Es ist der 03.Juni 2009!
Für die meisten hier ein total unbedeutendes Datum,
für mich ein entscheidentes,
und ich mag heute meinen Beitrag, denn ich denke, es wird der einzigste von mir hier sein für heute, meiner Freundin widmen, will ich Jacqueline widmen.
Ich hatte nie geahnt, was passieren würde. Wir schon wieder nach Ägypten. In ein wunderbares Land.
Zu den Pyramiden zu all den wunderbaren Bauwerken.
Eine Woche vorher, hatte ich dieses Gefühl, dieses dumpfe Gefühl, dass etwas passieren würde.
Ich war mir sicher, ich würde nicht mehr lebend nach Hause kehren.
Meine Angst war unertragbar. Aus lauter Angst, schrieb ich all meinen Freunden damals eine Email.
Eine Abschiedsemail, falls etwas passieren würde. Ein ging auch damals an Jacqueline.
Ich hatte panische Angst.
Hatte angst, dass das Flugzeug abstürzt. Meine Worte zu einer anderen Freundin, damals
im Auto, ich glaub, wir kommen nicht mehr zurück, ich hab Angst.
Der Tod lag spürbar in der Luft.
Aber der Hinflug klappte klasse, Kairo war wunderbar, die Pyramiden atemberaubend,
wir hatten viel Spaß, waren wir eine wunderbare Mädchengruppe, fünf Mädels,
ohja, wir hatten immer viel zu kichern.
Kleine Unfälle zwischendurch, meine Schwester, die in der Pyramide runterfällt, andere Schwester die abends
mal einfach umkippt...

Der Flug weiter Richtung Süden.
Ans rote Meer, wunderbar, Schnorchel ausgepackt, wunderbare Welt der Tiere erlebt, sich über Menschen aufgeregt, die
alles zerstören, weil sie meinen überall ranzulangen...
Aber es war schön.
Nach einem vollgemampften Bauch wieder zurück ins Zimmer, verabredet zum Spaziergang unter den Sternen.
Das Hany aus dem Tresor genommen angemacht, und nur etwas gelesen, verstanden habe ich es nicht, nochmal
gelesen, immernoch nicht verstanden, ein drittes Mal laut gelesen. Meine Schwester die mich geschockt anschaut, meine Freundin,
die nur "0h" sagt.
"Tut mir leid, P. dir mitteilen zu müssen, dass Tine heute nacht verstorben ist" diese Worte, eingebrannt in meinem Herzen.
Meine Familie, die verhindern wollte, dass ich es erfahre, eine Freundin, die schneller war...
Doch es kam nicht bei mir an.
Was niemand ausspricht, ist nicht passiert, schreiben kann jeder...
Eine Welt aus Glas... undurchdringbar, hab meiner Schwester die Tür geöffnet, und als ich ihr die Nachricht sagte, hatte es auch mein Kopf kapiert...
Niemand schreibt sowas aus Spaß...
Danach raus ans Meer, lange Stunden unter den Sternen, Sterne , die mir Trost gaben,
nur noch heim, nur noch heim... ich wollte nur noch heim...
Wieder in Deutschland all das zu erfahren, grauenhaft, die versuche mich zu erreichen, mich noch kommen zu lassen
mich ins Krankenhaus zu lassen, doch es war nicht möglich gewesen...
Ich war nicht da...
Heute vor zwei Jahren und 5 Stunden, hat dich ein Engel abgeholt um dich von all dem zu erlösen...
Liebe Jacqueline,
Tränen in meinem Gesicht zeigen noch immer, wie tief der Schmerz sizt, er durfte nie an die Oberfläche, niemand durfte je sehen, wie
sehr ich leide,
tief eingebrannt in meinem Herzen stehen immer noch die Vorwürfe, ihr habt mich versucht zu erreichen, ins Krankenhaus zu holen, und ich war nicht da...
Du hättest mich gebraucht, eine Hand gebraucht, eine Hand voller Güte, Mitgefühl, Hoffnung, Kraft...
aber ich war nicht da...
Eingebrannt im meinem Herzen dieser Vorwurf...
Ich werde dich nie vergessen, eingebettet in meinem Herzen hast du einen wunderbaren Platz!
Ich werde nie verstehen, wie ein Gott, ein Mädchen, 6 Stunden jünger als ich, einfach so zu sich holen kann,
dabei wolltest du noch soviel machen...
Ich werde die Werke des Herrns nie verstehen...
Aber ich werde eines wissen, falls ich aufgebe, werden wir uns wieder sehen...
Es tut mir leid, aber ich kann heute nicht an dein Grab gehen, zu schwer lastet heut eine Last auf mir, und ich glaube, du wirst es verstehen...
In Liebe
Evenstar