von Luisa » Sa Aug 29, 2026 11:08 pm
Danke euch für eure Antworten. Hab's jetzt doch gelesen...
Danke für deine Erklärungen, Eli. Das ergibt ein bisschen mehr Sinn für mich. Und danke, dass du meine Situation verstehst! Das erleichtert mich sehr.
Ja genau, ich versuche, meine Denkweise zu ändern, aber das fällt mir sehr schwer ohne logische Begründung... Weil ich leider immer noch davon überzeugt bin, dass die Täter Recht haben bzw ich verstehe nicht, warum nicht... Und naja, das ist nicht hilfreich für mich, wenn mir dann basically gesagt wird, dass ich so nicht denken soll und fertig (so kam das bei mir an). Aber ich kann durchaus auch verstehen, dass auf sowas sehr emotional reagiert wird, gerade als Betroffener.
Ich würde mich gerne davon befreien @Hoffnung. Aber Hilfe dabei zu finden, das gestaltet sich leider unbeschreiblich schwierig.
Nein ich erkenne leider nicht wirklich, warum ich nicht schuld sein soll und warum diese Denkweise nur dem Täterschutz dient. Mir wurde das lediglich oft gesagt, aber ich begreife nicht, warum das stimmen sollte und deswegen habe ich gefragt, um das zu verstehen.
Hm, Gesetze helfen mir irgendwie gar nicht, weil mir da eben die moralische Begründung fehlt... Und auch ein bisschen deswegen, weil die Gesetze ändern sich ja im Laufe der Jahrhunderte und woher soll man dann wissen, was wirklich moralisch korrekt ist?
Und ich habe das so oft erlebt, dass mir zwar gesagt wird, das ist so, dass ich (oder Opfer per se) keine Schuld haben, aber wenn ich dann nachfrage warum, dann gibt es irgendwie keine für mich schlüssige Begründung. Und auch keine offene Diskussion darüber. Das macht es mir sehr schwer, das anzunehmen, weil ich es nicht verstehe. Während mir die endlosen Gründe, die mir von Tätern eingeredet wurden, völlig plausibel erscheinen (möglicherweise auch deshalb, weil ich von klein auf so aufgewachsen bin).
Ich würde mir oft mehr Verständnis für meine Welt wünschen...
Es ist so schwer, das abzulegen... Obwohl ich inzwischen manchmal sogar merke, wie manipuliert ich bin und das ist wirklich furchtbar. Weil nur weil es mir bewusst ist, geht das dadurch ja nicht einfach weg.
Ich schäme mich sehr.
Mit Provokation meine ich zb sowas wie folgende Situation (TRIGGERWARNUNG!!):
Wenn man sich in einer Art... Auseinandersetzung mit jemandem befindet und die andere Person sagt: „Ich bring dich um" und man ist so sehr am Ende, weil man einfach nicht mehr kann und außerdem ist man suizidal und man will nicht noch ein einziges Mal angefasst werden, sondern man will lieber tot sein, und überhaupt ist man zutiefst verzweifelt. Und dann sagt man sowas wie „Dann bring mich doch um, ist mir doch scheißegal". Und die Person versucht das daraufhin wirklich.
Wessen Schuld ist das dann? Bzw wer hat welche Schuld?
Die Person hat dazu gesagt, das ist meine Schuld, weil ich das wollte und weil ich ihn provoziert habe. Und das ergibt beides absolut Sinn für mich. Denn ich habe ja gesagt, dass ich das will mit dem Umbringen und ich habe ihn provoziert, weil ich Widerworte gegeben habe (also ich habe vorher gesagt, dass ich nicht mehr kann, also dass ich das nicht mehr aushalten kann mit dem Anfassen). Also das kommt mir vollkommen logisch vor und ich verstehe nicht, wie ich in so einer Situation unschuldig sein soll.
TRIGGER ENDE.
Ein fiktives Beispiel, was mir noch zum Thema Provokation einfällt: Wenn jemand eine Person immer und immer wieder beleidigt und irgendwann wird die beleidigte Person gegenüber demjenigen der sie beleidigt handgreiflich.
Wessen Schuld ist das? Bzw wer hat welche Schuld?
Und wie ist das, wenn ich immer und immer wieder zum Täter gehe, obwohl ich ganz genau weiß, was dann passiert? Da bin ich doch auch irgendwie selber schuld oder?
So ähnlich wie wenn man auf Bahngleisen rumläuft, obwohl man weiß, dass irgendwann ein Zug kommt? Da ist doch auch nicht der Lokführer Schuld, wenn man überfahren wird, sondern man selbst? Oder ist das schon wieder falsch?
Und wie ist das, wenn mich jemand anfasst und derjenige hat eine Ehefrau und er sagt, wenn ich ihn verrate, ist das meine Schuld, weil ich dadurch die Familie zerstöre?
Dazu wurde mir zb gesagt, dass es seine Schuld wäre, weil er ja seine Frau betrügt. Aber ich verstehe das nicht, weil wenn ich ihn verrate, ist das doch meine Schuld, weil ohne mein Verraten wüsste sie das ja gar nicht? Und noch dazu betrüge ich sie ja irgendwie auch, wenn ich das mitmache?
Was genau ist denn meine Verantwortung in der Situation? Also hat man per se keine Verantwortung als Opfer bzw als jemand, der Missbrauch/Gewalt erfährt? Kann man in der Situation sozusagen machen, was man will und man ist trotzdem immer unschuldig?
Mein bester Freund hat mir mal erklärt: Verantwortung hat man nur innerhalb seiner Möglichkeiten. Und Schuld hat man, wenn man seiner Verantwortung nicht gerecht geworden ist.
Aber ich finde das sehr schwierig, das konkret einzugrenzen, was genau denn meine Verantwortung ist.
Ehrlich, das kommt mir so vor, als hätten die quasi mein Gehirn vergewaltigt... Ich würd's so gerne ändern, aber ich weiß nicht wie. Das ist alles so vollkommen verdreht in meinem Kopf irgendwie... Da weiß ich gar nicht mehr, was richtig und falsch und gut und schlecht ist und das macht mir solche Angst.
Ich habe Angst, dass ich niemals wirklich frei von alldem sein werde.
Ich hoffe, es ist ok, was ich geschrieben habe. Tut mir ehrlich leid, falls nicht. Ich will nichts falsch machen... Ich habe Angst, aber ich schicke das jetzt trotzdem mal so ab.
Viele Grüße
Luisa
Danke euch für eure Antworten. Hab's jetzt doch gelesen...
Danke für deine Erklärungen, Eli. Das ergibt ein bisschen mehr Sinn für mich. Und danke, dass du meine Situation verstehst! Das erleichtert mich sehr.
Ja genau, ich versuche, meine Denkweise zu ändern, aber das fällt mir sehr schwer ohne logische Begründung... Weil ich leider immer noch davon überzeugt bin, dass die Täter Recht haben bzw ich verstehe nicht, warum nicht... Und naja, das ist nicht hilfreich für mich, wenn mir dann basically gesagt wird, dass ich so nicht denken soll und fertig (so kam das bei mir an). Aber ich kann durchaus auch verstehen, dass auf sowas sehr emotional reagiert wird, gerade als Betroffener.
Ich würde mich gerne davon befreien @Hoffnung. Aber Hilfe dabei zu finden, das gestaltet sich leider unbeschreiblich schwierig.
Nein ich erkenne leider nicht wirklich, warum ich nicht schuld sein soll und warum diese Denkweise nur dem Täterschutz dient. Mir wurde das lediglich oft gesagt, aber ich begreife nicht, warum das stimmen sollte und deswegen habe ich gefragt, um das zu verstehen.
Hm, Gesetze helfen mir irgendwie gar nicht, weil mir da eben die moralische Begründung fehlt... Und auch ein bisschen deswegen, weil die Gesetze ändern sich ja im Laufe der Jahrhunderte und woher soll man dann wissen, was wirklich moralisch korrekt ist?
Und ich habe das so oft erlebt, dass mir zwar gesagt wird, das ist so, dass ich (oder Opfer per se) keine Schuld haben, aber wenn ich dann nachfrage warum, dann gibt es irgendwie keine für mich schlüssige Begründung. Und auch keine offene Diskussion darüber. Das macht es mir sehr schwer, das anzunehmen, weil ich es nicht verstehe. Während mir die endlosen Gründe, die mir von Tätern eingeredet wurden, völlig plausibel erscheinen (möglicherweise auch deshalb, weil ich von klein auf so aufgewachsen bin).
Ich würde mir oft mehr Verständnis für meine Welt wünschen...
Es ist so schwer, das abzulegen... Obwohl ich inzwischen manchmal sogar merke, wie manipuliert ich bin und das ist wirklich furchtbar. Weil nur weil es mir bewusst ist, geht das dadurch ja nicht einfach weg.
Ich schäme mich sehr.
Mit Provokation meine ich zb sowas wie folgende Situation (TRIGGERWARNUNG!!):
Wenn man sich in einer Art... Auseinandersetzung mit jemandem befindet und die andere Person sagt: „Ich bring dich um" und man ist so sehr am Ende, weil man einfach nicht mehr kann und außerdem ist man suizidal und man will nicht noch ein einziges Mal angefasst werden, sondern man will lieber tot sein, und überhaupt ist man zutiefst verzweifelt. Und dann sagt man sowas wie „Dann bring mich doch um, ist mir doch scheißegal". Und die Person versucht das daraufhin wirklich.
Wessen Schuld ist das dann? Bzw wer hat welche Schuld?
Die Person hat dazu gesagt, das ist meine Schuld, weil ich das wollte und weil ich ihn provoziert habe. Und das ergibt beides absolut Sinn für mich. Denn ich habe ja gesagt, dass ich das will mit dem Umbringen und ich habe ihn provoziert, weil ich Widerworte gegeben habe (also ich habe vorher gesagt, dass ich nicht mehr kann, also dass ich das nicht mehr aushalten kann mit dem Anfassen). Also das kommt mir vollkommen logisch vor und ich verstehe nicht, wie ich in so einer Situation unschuldig sein soll.
TRIGGER ENDE.
Ein fiktives Beispiel, was mir noch zum Thema Provokation einfällt: Wenn jemand eine Person immer und immer wieder beleidigt und irgendwann wird die beleidigte Person gegenüber demjenigen der sie beleidigt handgreiflich.
Wessen Schuld ist das? Bzw wer hat welche Schuld?
Und wie ist das, wenn ich immer und immer wieder zum Täter gehe, obwohl ich ganz genau weiß, was dann passiert? Da bin ich doch auch irgendwie selber schuld oder?
So ähnlich wie wenn man auf Bahngleisen rumläuft, obwohl man weiß, dass irgendwann ein Zug kommt? Da ist doch auch nicht der Lokführer Schuld, wenn man überfahren wird, sondern man selbst? Oder ist das schon wieder falsch?
Und wie ist das, wenn mich jemand anfasst und derjenige hat eine Ehefrau und er sagt, wenn ich ihn verrate, ist das meine Schuld, weil ich dadurch die Familie zerstöre?
Dazu wurde mir zb gesagt, dass es seine Schuld wäre, weil er ja seine Frau betrügt. Aber ich verstehe das nicht, weil wenn ich ihn verrate, ist das doch meine Schuld, weil ohne mein Verraten wüsste sie das ja gar nicht? Und noch dazu betrüge ich sie ja irgendwie auch, wenn ich das mitmache?
Was genau ist denn meine Verantwortung in der Situation? Also hat man per se keine Verantwortung als Opfer bzw als jemand, der Missbrauch/Gewalt erfährt? Kann man in der Situation sozusagen machen, was man will und man ist trotzdem immer unschuldig?
Mein bester Freund hat mir mal erklärt: Verantwortung hat man nur innerhalb seiner Möglichkeiten. Und Schuld hat man, wenn man seiner Verantwortung nicht gerecht geworden ist.
Aber ich finde das sehr schwierig, das konkret einzugrenzen, was genau denn meine Verantwortung ist.
Ehrlich, das kommt mir so vor, als hätten die quasi mein Gehirn vergewaltigt... Ich würd's so gerne ändern, aber ich weiß nicht wie. Das ist alles so vollkommen verdreht in meinem Kopf irgendwie... Da weiß ich gar nicht mehr, was richtig und falsch und gut und schlecht ist und das macht mir solche Angst.
Ich habe Angst, dass ich niemals wirklich frei von alldem sein werde.
Ich hoffe, es ist ok, was ich geschrieben habe. Tut mir ehrlich leid, falls nicht. Ich will nichts falsch machen... Ich habe Angst, aber ich schicke das jetzt trotzdem mal so ab.
Viele Grüße
Luisa