Re: Trauer-Raum
Verfasst: Mi Mär 26, 2014 3:00 am
hi Bruderherz,
ich vermiß Dich sehr. Weiß nicht, wie ich das schreiben soll. Tut weh, vielleicht bin ich der letzte mensch, der so an Dich denkt, und ich komme nicht klar. Ich hab in der Thera versucht, über ein Detail zu reden, hab wiedermal gemerkt, wie schwer das sein kann. Das im hier und jetzt, logisch, das Außen, Distanz, Hilfe annehmen... bin ich Dir und auch einigen anderen schuldig. Vergleiche taugen nicht immer was, es macht nicht immer sinn, überhaupt was vergleichen zu wollen, trotzdem weiß ich bei einigem wirklich nicht, wie weiter. Man hat mir logisch begründet, daß nicht das objektive Ereignis, sondern subjektiv der Grad einer Traumatisierung eine Rolle spielt. Was Du da überlebt hast, is wie aus einer anderen Welt. eine, die es weder geben sollte noch dürfte, dennoch gibt es sie. Man kanns nichtmal ansatzweise vergleichen, dennoch hast Du damals irgendwie sofort gespürt, daß ich Betroffener bin, und hast mich geschützt, wo ich keine Chance hatte. Als ob das nicht genug wäre, hast Du Dir auch noch Schuld dafür gegeben, was mir da wiedermal passiert war- und ich bin heilfroh, Dich dort beruhigt zu haben. Was insgesamt wieder wichtig war, durch Dich hab ich erst realisiert, was das damals war, und wie es mein Leben verändert hatte- wenn ich das wirklich so sehe, is das nicht irgendwas. sondern das bedeutet, daß ich deswegen vllt erst sehr spät eigene normale Erfahrungen sammeln kann, wenn ich viel Glück hab, kann auch ich selber noch Familie haben. Du wußtest sehr genau, wieso du mir gewünscht hast, daß ich glücklich werden soll. Leider kann ich dir da so garkeine Entwarnung geben. Ich hab damals sehr große Hoffnungen gehabt, ja, das war unmöglich. Vielleicht sollte ich doch sagen, daß ich nicht wahrhaben wollte, was nie hätte passieren dürfen. Vor dem Gedanken schonwieder eine Warnung, nicht weiterdenken, nicht reinsteigern. Wenns aber Erinnerung ist? Wenns bedeutet, einen Menschen verloren zu haben, den man wirklich liebt?
Dein großer Bruder Monty
ich vermiß Dich sehr. Weiß nicht, wie ich das schreiben soll. Tut weh, vielleicht bin ich der letzte mensch, der so an Dich denkt, und ich komme nicht klar. Ich hab in der Thera versucht, über ein Detail zu reden, hab wiedermal gemerkt, wie schwer das sein kann. Das im hier und jetzt, logisch, das Außen, Distanz, Hilfe annehmen... bin ich Dir und auch einigen anderen schuldig. Vergleiche taugen nicht immer was, es macht nicht immer sinn, überhaupt was vergleichen zu wollen, trotzdem weiß ich bei einigem wirklich nicht, wie weiter. Man hat mir logisch begründet, daß nicht das objektive Ereignis, sondern subjektiv der Grad einer Traumatisierung eine Rolle spielt. Was Du da überlebt hast, is wie aus einer anderen Welt. eine, die es weder geben sollte noch dürfte, dennoch gibt es sie. Man kanns nichtmal ansatzweise vergleichen, dennoch hast Du damals irgendwie sofort gespürt, daß ich Betroffener bin, und hast mich geschützt, wo ich keine Chance hatte. Als ob das nicht genug wäre, hast Du Dir auch noch Schuld dafür gegeben, was mir da wiedermal passiert war- und ich bin heilfroh, Dich dort beruhigt zu haben. Was insgesamt wieder wichtig war, durch Dich hab ich erst realisiert, was das damals war, und wie es mein Leben verändert hatte- wenn ich das wirklich so sehe, is das nicht irgendwas. sondern das bedeutet, daß ich deswegen vllt erst sehr spät eigene normale Erfahrungen sammeln kann, wenn ich viel Glück hab, kann auch ich selber noch Familie haben. Du wußtest sehr genau, wieso du mir gewünscht hast, daß ich glücklich werden soll. Leider kann ich dir da so garkeine Entwarnung geben. Ich hab damals sehr große Hoffnungen gehabt, ja, das war unmöglich. Vielleicht sollte ich doch sagen, daß ich nicht wahrhaben wollte, was nie hätte passieren dürfen. Vor dem Gedanken schonwieder eine Warnung, nicht weiterdenken, nicht reinsteigern. Wenns aber Erinnerung ist? Wenns bedeutet, einen Menschen verloren zu haben, den man wirklich liebt?
Dein großer Bruder Monty