sexuelle Nötigung in Teenagerbeziehung

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Re: sexuelle Nötigung in Teenagerbeziehung

von Eli » Mo Jul 20, 2026 6:37 am

Hallo Anna,

Willkommen hier im Forum.
Tut mir leid dass du das erlebt hast.

Also ich habe mich beraten lassen von einer fachanwältin für sexualstrafrecht und du hättest null Chance (auch wenn unsere Geschichten sehr anders sind, gibt es ja Dinge die vorliegen müssen wie Beweise, damalige Tagebuch Einträge, Fotos von Verle““ungen, dass du es damals jemandem gesagt hast etc). Und selbst dann würde es vermutlich eingestellt bzw. das Verfahren gar nicht erst eröffnet (das heißt er würde auch nichts davon erfahren bzw. wäre vermutlich schadenfroh, dass es eingestellt wird so a la: sie hat gelogen.) Das ganze ist auch mega belastend, würde mir das nicht antun.

Ich finde auch dass ein Altersunterschied von zwei bis drei Jahren in dem Alter sehr häufig und normal ist, gerade weil Mädchen häufig geistig weiter sind in dem Alter und mit gleichaltrigen Jungen nichts anfangen können.
Das war bei mir damals auch ganz normal und weiß es auch von heute. Ich versteh nicht wieso dir gesagt wird das sei unnormal. Vielleicht weil er das als Ausrede genutzt hat nicht mit dir gesehen zu werden (weil er ja wusste dass er sch baut. Mit dem Alter hatte das aus meiner Sicht aber in Wirklichkeit nichts zu tun, weil wie du ja selbst schreibst war das rechtlich okay und auch häufig).
Eine Freundin hatte mit 16 einen Freund der war 32, das war weird aber auch das war ne gute Beziehung auf Augenhöhe (weil sie super intelligent und emotional reif war und er eben innerlich jünger) und sie hielt auch lange.
Ich denke worum es geht dass sein Verhalten absolut nicht okay war und manipulativ.

Wenn es darum geht sich nicht mehr ausgeliefert zu fühlen würde ich schauen wie du in Beziehungen heute Grenzen setzen kannst und die Wut in ein Ehrenamt stecken oder in Sport.
Steck deine Kraft nicht in den Täter, sondern in dich und dein Leben. Ihn interessiert das nicht und er hat dir schon genug Kraft genommen.
Du bist ja nicht für sein handeln oder seine Besserung verantwortlich und vielleicht hat er auch Therapie gemacht und sich verändert, weiß man alles nicht wieso er was getan hat und was er heute macht.

Alles Gute dir
Eli

Re: sexuelle Nötigung in Teenagerbeziehung

von Silberfee » So Jul 19, 2026 9:22 am

Hallo Anna,
vorab: ich habe keine Erfahrung mit Anzeigen.
Deine Wut kann ich verstehen, allerdings denke ich, dass du keinen Erfolg hättest mit einer Anzeige.
Um irgendetwas zu erreichen, bräuchtest du Beweise oder jemanden, der/die es mitbekommen hat. Da das vermutlich nicht der Fall ist, wird garnichts passieren. Zumal du ja auch 14 Jahre alt warst und dein damaliger Freund nur 2-3 Jahre älter. Das ist gesetzlich nicht verboten.
Natürlich hat er sich sch*** verhalten, keine Frage.
Ich weiß nicht, wie andere das hier sehen, aber meine Meinung dazu ist, dass es sinnvoller wäre, deine Wut anders zu nutzen bzw. herauszulassen.
Viele Grüße Silberfee

sexuelle Nötigung in Teenagerbeziehung

von AnnaL2 » Fr Jul 17, 2026 9:24 pm

Liebe Lesende,
Vorab Triggerwarnung: Ich spreche in meinem Text über sexuelle Nötigung, emotionalen Missbrauch und erwähne Aussagen über Suizid.
Ich beschäftige mich gerade damit, ob ich meinen Exfreund anzeigen kann. Also ob es sich lohnt und ob der Missbrauch dafür „ausreicht“.
Deswegen würde mich interessieren was ihr meint.
Ich war mit 14 (also vor knapp 6 Jahren) mit einem damals 16/17 Jährigen in einer Beziehung. Von Beginn an hatte er viele sexuelle Bedürfnisse, andere natürlich als eine 14 Jährige. Ich habe von Anfang an versucht Grenzen zu setzten, soweit ich mich erinnern kann. Er war immer ganz stolz wenn er sich daran gehalten hat und „brav“ (seine Worte) war.
Es kam oft zu Situationen in denen er von mir erwartet hat ihn zu befriedigen, sonst war er wütend und hat nicht mit mir gesprochen. Selbst in Situationen, in denen ich vorher so überfordert mit seiner sexuellen Interaktion an mir war, dass ich geweint habe, war er sauer wenn er nicht „auf seine Kosten“ kam.
In anderen Situationen habe ich mehrmals gesagt ich möchte gerade keine sexuelle Interaktion haben, er hat es dann sooft probiert bis ich nicht mehr nein gesagt habe, sondern einfach still war. Ich war oft still, ich hatte Schmerzen, wollte ihn nicht verärgern und hab es über mich ergehen lassen. Zusätzlich hat er mir Fotos von anderen Frauen aus der Öffentlichkeit geschickt und mich aufgefordert ihm auch solche Fotos zu senden.
Durch den Altersunterschied und durch die Persönlichkeit von ihm hat er seine „Vorteile“ im Machtverhältnis sehr ausgenutzt. Er hat mich eben zu Sachen gedrängt, indem er sonst wütend war, wenn ich mich nicht dran halte. Er hat mich Beleidigt, als dumm bezeichnet und ständig kleingeredet.
Er hat öfter auch kleine Emotionale Spielchen mit mir gemacht, indem er zu Beispiel gesagt hat „Ich bin so ein Arschloch, ich tu dir nicht gut, ich will nicht mehr leben“ und mich direkt im Anschluss beleidigt hat, wie dumm ich denn sei und dass ich keine Ahnung habe, wovon ich spreche. Und das über 2 Stunden im Wechsel.
Der Altersunterschied beschäftigt mich wirklich immer noch sehr. Rechtlich ist er eigentlich nicht relevant, aber er wollte zum Beispiel nicht in der Öffentlichkeit mit mir gesehen werden, weil es schon komisch sei, meinte er. In der Schule hat er mich ignoriert und keiner durfte davon wissen. Beide unsere Eltern haben Übernachtungen verboten, also selbst denen war bewusst, dass das Alter schon etwas kritisch zu betrachten ist.
Ich bin in Therapie und mache immer wieder EMDR Sitzungen mit meiner Therapeutin, weil es mich in meiner jetzigen Beziehung nach 6 Jahren immer noch prägt, sowohl Zwischenmenschlich, als auch sexuell.
Vieles was passiert ist, ist für mich nicht mehr wirklich greifbar. ich kann mich oft an Details nicht erinnern oder habe verschwommene Erinnerungen.
Das macht es natürlich nicht einfacher.
Mich würde einfach interessieren, ob es eine Möglichkeit wäre ihn anzuzeigen, also ob es rein von der Evidenz reicht. Ich weiß nicht, ob ich’s machen würde aber meine Therapeutin rät mir dazu einfach mal zu Überlegen was ich mit meiner Situation machen kann, damit ich mich nicht immernoch so ausgeliefert fühlen muss.
Ich bin es auch einfach sehr satt, dass Täter mit solchen Verhaltensweisen durchkommen, ohne Konsequenzen zu spüren. Ich muss sie spüren, warum sollte er nicht auch was davon abbekommen? Oder meint ihr diese Wut ist nicht die richtige Art damit umzugehen?
Ich bin gespannt auf Eure Einschätzungen!
Liebe Grüße
Anna

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