mir an einer Wand nach der anderen die Nase blutig schlage. Wie derzeit ...LunaSue hat geschrieben:Die gute Erkenntnis dabei ist für mich, dass ich letztlich auch nicht alles ändern muss
oder Einfluss nehmen muss.
Für mich kann es der Erfolg sein meinen Mann zu bitten kann mir aus dem Auto zu helfen,Ja, so manches Schönes schleicht sich still und leise herein - ohne den berühmten "Aha-Effekt" oder dem großen Knall
Vermutlich geht das alles über Wut, Trauer und annehmen und eben viel zeit *seufz*LunaSue hat geschrieben:Ja, das ist ungerecht. Das allerdings ist etwas, wozu ich Abstand gewinnen konnte.
Wie mir das glungen ist - finde ich ganz schwer in Worte zu fassen.
Ich denke, das sollte die Hauptmotivation sein. Und doch - wie viel Energie kostet mich das und wie viel anderes könnte ich erreichen. Schon bin ich in einem Teufelskreis gefangen, den ich jedoch nicht mit "erzwungener Gelassenheit" entgegentreten sollte (was ich oft genug getan habe). Erst muss frau durch den Schmerz durch. Die Gefühle dazu fühlen.Nur - das, was ich an Schwerstarbeit geleistet habe, tat ich nur und ausschließlich für mich.
Ich habe nun überhaupt mal Ansprüche. Vorher hatte ich keine, denn das darf ich ja nicht habenIch hatte irgendwann völlig neue Ansprüche an mein Dasein, später an mein Leben.
Meine Therapeutin sagte mal zu mir, sie haben das Gefühl, dass nun einiges vom Kopf in den Bauch geplumbst sei. Danach geht es noch ums Festigen des Ganzen und dem geht dann eine veränderte Einstellung einher. Oder anders herum? Erst das bemühen um die andere Einstellung und dann der große Plumps. Ich glaube ja.Verkopft war das nicht weiter schwer zu verstehen. Dafür ein Gesamtbewusstsein zu
entwickeln schon eine langwierigere Sache.
Kürzlich sagte mal jemand zu mir, als ich sagte durch mein Einlassen von Beziehungen hätte ich das Gefühl meine Autonomie zu verlieren, dass die vorher keine Autonomie gewesen sei, sondern pure Bewältigung. Erst wenn ich die Gefühle zu den Menschen und ich mit den Gefühlen, welche durch den Kontakt zu ihnen entstehen adäquat umgehen und möglichst unabhängig davon handeln könnte, dann sei ich wirklich autonom. Tja, dazu fehlt mir noch das "Ich-Gefühl". Ich fühle kein wirkliches "Ich", kopiere noch vieles, schwanke von einem Extrem zum anderen, weil ich nie ein ich entwickeln konnte und durfte. Ich musste mich anpassen, kopieren, nachmachen um überleben zu können. Nun hat sich mein Umfeld verändert, nun darf ich "ich" sein und irgendwie überfordert mich das manchmal. Es ist das was ich auch oben zu den Ansprüchen schrieb. Um Ansprüche zu haben muss ich mir erst mal im Klaren sein, was ich eigentlich möchte. Was meine Ziele und Ideale sind. Als meine echten und nicht die von denen Anteile denken sie müssen wegen dem oder der so und so sein.Dass du schreibst, du seiest näher an dir, an deinen Gefühlen und verletzlicher
kann ich gut nachvollziehen. Zeiten, in denen ich weit weg war, hinter dicken Mauern
Gefühle unter Verschluss hielt, hätte ich in einer andren Phase rückblickend als "ruhiger" bezeichnet.
Heute weiß ich allerdings, dass das ein großer Irrtum war, denn mir war der "Innere Sturm"
schlichtweg nicht bewusst. Als mir so Einiges bewusst wurde, was ich an Folgen zu tragen hatte,
was das mit mir machte - da fühlte ich ebenfalls Wut,Verzweiflung und Schmerz.
Das verstehe ich. Allerdings gibt es bei mir noch einen anderen Aspekt. Vieles hat mich noch nie aufgeregt und ich kann manche Aufregung anderer nicht verstehen und blieb da schon immer ruhig und vor allem unberührt. Ich hatte keinerlei Kontakt zu meinen Gefühlen. Und festzustellen, was ist nun Dossoziation und was ich echte Ruhe und Gelassenheit, ist manchmal nicht so einfach.viele Alltagssituationen, die ich heute in Ruhe und mit Selbstverständlichkeit meistere.
Dinge, die mich vor einiger Zeit vollkommen aus der Bahn hätten werfen können,
die mich verunsicherten, an denen ich mich aufrieb.
Ja. Vollkommen! Wagen die eigenen Grenzen wahrzunehmen, sie nicht abzuwerten und dann sich noch trauen in Kontakt mit anderen zu gehen und diese um Hilfe zu bitten. Vor zwei Jahren nahezu unmöglich und heute immer wieder eine wundervolle Erfahrung. Daneben ermöglicht es den anderen Menschen besser zu verstehen.Für mich kann es der Erfolg sein meinen Mann zu bitten kann mir aus dem Auto zu helfen,
wenn ich während der Faht getriggert wurde und bezweifle, dass mich meine Beine tragen werden.
Dass ich mich wage mich in meiner Bedürftigkeit zu zeigen.
Verstehst du, was ich meine?
Ist denn für dich ein Autausch in dieser Art jetzt OK oder möchtest du diesen Tread ausschließlich für dich alleine nutzen?Es stimmt schon, dass ich diesen Thread nutze, um darauf zurück zu greifen.
Und ich mutmaße mal, dass es Teil von Wut ist, die Ungerechtigkeit auszusprechen. Ja, das ist sicher wichtig.Vermutlich geht das alles über Wut, Trauer und annehmen und eben viel zeit *seufz*
Du hast auch geschrieben, dass vieles aber hinderlich ist und be-hinert.Und doch - wie viel Energie kostet mich das und wie viel anderes könnte ich erreichen.
Deine Aussage inspirierte mch jetzt nochmal genauer zu schauen:Es ist wirklich super, wenn es Leute gibt, die es schaffen, in jeder Situation (später - mit Abstand) noch etwas Postives zu sehen.
Vielleicht macht es das leichter, damit zurechtzukommen, dass das Leben nicht gerecht ist...
Das muss ich gerade mal vorkramen.LunaSue hat geschrieben:~gestern und heute~
Und heute?LunaSue hat geschrieben:Ich geh kaputt! Ich bin so umtrieben heute, dass ich gar nicht weiß, wie ich das aushalten soll. Wie kann man überleben mit idesen Bildern im Kopf, dem Gefühl, völlig ausgeliefert zu sein? Kann mir bitte jemand helfen und mir sagen, dass ich diese Qualen überleben kann?
Ja, heute bin ich auch unruhig. Aber es macht mich nicht mehr "kaputt".
Damals reichten sich mir Hände, die mich hielten.
Eine besonders, Danke dir dafür!!
Heute weiß ich, dass man überlebt und noch viel mehr!!
Ich lebe, mittlerweile ganz überwiegend ohne diese Bilder im Kopf!
Nein, Qualen erleide ich schon lange nicht mehr!
Nein, es hat mich nicht zerissen. Der Schmerz hat so sehr nachgelassen. Selten meldet er sich mal, lange nicht mehr so schlimm!!LunaSue hat geschrieben:Hallo,
Schmerz trifft es schon, aber ich werde auch fast erdrückt.
Ich glaub, ich häng zu sehr an meinem sch... bischen übrig gebliebenen Leben, aber ich verstehe heute zum ersten Mal, dass man einer Belastung nicht standhalten kann und flieht. Ich will diesen perversen Sch... nicht noch einmal erleben müssen, um ihn abhaken zu können. Ich kann mich weder stellen noch weglaufen, und heute zerreißt es mich einfach.
Und erdrückt hat er mich auch nicht!
Mittlerweile habe ich mich auseinander gesetzt. Und ich bin froh darüber!LunaSue hat geschrieben:Der gewaltige Haken an der Sache ist wohl, dass ich mich noch nie mit dem MB auseinander gesetzt habe. Ich mußte das auch nicht, oder glaubte das, denn es hat mich nicht gequält. Es gab diesen Teil meiner Geschichte, Punkt. Wirklich gelitten habe ich da nie drunter, es war weg, ausgeblendet und hat sich nicht gemeldet. Urplötzlich ist es da, blendet sich ein und ich krieg es auch nicht mehr raus. Warum habe ich diesen Druck plötzlich? Das ist viele Jahre her...
Also stehe ich wohl eher ganz am Anfang von "was weiß ich, aber da rollt was an" Ich habe da Angst vor, richtig schlimm-
Viele, viele Ängste haben sich relativiert.
Wie viele Erinnerungen sich doch mittlerweile zusammengefügt habe.LunaSue hat geschrieben:Um die Ohren geflogen, ganz genau! Das war ein Fam. Mb, ich kann den Zeitraum gar nicht eingrenzen. Vielleicht 5 Jahre, auch ab Grundschulalte, ca. dritte Klasse. Zu Anfang war mir gar nicht klar, dass da was falsch ist, da war nur dieses Unbehagen. Später habe ich schon versucht mich zu wehren, das aber irgendwann aufgegeben, weil sinnlos. Mir fehlt ganz viel Erinnerung , da gibt es nur so Spots...
Einfluss hatte das bestimmt, o.k. aber jetzt werde ich wieder davon beherrscht.
Deine Hand nehme ich dankend, ich habe das Gefühl jemanden zu brauchen, der mich hier im Leben festhält. Aufgeben wäre jetzt viel einfacher, weggehen...
Wie viel ich für mich klären konnte.
Aber , Puh, wie schwer war es, Hilfe anzunehmen.
Eine Hand anzunehmen.
Mich mal halten zu lassen.
Das war ein Riesenschttensprung.
Darüber muss ich heute wirklich lächeln.
Es hat sich so viel verändert...
Nein, ich hatte da keine Chance, es wollte damals ans Tageslicht und dem habe ich mich auch gefügt.LunaSue hat geschrieben:Oh, heulen würde ich jetzt mal gerne, vielleicht könnte das den Knoten lösen.
Therapie ist bestimmt sinnvoll, ich habe schon Erfahrung damit. Nur gute, aber dieses Thema habe ich immer ausgeklammert. Nicht mal angedeutet.
Ich kann mich da nicht outen, obwohl ich in meinem Kopf weiß, dass ich sicher nichts falsch gemacht habe. Ich habe keine Schuldgefühle, oder so.
Ich habe es einmal versucht, vor 15 Jahren, bin aber an den total falschen geraten. Ich wurde gefragt, was mein Problem damit sei: mein schlechtes Gewissen, weil es mir Spaß gemacht hat, oder die Tatsache als solche. Danach war dicht.
Und das solls auch bleiben am liebsten, ich schleich mich einfach weg...
Und ich weiß, dass es gut so war!
Geheult habe ich mittlerweile wirklich genug!
Auch das war gut, selbst wenn es mich oft frustriert und ausgelaugt hat.
Jede Träne hat einen kleinen Teil Schmerz fortgespült.
Naja, manchmal dachte ich wirklich, das hört nie mehr auf.
Aber wie viel hat "aufgehört".
Gestern war vor einem Jahr, heute ist heute.
Es war gut so wie es war.
Es ist gut so wie es ist.
LunaSue