Re: tabuthema suizid
Verfasst: Mi Aug 10, 2011 11:49 am
Liebe Gästefrau,
kurz meine Erfahrungen mit dem Thema:
ich habe schon alles mögliche versucht, wenn ich so richtig abrutsche und merke, dass es jetzt gefährlich wird. Gedanken an Kinder, Angehörige etc. haben mir nie weiter geholfen, weil die in diesen Momenten gar nicht mehr bis an meine Emotionen durchdringen. Es ist nie so, dass ich sage "Man, das wäre jetzt klasse, wenn ich es machen würde, das fühlt sich gut an" - es ist immer noch das Gefühl "ich finde es keine gute Lösung - aber ich ertrage mich selbst nicht mehr, ich halte es nicht mehr aus, ich kann nicht mehr weiter kämpfen und diese Emotionen noch länger ertragen - das war's jetzt, ich habe lange gekämpft, aber jetzt ist meine Belastbarkeit endgültig aufgebraucht - ich will doch nur noch Ruhe vor mir selbst, und wenn ich das dann jetzt mit dem Leben bezahle, ist es halt gut - endlich Ruhe". Außerdem erscheint es mir in diesen Situationen als die einzige Lösung, wo ich die Situation selbst AKTIV in die Hand nehmen kann... (ist schon ziemlich pervers, dieses Thema - und Außenstehende können das meist einfach nicht verstehen).
Was mir hilft: ich muss erstmal Zeit gewinnen, ein oder zwei Stunden irgendwie überbrücken, wo das Hirn abgelenkt wird (selbst kann ich mein Hirn da nicht mehr aktiv ablenken durch irgendeine BEschäftigung)... Erst schmeiß ich mir ein "Notfall-Benzo" (starke Beruhigungsmittel) ein, dann rufe ich jemanden an (hab so 3-4 Menschen, die grob wissen, dass ich krank bin und was mir so ungefähr fehlt, die ich auch zu jeder Tages- und NAchtzeit anrufen kann), ich selbst kann aber in der Situation beschissenen Situation nicht mehr selbst großartig reden. Ich erzähle auch nicht, wie es mir geht, womit ich mich gerade rumschlage o.ä. Ich sage meist einleitend nur einen Satz: "Mir gehts grad beschissen, erzähl mir einen Schwank aus deinem Leben". Und dann muss ich nur zuhören, ich krieche gedanklich in kleinen Schritten ein Stück in ihr Leben rein... Umso mehr ich dann da drin bin, kann ich gelegentlich sogar die ein oder andere Nachfrage stellen (und wie hat Dein Chef reagiert? o.ä.) Die quatschen dann i.d.R. so lange, bis ich immer müder werde - wenn mir dann langsam die Augen schwer werden, sag ich danke, beende das Gespräch und schlafe ein.
Was ich bis heute noch nicht weiß: Haben diese Personen es in mittlerweile durchschaut, dass die Frage nach nem Schwank aus ihrem Leben mein "Codewort" für ne hochsuizidale Situation ist?
Ich weiß es nicht!!! Aber sie machen ihren Job gut und sammeln in mittlerweile schon geistig ihre "Highlight-Erlebnisse" für meinen nächsten Anruf
Liebe Grüße!
kurz meine Erfahrungen mit dem Thema:
ich habe schon alles mögliche versucht, wenn ich so richtig abrutsche und merke, dass es jetzt gefährlich wird. Gedanken an Kinder, Angehörige etc. haben mir nie weiter geholfen, weil die in diesen Momenten gar nicht mehr bis an meine Emotionen durchdringen. Es ist nie so, dass ich sage "Man, das wäre jetzt klasse, wenn ich es machen würde, das fühlt sich gut an" - es ist immer noch das Gefühl "ich finde es keine gute Lösung - aber ich ertrage mich selbst nicht mehr, ich halte es nicht mehr aus, ich kann nicht mehr weiter kämpfen und diese Emotionen noch länger ertragen - das war's jetzt, ich habe lange gekämpft, aber jetzt ist meine Belastbarkeit endgültig aufgebraucht - ich will doch nur noch Ruhe vor mir selbst, und wenn ich das dann jetzt mit dem Leben bezahle, ist es halt gut - endlich Ruhe". Außerdem erscheint es mir in diesen Situationen als die einzige Lösung, wo ich die Situation selbst AKTIV in die Hand nehmen kann... (ist schon ziemlich pervers, dieses Thema - und Außenstehende können das meist einfach nicht verstehen).
Was mir hilft: ich muss erstmal Zeit gewinnen, ein oder zwei Stunden irgendwie überbrücken, wo das Hirn abgelenkt wird (selbst kann ich mein Hirn da nicht mehr aktiv ablenken durch irgendeine BEschäftigung)... Erst schmeiß ich mir ein "Notfall-Benzo" (starke Beruhigungsmittel) ein, dann rufe ich jemanden an (hab so 3-4 Menschen, die grob wissen, dass ich krank bin und was mir so ungefähr fehlt, die ich auch zu jeder Tages- und NAchtzeit anrufen kann), ich selbst kann aber in der Situation beschissenen Situation nicht mehr selbst großartig reden. Ich erzähle auch nicht, wie es mir geht, womit ich mich gerade rumschlage o.ä. Ich sage meist einleitend nur einen Satz: "Mir gehts grad beschissen, erzähl mir einen Schwank aus deinem Leben". Und dann muss ich nur zuhören, ich krieche gedanklich in kleinen Schritten ein Stück in ihr Leben rein... Umso mehr ich dann da drin bin, kann ich gelegentlich sogar die ein oder andere Nachfrage stellen (und wie hat Dein Chef reagiert? o.ä.) Die quatschen dann i.d.R. so lange, bis ich immer müder werde - wenn mir dann langsam die Augen schwer werden, sag ich danke, beende das Gespräch und schlafe ein.
Was ich bis heute noch nicht weiß: Haben diese Personen es in mittlerweile durchschaut, dass die Frage nach nem Schwank aus ihrem Leben mein "Codewort" für ne hochsuizidale Situation ist?
Liebe Grüße!