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Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Jul 19, 2013 9:42 pm
von eva*
meine Thera hat gesagt wenn ich mir wünsche mich umzubringen, sie sich aber sicher ist dass ich es nicht mache, dann ist sie beruhigt...
sie hat auch gesagt, dass sie froh ist dass ich mit ihr rede und nicht hinter ihrem rücken Pläne mache, oder das mit mir selbst auskaspere, ob nun, oder nicht,
und dann dochwas mache.
ALSO . reden ist das beste:!

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Sa Jul 20, 2013 7:58 pm
von Auf dem Weg
Reden ist sicher das Beste .....nur bei Nennung konkreter Pläne kann es halt schwierig werden.

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Sa Jul 20, 2013 8:29 pm
von Unverblümt
Auf dem Weg hat geschrieben:..nur bei Nennung konkreter Pläne kann es halt schwierig werden.
da würde meine Thera mich einweisen lassen und die Polizei holen,dass hat sie ganz klar gesagt schon
Auf dem Weg hat geschrieben:Reden ist sicher das Beste
reden ist immer gut,aber man sollte schon noch Verhandlungsfähig sein oder Absprachefähig,sonst wird es eng bei der Thera und da verstehe ich auch die Thera,weil sie trägt auch eine Verantwortung für uns und bei konkreten Plänen fakelt unsere nicht lange

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Sa Jul 20, 2013 8:36 pm
von eva*
Ja ich mei e reden bevor was passiert

Wenn ich ihr von wünschen erzähle wie ich es machen würde
Dann macht sie nichts
Sie kennt mich und weiß dass ich ehrlich bin wenn ich Sage es wird nichts passieren

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Do Aug 22, 2013 2:02 am
von Die.Wolfsfrauen.unlog.
Schieben.....

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mo Sep 09, 2013 10:45 am
von Leave unl.
Kann triggern. Und es wird lang, ich möchte gerne mal meine Suizidalitätsgeschichte aufschreiben.
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Ich hoffe, ich bin hier am richtigen Ort, ich würde gerne mal meine Erfahrungen mit Suizidalität aufschreiben.

Vor 5 Jahren ungefähr, brach bei mir die ganze innere abgespaltene Trauma-Welt auf. Ich hatte sie vorher sehr abgespalten und einen Anteil irgendwann mal in meiner Hilflosigkeit, als ich keine Therapie hatte, unter Tipps von einer Selbstbetroffenen, weggesperrt, weil ich keinen anderen Weg sah, bin dann auch nicht in Kontakt mit dem Anteil geblieben.
So war dieser Anteil in der Therapie kein Thema, ich hatte es einmal lapidar erwähnt - der Therapeut ist nicht größer drauf eingestiegen, was er später als Fehler seinerseits bezeichnet hat.

Dann eines Tages ist alles mir in einer Explosion um die Ohren geflogen. Und ich habe eine Überdosis Tabletten genommen.
Vorher war ich noch bei der Psychiaterin und sie fragte: denken sie daran sich umzubringen - ich: ja - sie ließ mich ziehen.

Nach der Überdosis Tabletten, die nicht tödlich war, nicht hätte sein können, habe ich erst mal komatös eine Weile geschlafen, dann habe ich gedacht okay, ich rufe meinen Therapeuten an und der hat dann gesagt: sofort Krankenhaus, ob ich ihm das zusichern könne - ich - hm naja, so 50 % - er okay, dann ruft er die Polizei, wenn ich nicht freiwillig gehe.

Krankenhaus dann - Nacht in der Notaufnahme. Psychiatrie, eine Nacht Geschlossene, da ich aber relativ normal wirkte, haben die mich da schnell wieder rausgeholt, wollten es wohl mir auch nicht zumuten, da haben sie mir auch noch geglaubt, dass ich eine dissoziative Störung habe, waren ganz bemüht. Und 2 Wochen Offene. Mit einem Arzt, der wollte, dass ich alles Traumatische mal schnell aufschreibe und einer Menge Leute, die mich irgendwie schräg angeschaut haben und einer Krankenschwester die auch wollte, dass ich mit ihr alles mal schnell aufarbeite.

Reaktionen auf den "Suizidversuch" - abweisend - da können wir ihnen nicht helfen, das müssen sie alleine mit sich abmachen, und Ablehnung. Haben mich mit einer Frau, die eine tödliche Krankheit noch zu ihrer psychischen Erkrankung hatte gesteckt und die hat natürlich nicht verstanden wie jemand sich den Tod irgendwie ersehnt - sie hatte panische Angst davor.

Dann versucht alleine klarzukommen, ging nicht, Suizidalität war nicht weg.
Dann wieder in völliger Haltlosigkeit in die Psychiatrie. Geschlossene, was ich auch wünschte, ich hatte in mir keinen Halt, keinen Schutz und brauchte die "Mauern", den geschützten Garten. Zum Glück netten Arzt gehabt. Der sich Extrazeit für mich nahm und das mit den Dissoziationen begreifen wollte. Anderes Personal wurde langsam skeptisch, ich war da auch nicht auffällig mit switchen und so. Da die Geschlossene für mich so wichtig war und ich das wusste, habe ich die Umstände da irgendwie ausgehalten. Fand das manchmal auch ganz befreiend, das man da so "irre" sein konnte, wie man wollte, keinerlei Verantwortung richtig hatte, und so. Aus meiner streng normativen Welt heraus, aus der kontrollierten, war das echt okay.

Offene nach Wochen, auch nette Ärztin, menschliche, aber keine Ahnung von Trauma und dissoziativen Sachen.
Sie hatte mal im Internet geguckt ......

Ich klammerte mich an sie. Sie nahm sich 2x die Woche Zeit.
Es wurde ein Abhängigkeitsverhältnis. Andererseits ohne sie hätte ich den Aufenthalt nicht durchgestanden und alleine wäre es wohl auch zu hause nicht gegangen.

Ich war suizidal, immer noch. Immer mal wurden auf der Offenen die Türen wegen mir geschlossen.
Die Leute wurden zunehmend genervter.

Ich hatte nur wenige Kontakte und einen haben ich mit Suizidalitätsgedanken so konfrontiert, wie sie waren und ich schäme mich heute dafür.
Was ich zugemutet habe.

Ich habe die meiste Zeit zugedröhnt mit Tabletten im Bett gelegen.
Rausgehen war Horror.

Ich habe keinen Weg da herausgefunden. Ich weiß nicht, wenn ich bessere Hilfe gehabt hätte, wenn weniger Tabletten - ich weiß es nicht - es war, wie es war... Die Tabletten hatten Nebenwirkungen, die meinen ganzen Verstand lahmlegten, ich wurde dann unter - eigentlich weiß man nicht, was sie hat, aber könnten auch die Negativsymptome einer Psychose sein eingeordnet oder irgendeine Psychose halt.

Weiterhin suizidal. Irgendwann Tagesklinik - zu viel. Station. Wieder Tagesklinik - geschafft, aber es war eine richtige Quälerei - ich konnte wegen den Medis nicht fühlen, nicht denken, Innen war alles taub und ich habe irgendwie das Programm durchgezogen.

Dann wieder ambulant Therapie. Therapeut hatte zwischenzeitlich gefragt, ob ich weiter bei ihm Therapie machen will, weil er ja einen Fehler gemacht hatte. Ich wollte. ich dachte, es ist gut, wenn er jetzt darum weiß, wie das bei mir "tickt". Wenigstens jetzt.
Und ich habe diese Entscheidung auch nie bereut - er passt für mich, dieser Therapeut. Ich verdanke seiner Begleitung sehr viel.

Allerdings habe ich dann gedacht: anderes Medikament - dann bin ich wieder voll abgestürzt, war noch gar nicht stabil - das Medikament hat eine innere Unruhe bei mir ausgelöst, das war unerträglich - Psychiatrie - irgendwie gedacht, das Rad geht von vorne los, mich nach einer Woche entlassen lassen, nach Hause gegangen, Überdosis genommen. 3 Tage ohnmächtig in der Wohnung gelegen, gefunden worden. Notaufnahme.
Weiter ohnmächtige Tage, blöde Schmerzen. Gesagt bekommen: ja, wer hat sich das denn angetan?

Dann wieder von vorne - Station. Immer wieder mit der Suizidalität gerungen.
Ich weiß nicht, ob man sagen kann, ich wollte da nicht raus - nein, ich glaube, so war es nicht. Ich habe einfach keinen Weg gefunden.

Das ganze zog sich so knapp 2 Jahre hin. Dann wechselte die Ärztin. Dann war ich mit einer Ärztin konfrontiert, die noch sehr jung war, wenig empathisch und der Meinung war, das sexueller Missbrauch erfunden wird, hätte Freud ja schließlich auch schon so gesehen.

Und dann hat es bei mir geklickt. Ich dachte: entweder du bringst dich tatsächlich um.
Oder du guckst irgendwie, wie du da rauskommst und es tragen lernst.

Ich war irgendwie durch die Ärztin auch angestachelt. Da waren dann Anteile aktiviert, die wieder Kämpfen wollten und das mit dem Umbringen, das wussten wir nach den 2 Jahren, das war keine Alternative. Wir wussten - auch die Anteile, die wollten, der Wunsch zu leben ist stärker, wir hatten nur keinen Weg gefunden. Und auf unausgegorene Versuche wollten wir verzichten, weil noch mal diese Ablehnung erfahren und all das - nein - (dafür waren die ablehnenden und so Worte irgendwie auch echt gut) - wir hatten das Gefühl, wir machen uns irgendwann auch völlig unglaubwürdig. Und inszenieren da nur was, was nirgends hin führt. Wir hatten irgendwie auch kapiert, dass es nur noch mehr Schmerz bringt, wenn man sich umbringen will und danach in der Notaufnahme landet.

Auf jeden Fall dann nochmal Tagesklinik, wir sind in eine andere Psychiatrie, weil wir Abstand von der, wo wir waren bekommen wollten.
Wieder quälerisch ohne Ende. Aber dann, dann haben wir mit ein wenig äußerer Struktur die ambulante Therapie wieder aufnehmen können und waren seitdem nur noch einmal für 2 Tage in einer Krise in der Psychiatrie.
Heute sind wir nicht mehr suizidal oder wenn etwas in der Richtung aufkommt, wissen wir sehr gut, dass es keine Option ist, sich etwas anzutun.

Puh, tut mir gut, diese Geschichte mal aufzuschreiben.

Schäme mich manchmal für mein Verhalten damals, was ich Menschen auch zugemutet habe, dann wieder denke ich - ich war krank, richtig krank.
Und ja, ich habe damals auch manipuliert, ich dachte auch, ich könne es alleine nicht, ich bräuchte Rettung, aber ich dachte wirklich nicht, dass ich es alleine kann, ich war völlig überfordert und es war viel zu viel.

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mo Sep 09, 2013 11:53 am
von peshewa
es tut mir leid, was du durchgemacht hast und zugleich freue ich mich, dass du es so nieder schreiben kannst. im aussen. das innen. damit es nicht von aussen nach innen strömt. irgendwie. distanz - aber wollte sagen. danke. für den mut.

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mo Sep 09, 2013 4:42 pm
von Leave unl.
Danke peshewa, das du wahrnimmst und mir eine Rückmeldung gibst, tut mir gut ....

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mo Sep 09, 2013 7:39 pm
von Die.Wolfsfrauen.unlog.
Wir haben Dich auch gelesen.....mehrmals schon....sind sehr berührt.....und Deine Geschichte uns auch.....bewegt beschäftigt....

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mo Sep 09, 2013 8:29 pm
von Leave unl.
Danke auch euch, Wolfsfrauen, ihr und peshewa, ihr berührt mich auch, da ist so Vieles, was ich wiedererkenne und ich kenne die Gefühle von erdrückender Dunkelheit und überwältigendem Selbsthass, diese tiefe Ohnmacht, die sich über einen legt, nur zu gut und wenn ich sie bei anderen sehe / lese, dann macht das was mit mir und ich würde gerne helfen.
Dabei bin ich zwar nicht mehr suizidal, aber helfen? Wie denn, dann noch übers Netz? Wo meine Grenzen noch wackelig und all das - und es schien mir zum einem für mich gut, es aufzuschreiben und zu sehen, dass ich es irgendwie mit Abstand kann und ich dachte vielleicht hilft es ja jemand zu sehen, das jemand da rausgefunden hat, auch wenn deren / dessen Weg anders ist.
Und wenn es niemand hilft, gut, dann habe ich es für mich getan, das Aufschreiben.

Aber von dir und peshewa jetzt ausgerechnet Rückmeldungen zu bekommen, das freut mich sehr.
Ihr habt mir beide auch echt geholfen, mich mit dem Thema mehr und mehr zu versöhnen.

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Di Sep 10, 2013 10:27 am
von peshewa
bin etwas wirr. dachte ich hätte geantworten ?!?

ich wünsche mir, dass es primär für dich niedergeschrieben hast. manchmal braucht man für gewisse themen erstmals distanz, um sie zumindest als gegebn annehmen zu können.
ich habe gelernt zu schweigen, halte mich auch aus dem thread fern. die reaktionen à là: "hoffen wir sie lernt was draus" lähmen mich. aber wir sind ja nur manipulativ. wir werden auch mit manipulation sterben. also in. also ja. ich verlier mich, glaub. also im stil von wir sterben noch um andere zu schaden. also das ist nicht meine meinung, aber die übernhem ich gerade. wenn ich sie genug lang höre.

suizid wird nicht verstanden. manchmal weiss ich nicht auf wen wütend sein. erhole mich noch vom letzten versuch, wobei versuch immer nach gewollt klingt. und die versuche sind so nicht gewollt.

ich bin wirr. ich glaube ich zieh mich erstmals zurück.

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Di Sep 10, 2013 10:55 am
von Leave unl.
Hallo pesh,

ja, du hattest geantwortet - ist auch noch da deine Antwort und meine darauf.

Deine Antwort jetzt löst viele Gedanken aus und wirft mich ganz schön auf mich selbst zurück. Danke dafür.
Ich habe selbst so zu viel zu lernen. Und kann es gerade nicht genau ausdrücken, bzw. es wird mir auch etwas zu nah, zeigt mir zu viel von mir, was ich selbst erst erfahre hier über mich, über dich jetzt.

Richtig annehmen, das für mich dunkelste, der dunkelsten Themen, Suizid, Tod, so schwer.
Und wirklich Frieden habe ich damit auch noch nicht geschlossen. Auch wenn ich jetzt ein wenig mit Abstand darüber schreiben kann.
Ja, und ich habe die Antwort für mich geschrieben und dann irgendwie aber auch gleichzeitig für etwas anderes - und das, so gerade meine Überlegungen, und das mag ich überdenken, finde ich gerade nämlich von mir ein wenig manipulativ.
Ich denke nach - okay? Deine Worte sind hier angekommen, danke für das, was du hier auslöst.

Lieben Gruß, Leave

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Di Sep 10, 2013 12:06 pm
von peshewa
so war das jetzt irgendwie nicht gemeint. sorry bin wirr ...
aber bringt mich jetzt auch zum nachdenken. also wann manipulativ
vielleicht gut ist. richtig. weil man ja das als beschimpft wird. dann
ist das böse. denke glaub wieder zu schwarz-weiss. bin jetzt aber
auch wirr. ich keine ahnung. hänge.

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Di Sep 10, 2013 1:23 pm
von Leave unl.
Ja, ich weiß das du das nicht so gemeint hast.
Es waren nur irgendwie meine Gedanken und die sind immer noch nicht zu Ende gedacht und auch wirr.

Und weiß nicht, ob ich manipulativ war, hatte mich (also mein eigenes Verhalten) nur so an meine Mutter erinnert (vielleicht mich selbst getriggert, sozusagen), irgendwie.
Ich weiß nur, dass ich gemerkt habe, dass ich längst nicht verarbeitet habe, was ich dachte. Und immer noch Mechanismen habe, da drumrumzustiefeln.
Und das ich da jetzt mehr wieder bei mir hinschaue. Und ich gucke momentan, was ich mit meinem Monster denn so tun kann, was es braucht.
Da stehe ich nämlich irgendwie gerade. Und ob ich aushalten kann, was es mit sich bringt, was es braucht und das Monster hat ziemliche Anforderungen an mich, also mein eigenes. An Integrität, Authentizität, all das.
Ob ich den Wünschen und Bedürfnissen jemals völlig gerecht werden kann, weiß ich nicht.
Ich will lernen mit meinem Monster zu leben.

Boa, bei mir dreht sich so oft auch alles. Manchmal kann ich aber auch ankern, das geht aber noch nicht so lange.

Ich weiß nicht richtig, wann und ob manipulativ auch gut ist.
aber es zu verteufeln, finde ich nicht richtig. Es ist ein menschliches Verhalten und es hat seinen Grund.
Mein Therapeut hat mal gesagt, natürlich wird man manipulativ, wenn man auf normalem Wege was nicht bekommt, was man zum Überleben und Leben braucht und irgendwie gucken muss, dass man es bekommt.

Mein Freund hat am Anfang zu mir gesagt - ganz nett - puh, du bist ganz schön manipulativ - aber da beißt du dir bei mir die Zähne aus :mrgreen: und dann hat er gemeint, meine Manipulativität wäre ganz schön unbeholfen, leicht zu durchschauen und da gebe es noch ganz andere Kaliber :)

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Mi Sep 11, 2013 12:51 am
von Die.Wolfsfrauen.
schleichen auch ständig hier herum.....