von SchöneAlteBlume » Mo Sep 29, 2025 8:28 am
hallo Eli,
danke für deine Antwort! Ich habe eine Weile nachgedacht über deine Fragen und bin darauf gekommen, dass es mir eigentlich gar nicht darum geht, eine neue Liebe zu finden. Oder eine neue (bessere) Art von Sexualität.
Der Begriff von erfüllter Sexualität ist für mich sowieso ein Fremdwort. War es das ganze Leben schon so, von daher habe ich da keine sonderliche Sehnsucht.
Es ist nicht so, dass diese "neue" Erkenntnis, lesbisch zu sein, in mir den Drang weckt, ich muss jetzt sofort eine Partnerin finden, neu kennenlernen, alles nachholen oder so.
Nein, eigentlich nicht.
Es steht für mich etwas anderes dahinter, was mich wieder zu meiner Erziehung und dem MB bringt.
Lesbisch sein bedeutet, einen Mann im Leben abzulehnen. Immer habe ich das Konzept akzeptiert, dass man als Frau einen Mann haben MUSS, dass man als Frau nicht komplett ist, nicht lebensfähig ist, es nicht schafft. Weil es Aufgaben und Dinge gibt, die nur Männer können und deswegen muss man sich als Frau unbedingt und immer einen Partner suchen.
Auch die Sache mit dem Kind... Ich frage mich ernsthaft, warum ich mir damals ein Kind gewünscht habe. Muss das wirklich als Pflichtaufgabe immer sein, dass man als Frau eine Mutter wird?
Das sind Ansichten, die mir eingepflanzt wurden.
Dass ich jetzt ehrlich zu mir selbst sage, lesbisch zu sein, bedeutet automatisch auch, dass ich diese alten Ansichten ablege. Frau muss nicht zwangsläufig einen Mann haben. Frau kann auch völlig alleine oder mit einer anderen Frau leben, und das funktioniert. Frau muss nicht Kinder gebären. Es abzulehnen, Mutter zu werden, macht einen nicht zum schlechten Menschen.
Das sind Dinge, die jetzt nicht unbedingt mit lesbisch sein zu tun haben. Auch hetero Frauen leben manchmal alleine und wollen keine Kinder. Aber für mich hängt das jetzt alles irgendwie zusammen.
Sexualität in der Partnerschaft ist da ein weiterer Punkt, wo ich daran arbeite, Erziehung, MB und Realität voneinander zu trennen.
Seit JAhrzehnten habe ich das Gefühl, mit mir stimmt etwas nicht, weil ich S*x nicht genießen kann. Weil ichs eigentlich nicht brauche und das immer nur als Pflicht Dings sehe, um den Mann zufrieden zu machen. Es gefällt mir nicht? Also stimmt mit mir etwas nicht. Da muss ich dran arbeiten. Das muss man wegtherapieren.
Mein Mann ist lieb, freundlich, rücksichtsvoll. Und trotzdem mag ich ihn nur mit Kleidung und Abstand von meinem Körper. Da MUSS doch was falsch sein mit mir, ich muss das korrigieren, ich muss das bessern.
Diese Gedanken hatte ich jahrelang.
Jetzt geht mir plötzlich ein Licht auf. Ich bin nicht krank, beschädigt oder therapiebedürftig. Bei mir ist nichts kaputt wegen dem MB. Ich mag Männer einfach grundsätzlich nicht! Ganz einfach. So bin ich. Es ist kein Zeichen dass mit mir etwas nicht stimmt.
Jetzt stehe ich da, habe Familie. Und zum ersten Mal im Leben erkenne ich, mit mir ist alles ok. Ich bin nicht krank. Ich darf sagen, dass ich S*x nicht mag und ich darf sagen, dass ich eigentlich am liebsten ohne Mann leben würde. Ich darf sagen, dass es mir eigentlich keinen Spaß macht, Mutter zu sein und dass die ganze Wunschkind Sache eine Lüge an mich selbst war.
Trotzdem mag ich meinen Mann, ich mag meine Tochter und ich habe es mir eigentlich hübsch eingerichtet. Trotz miesem Start ins Leben, wo ich mehrmals knapp vorm Abgrund gestanden bin, habe ich es geschafft, ordentliche Verhältnisse zu haben.
Es ist ja nicht so, dass ich volle Gelegenheiten vor der Tür hätte, sofort mit einer Traumpartnerin ein neues Leben aufzubauen. Ich weiß gar nicht ob ich das wollen würde.
Würde ich mein jetziges Leben aufgeben, wäre ich erstmal alleine. Das will ich auch nicht. Schon gar nicht wegen meiner Tochter.
hallo Eli,
danke für deine Antwort! Ich habe eine Weile nachgedacht über deine Fragen und bin darauf gekommen, dass es mir eigentlich gar nicht darum geht, eine neue Liebe zu finden. Oder eine neue (bessere) Art von Sexualität.
Der Begriff von erfüllter Sexualität ist für mich sowieso ein Fremdwort. War es das ganze Leben schon so, von daher habe ich da keine sonderliche Sehnsucht.
Es ist nicht so, dass diese "neue" Erkenntnis, lesbisch zu sein, in mir den Drang weckt, ich muss jetzt sofort eine Partnerin finden, neu kennenlernen, alles nachholen oder so.
Nein, eigentlich nicht.
Es steht für mich etwas anderes dahinter, was mich wieder zu meiner Erziehung und dem MB bringt.
Lesbisch sein bedeutet, einen Mann im Leben abzulehnen. Immer habe ich das Konzept akzeptiert, dass man als Frau einen Mann haben MUSS, dass man als Frau nicht komplett ist, nicht lebensfähig ist, es nicht schafft. Weil es Aufgaben und Dinge gibt, die nur Männer können und deswegen muss man sich als Frau unbedingt und immer einen Partner suchen.
Auch die Sache mit dem Kind... Ich frage mich ernsthaft, warum ich mir damals ein Kind gewünscht habe. Muss das wirklich als Pflichtaufgabe immer sein, dass man als Frau eine Mutter wird?
Das sind Ansichten, die mir eingepflanzt wurden.
Dass ich jetzt ehrlich zu mir selbst sage, lesbisch zu sein, bedeutet automatisch auch, dass ich diese alten Ansichten ablege. Frau muss nicht zwangsläufig einen Mann haben. Frau kann auch völlig alleine oder mit einer anderen Frau leben, und das funktioniert. Frau muss nicht Kinder gebären. Es abzulehnen, Mutter zu werden, macht einen nicht zum schlechten Menschen.
Das sind Dinge, die jetzt nicht unbedingt mit lesbisch sein zu tun haben. Auch hetero Frauen leben manchmal alleine und wollen keine Kinder. Aber für mich hängt das jetzt alles irgendwie zusammen.
Sexualität in der Partnerschaft ist da ein weiterer Punkt, wo ich daran arbeite, Erziehung, MB und Realität voneinander zu trennen.
Seit JAhrzehnten habe ich das Gefühl, mit mir stimmt etwas nicht, weil ich S*x nicht genießen kann. Weil ichs eigentlich nicht brauche und das immer nur als Pflicht Dings sehe, um den Mann zufrieden zu machen. Es gefällt mir nicht? Also stimmt mit mir etwas nicht. Da muss ich dran arbeiten. Das muss man wegtherapieren.
Mein Mann ist lieb, freundlich, rücksichtsvoll. Und trotzdem mag ich ihn nur mit Kleidung und Abstand von meinem Körper. Da MUSS doch was falsch sein mit mir, ich muss das korrigieren, ich muss das bessern.
Diese Gedanken hatte ich jahrelang.
Jetzt geht mir plötzlich ein Licht auf. Ich bin nicht krank, beschädigt oder therapiebedürftig. Bei mir ist nichts kaputt wegen dem MB. Ich mag Männer einfach grundsätzlich nicht! Ganz einfach. So bin ich. Es ist kein Zeichen dass mit mir etwas nicht stimmt.
Jetzt stehe ich da, habe Familie. Und zum ersten Mal im Leben erkenne ich, mit mir ist alles ok. Ich bin nicht krank. Ich darf sagen, dass ich S*x nicht mag und ich darf sagen, dass ich eigentlich am liebsten ohne Mann leben würde. Ich darf sagen, dass es mir eigentlich keinen Spaß macht, Mutter zu sein und dass die ganze Wunschkind Sache eine Lüge an mich selbst war.
Trotzdem mag ich meinen Mann, ich mag meine Tochter und ich habe es mir eigentlich hübsch eingerichtet. Trotz miesem Start ins Leben, wo ich mehrmals knapp vorm Abgrund gestanden bin, habe ich es geschafft, ordentliche Verhältnisse zu haben.
Es ist ja nicht so, dass ich volle Gelegenheiten vor der Tür hätte, sofort mit einer Traumpartnerin ein neues Leben aufzubauen. Ich weiß gar nicht ob ich das wollen würde.
Würde ich mein jetziges Leben aufgeben, wäre ich erstmal alleine. Das will ich auch nicht. Schon gar nicht wegen meiner Tochter.