Achtung - Trigger -

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Genug Ruhe in mir um die Puzzelteile zu sortieren, Ordnung in das Chaos der letzten Wochen zu bringen
Thema für Thema - Raum für mich, ein Platz wo es hin kann
Das präsenteste ist gerade der Missbrauch durch meinen Vater - diese Worte zu schreiben fällt schwer, tut weh aber es macht es auch greifbar was mir gerade sehr hilft
Die Erinnerungen waren so lange weg…warum sie jetzt wieder so sehr so nah so deutlich da sind, ich weiß es nicht ich weiß nur, das sie immer deutlicher, immer detaillierter, immer emotionaler werden.
Ich war 7 Jahre alt, jedes zweite Wochenende von Samstag früh bis Sonntag Abend bei meinem Vater
Er war schon betrunken wenn ich kam und blieb es bis ich wieder ging
Die meiste Zeit lag er schlafend auf der Couch - wenige Ausnahmen
Samstag Abend war er meistens unterwegs - kam betrunken wieder
Wenn er Heim kam, kam er direkt in mein Zimmer saß neben dem Bett und hat mich aufgeweckt, mir erzählt wie traurig er ist, wie schlimm sein Leben ist seit meine Mama ihn verlassen hat. Was ihm alles fehlt und er sie so sehr liebt. Die Freude die er hat, wenn ich bei ihm bin, das ich meiner Mama so ähnlich bin und er mich braucht. Es gab klare Regeln, ich musste nackt schlafen - das sei hygienischer, zimmertüren werden niemals abgesperrt.
Es hat mich überfordert, hat mich wütend auf meine Mama gemacht - habe ich in dem Alter die Gründe und das Ausmaß der Trennung absolut nicht verstanden.
Irgendwann drehte ich mich von ihm weg, tat so als würde ich schlafen als er heim kam.
Anfangs änderte sich nichts - er kam, erzählte und trauerte und ging. Bis zu dem einen Mal, ein Mal das ganz deutlich eine Erinnerung ist und doch nur fetzen
Er legte sich zu mir ins Bett, ich spürte ihn, ich roch das Bier, hörte ihn tief atmen.
Dann diese stechende Schmerz zwischen meinen Beinen.
Ich weinte, rutschte weg. Er hielt mich fest und wieder dieser Schmerz und ein Satz der sich eingebrannt hat
Der heute nichts mit fehlender Geduld zu tun hat sondern mit tiefer Verletzung „es dauert nicht lange mein Schatz“
Danach ging er, es fühlte sich fürchterlich an, falsch aber ich wollte meinen Vater in keinem Fall enttäuschen.
Wie oft es passiert ist weiß ich nicht, diese Erinnerung ist die einzige die derart deutlich ist, die ich fühlen kann.
Was ich weiß das es nicht das einzige Mal war - denn mit der Zeit fing ich an am Daumen zu lutschen um mich dabei zu entspannen, an meinem Kuscheltier zu schnüffeln um das Bier nicht mehr zu riechen - Strategien um es erträglicher zu machen.
Als ich 9 war bestand ich darauf nicht mehr bei meinem Vater zu übernachten.
Er war enttäuscht - und ich fing an mich für seine Enttäuschung zu bestrafen, mich schuldig zu fühlen. Der Anfang meiner selbstverletzung