OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

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Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

von Wildwuchs » So Jul 05, 2026 3:27 pm

Jetzt hat es sich überschnitten. Habe im anderen Thread geschrieben.
Ja, wir sind da wieder sehr blauäugig (vertrauensvoll) herangegangen.

Find es aber gut, sich hier darüber austauschen zu können. Hilft auch schon, aus diesem Nebel rauszuholen.

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

von Hoffnung » So Jul 05, 2026 2:51 pm

Ich erhielt zudem die Information über den Weißen Ring, dass diese Gelder, Fonds, NUR zu diesem Zwecke da sind und die haben auch keine Obergrenze. Es ist absolut nicht nachzuvollziehen, dass manchmal der Eindruck aufkommt, die möchten am liebsten nicht zahlen. Denn die Fonds, die Behörden sind dazu verpflichtet, MÜSSEN ausgeschüttet werden, dürfen nicht zweckentfremdet werden und nicht angespart werden.

Warum also passieren dann trotzdem bei dem ein oder anderen komische Dinge? Überforderung? Aber darunter dürfen doch Opfer nicht leiden. Wir haben doch genug mitgemacht!!! (...)

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

von Hoffnung » So Jul 05, 2026 2:48 pm

Dann bist du ja schon weit, wenn es beim medizinischen Dienst liegt! Geb nicht auf. Ich bin ja eigentlich auch so, dass ich sogar Verständnis mitbringe.. aber man muß trotzdem auch wachsam sein. Es kann und darf nicht sein, dass mit Opfern so umgegangen wird...
das ist sehr beschämend. Warum gibt es dann das Gesetz? Ich verstehe die Welt auch nicht mehr ganz. Es müsste mehr die Pflicht durchgesetzt werden, dass mit Opfern transparenter kommuniziert werden muss. Warum das nicht selbstverständlich ist, weiss ich nicht.

Und ja, das triggert alles! Sehr... Deswegen ja. Aber die sind doch vom Fach! Das müsste doch bekannt sein. Und wird dann trotzdem gemacht!?
Manchmal ist es wohl wirklich besser, dass in fachliche Hände zu legen. Von Tag 1 an. Damit alles mit überwacht wird.
Ich habe alles gespeichert. Jede Kommunikation. Und Buch geführt über alles. Damit ich Beweise habe wenn was sein sollte.
Man hört ja auch, dass bestimmte Tätergruppen, eventuell manchmal genau an der Quelle sitzen. Aber das ist nochmal ein anderes Thema!
Besser man ist sehr wachsam.

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

von Wildwuchs » So Jul 05, 2026 10:50 am

Hallo Hoffnung,
ja, wie wahr deine Worte sind. Wir stecken da mitten drin als Viele. Hatten vor 15 J. schonmal gestellt, nach Kämpfen kam zwar die Anerkennung, aber die Härteklausel hat eingesetzt, da alles in ehemaligen Gebiet der DDR war, obwohl es genug Gerichtsakten etc. gab. Beim damaligen OEGVerfahren gab es aber Anwältin und soziales Netzwerk.
Als das neue Entschädigungsgesetz '24 herauskam und wir mitbekamen, dass andere (allerdings Opfer nach 1990) ein Haufen Entschädigung bekamen, ist ein Anteil sehr wütend geworden und wir haben einen Antrag auf Verschlimmerung gestellt. Läuft nun seit mehr als 2 Jahren. Die Mitarbeiterin ist zwar sehr bemüht, aber Gerichtsakten und selbst die OEG Akten von damals sind verschwunden.
Durch deine Worte sind wir jetzt irgendwie wach geworden und merken, in welchem Dillema wir gerade sind. Dieses Verfahren blockiert die ganze Zeit unsere Traumatherapie und wir befinden uns eigentlich in der Zeit von vor 15 Jahren, kein Hier und Jetzt.
Der Therapeut hatte uns vor 2 Jahren gewarnt davor, ein Anteil wollte aber sein Recht. Heute gibt es keine Anwältin mehr und gehen immer mehr in die Isolation, weil da immernoch ein Funken "Hoffnung" ist, zu recht zu kommen. Es liegt jetzt beim Medizinischen Dienst.
Uns tut es überhaupt nicht gut, ( weiß nicht, ob es introjektgesteuert ist), aber zurücknehmen können wir es auch nicht. Es war sicher ein riesen Fehler.
Musste es mal loswerden. Möchte auch keinen abschrecken.
Für mich ist es nur, dass es nicht erst von der Bundesregierung gesagt werden kann, ihr als ehemalige DDR Bürger habt die Möglichkeit, um dann wieder ignoriert und beschämt zu werden. Eine Reinszenierung, so wie der DDR Staat damals auch mit uns umgegangen ist.
Wenn gesagt werden würde, nein, ihr habt die Möglichkeit erst gar nicht, etwas zu beantragen, dann wäre das klar und eindeutig. (Merke, es erleichtert gerade) Dann könnten wir auch eher damit umgehen.
Danke Hoffnung für deinen Beitrag.

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

von Hoffnung » Di Jun 16, 2026 9:25 am

PS: Und man muss verstehen, dass sich so ein Verfahren oft einfach auch aus vielen Gründen länger hinzieht.
Ich möchte euch wirklich ans Herz legen, da nicht so zu naiv oder unvorbereitet hineinzustolpern.
Und ich sag nochmal, für Menschen mit PTBS, Dissoziationen oder depressiven Symptomen kann ein OEG‑Verfahren besonders belastend sein, weil es sehr langwierig ist und oft von längeren Wartezeiten begleitet wird. Schon allein diese ganz normalen behördlichen Abläufe können bei Betroffenen alte Gefühle von Kontrollverlust und einiges anderes anstoßen und Unsicherheit, Überforderung oder depressive Phasen und Dissoziationen, auslösen, verstärken, verschlimmern.
Das hat garnichts mit einzelnen Mitarbeitenden oder sonstwem zu tun, sondern mit der Struktur und Länge des Verfahrens, das wirklich wenig Raum für ständige detailierte Rückmeldungen, Transparenz oder womöglich halt eben einer emotionale Begleitung lässt. Gerade für traumatisierte Menschen kann das aber schon alleine ungewollt zu einer zusätzlichen, wirklich eine sehr sehr großen Herausforderung und Belastung werden.
Deswegen ist es umso wichtiger, vorher gut für sich zu sorgen und sich im Vorfeld innerlich darauf gut einzustellen.

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

von Hoffnung » Fr Jun 12, 2026 10:09 am

Es freut mich, dass dein Antrag so schnell und positiv bearbeitet wurde. Das ist leider nicht die Regel.

Für viele andere – mich eingeschlossen – ist das Verfahren extrem belastend. Ich möchte deshalb etwas Wichtiges ergänzen:

Wer einen Antrag stellt, sollte sich bewusst sein, dass die Wartezeit, die Funkstille und die fehlende Transparenz psychisch sehr herausfordernd sein können. Flashbacks, Trigger, alte Traumata, all das kann wieder hochkommen.

ACHTUNG: Bei Menschen mit Dissoziation kann es sogar zu einer deutlichen Verschlimmerung kommen.

Deshalb ist es wichtig, nicht alleine da durchzugehen:
– psychologische Begleitung
– rechtliche Unterstützung
– Menschen im Umfeld, die einen stabilisieren

Nicht jeder Sachbearbeiter ist empathisch, nicht jeder Anwalt engagiert. Und nicht jeder Mensch verkraftet diese Belastung gleich gut.

Ich möchte niemanden abschrecken – aber realistisch darauf vorbereiten. Geht gut vorbereitet in so einen Antrag rein und nehmt das was auf euch zu kommt nicht auf die leichte Schulter. Das verkraftet nämlich nicht jeder Mensch gleich gut und am Ende ist man vielleicht ein noch schlimmeres Wrack, als man durch den MISSBRAUCH eh schon war, bevor es zu einer Bewilligung gekommen ist.

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

von 069ffm » Di Mär 03, 2026 12:15 am

Hi,

Ich wollte hier mal meine durchaus positive Erfahrung mit meinem Antrag auf Opferenrschädigung teilen.

Meinen Antrag habe ich 08.2025 gestellt, 02.2026 hatte ich die Nachricht erhalten, dass es anerkannt wird und an den ÄD weitergeleitet wird. Meine Sachbearbeiterin hat sich enorm bemüht und noch dazu länderübergreifend Dokumente eingeholt, sie hat sich sehr viel Zeit genommen wenn ich sie angerufen haben und meine Anerkennung war sehr schnell durch. Jetzt warte ich auf das Gutachten.

Weil ich mich oft gefragt habe ob es vergleichbare Fälle wie meinen gab, welche anerkannt wurden erkläre ich hier ein bisschen worum es ging:

-Mutter psychisch krank und auch teilweise dokumentiert
-pyschische und psychische Gewalt durch Mutter erlebt und diese wurde auch teilweise durch schule, nachbarn, usw. zur anzeige gebracht
-Jugendamt involviert-> mit 10 ins Heim mit Beschluss
-kein Strafrechtliches Gerichtsurteil

Ich habe keine körperlichen Schäden davon getragen aber kptbs und Klinikaufenthalte seit in Kindheit und Erwachsenenalter, ebenso wie Psychotherapie. Ich habe KTBS, Depressionen, und eine cannabis sucht diagnostiziert.

Ich konnte zum Glück alles gut belegen aber ich hab mich erstmal nicht getraut weil ich dachte, für leute wie mich gibts sicherlich keine Entschädigung. Vielleicht hilft es jmd. :)

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

von Ottili » Di Jan 27, 2026 12:11 am

Hallo 089 wir können uns gerne austauschen, bin jetzt seit 2Jahren im OEG Verfahren. Und harre auch der Dinge die da kommen.

Auch wenn kein Strafverfahren bei dir eingeleitet wurde ist es sehr hilfreich das die Vergewaltigung aktenkundig ist! Vielleicht musst du dann nicht zur Glaubhaftigkeitsbeurzeilung

Lg

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

von 089neu » Sa Dez 27, 2025 11:26 pm

Gast hat geschrieben: Do Dez 19, 2024 6:00 am 2 Anträge auf BSA wurden schon mit der Begründung abgelehnt. Es könnte eine Besserung kommen.
Relevante Urteile:

- BSG, Urteil vom 24.04.2007-B 9/9a VG 3/06 R:

"Entscheidend für den BSA ist, ob der Verletzte infolge der Schädigung aktuell beruflich beeinträchtigt ist nicht, ob eine Besserung künftig denkbar ist."

-LSG NRW, Urteil vom 21.08.2013-L13 VG 11/10:

"Ein Verweis auf möglicherweise erfolgreiche Therapie in der Zukunft kann nicht die aktuelle Beurteilung ersetzen."

- BSG, Urteil vom 02.04.2009-B 9 VG 1/08 R:

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

von 089neu » Fr Dez 26, 2025 1:04 pm

Hallo zusammen

Ich habe leider erst letztes Jahr vom OEG und allen anderen Töpfen erfahren.

Seit meiner Kindheit habe ich Probleme mit der Psyche. Hab viele Jahre funktioniert obwohl es mir schlecht ging. Aber vor 8 Jahren war Schluss und es ging gar nichts mehr. Volle Erwerbsminderungsrente, Pflegegrad, Therapien, Kliniken.....

Ich bin etwas wütend das mir nie vom OEG erzählt wurde. Aber lieber spät als nie.

Ich habe den weißen Ring und auch Wildwasser kontaktiert. Der weiße Ring war eine totale Enttäuschung und bei Wildwasser habe ich nach dem ersten Telefonat auch aufgegeben.

Das ganze Jahr über war ich beschäftigt mit Unterlagen vom Jugendamt, Heimen und Gericht zusammen zu suchen. Obwohl die Vergewaltigung als 10 jährige aktenkundig war, wurde kein Strafverfahren eingeleitet. Auch als den Eltern das Sorgerecht entzogen wurde, kein Strafverfahren wegen der körperlichen Misshandlungen. Aber wenigstens ist alles in den Akten dokumentiert.

Ich habe jetzt den Antrag für die Soziale Entschädigung beantragt. Für den fond sexueller Missbrauch war es zu spät.

Ich würde mich auf Austausch freuen denn die Wartezeit ist schwer zum aushalten für mich.

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

von Ahkira8 » Mi Dez 24, 2025 7:56 pm

Hallo, ich habe im Juni 2019 einen Antrag auf OEG gestellt. Ich habe vieles geschrieben, Gutachten von meiner Psychologin, Psychiater, Gutachten vom Landesamt in meinem Wohnkreis.
Triggerwarnung:
Ich bin 60 Jahre alt und mein Missbrauch durch Großeltern, fand zwischen meinen 2. bis zum 9. Lebensjahr statt.
Der Täter verstarb vor 50 Jahren, Täterin vor 10 Jahren.
Meine Großcousine wurde auch von dem selben Täter missbrauch. Dieses habe ich von ihr schriftlich erhalten.
Meine Mutter habe ich erst 2018 davon erzählt, sie verstarb 2020.
Ich bin seit 14 Jahren in Terapie. leider ist das Trauma nicht heilbar, da zu viel passiert ist. Ich arbeite in der Therapie daran, dass mein Leben lebenswert ist und wird.
Triggerende...
Vom Landesamt habe ich ein GdB von 60 erhalten, wegen seelischer Belastungsstörung
Drei Gutachten von Traumakliniken.
Jetzt habe ich am 09.01.2026 ein Gespräch bei einer Fachpsychologin, die sich gut mit Trauma auskennt.
Dann wird entschieden ob ich die OEG-Rente genehmigt bekomme.
Es ist und war bislang ein sehr harter Kampf.
Jetzt geht das um meine Glaubwürdigkeit.
Noch einmal würde ich diesen Antrag nicht stellen.
Ich weiß, dass es sehr schwer ist die OEG Rente oder eine Entschädigung zu erhalten.

Ich habe seit 4 Jahren die volle Erwerbsminderungsrente, die innerhalb von drei Monaten, ohne Begutachtung, durch war.
Dann beziehe ich noch Geld aus dem Fond sexueller Mißbrauch. Von diesem Geld finanziere ich meine Therapien.

Ich berichte gerne weiter, wenn das OK ist.

Viele Grüße
Klara

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

von Sandifee » Mo Okt 13, 2025 8:46 pm

Hallo, ich möchte Dir kurz antworten. Also, ich war bei einer Gutachterin zur Frage der Schädigungsfolgen. Es war damals tatsächlich eine Gutachterin, die sonst nur Verjehrssachen macht. Allerdings war sie früher in der Psychatrie als Oberärztin tätig. Sie gab mir Schödigungsfolgen von 70 Grad. Das war doch überraschend für mich. Und ich bin so dankbar, dass nicht nach Aktenlage entschieden wurde.

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

von Ottili » Do Sep 18, 2025 1:45 pm

Okay ich hab jetzt einfach nachgefragt beim OEG, ich muss nicht zum Gutachter, die machen dort alles per Aktenlage. Finde ich persönlich auch besser.

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen

von Ottili » Mi Sep 17, 2025 9:06 am

Hallo, ich versuche mich gerade durchs OEG Verfahren durchzuarbeiten. Bei mir sind es aktuell 1,5Jahre und ich steh noch immer am Anfang.

In dieser Zeit wurde die Tat wurde als glaubhaft eingestuft und alle Unterlagen wurden eingeholt. Jetzt wird erstmal geprüft ob die Tat überhaupt unters OEG fällt also vorsätzlich, widerrechtlich und vor allem tätlich war - auf den Körper einwirkte.
Erst wenn das positive entschieden wurde geht es in die medizinische Aufklärung mit Kausalitäten und Folgeschäden.

Ich hätte nie gedacht das das Verfahren sooo kompliziert und kleinschrittig ist. Und jeder Kontakt ist hoch belastend.

Mich würde interessieren ob und wenn auf welcher Rechtsgrundlage ich zb einen Gutachter ablehnen kann bei der Frage von Folgeschäden. Ich hab so viele verrückte Sachen gelesen… Ich möchte , wenn ich schon zu einem Gutachter muss, dann zu jemanden der sich definitiv mit Traumafolgestörungen auskennt und nicht zb zu jemanden der Verkehrspsychologie macht oder „nur“ Psychiater ist aber keine Weiterbildung oder wirklich Erfahrung hat in der Arbeit mit Traumatherapie.
Zum einen sehe ich nicht wie da eine fachkundiges Gutachten erfolgen soll, zum anderen hätte ich Angst vor einer Retraumatisierung. Weil derjenige eben nicht einschätzen kann was gewisse Frageformulierungen auslösen.

Hat da jemand Erfahrung mit?

Bei der DRV kann man Gutachter ablehnen aus obigen Gründen und hatte ich auch schon erfolgreich. Geht das dann beim OEG auch? Beides sind ja Ämter

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