von Whisper.. » Fr Dez 20, 2024 9:28 pm
Danke Eli, für deine Antwort!
Es ist wieder viel Zeit vergangen und ein bisschen was ist passiert.
Die Zeit in der Klinik war zuletzt sehr, sehr schwierig. Und der Aufenthalt war eine absolute Achterbahnfahrt. Das war wirklich schlimm diesmal. Aber vielleicht mal von vorne..
Ich war jetzt die ganze Zeit über auf einem Drei-Bett-Zimmer, das war schon echt unangenehm und mir wurde es oftmals zu viel. Es gab eine Bettnachbarin die wirklich ohne Punkt und Komma geredet hat, sogar an meinem ersten Tag. Das war so schlimm, weil ich auch nicht so unhöflich sein wollte und deshalb immer zugehört hab..obwohl es mir gar nicht gut ging. Das hat sich dann die ganze Zeit so gezogen. Dann gab es auf dem Zimmer immer wieder extreme Diskussionen über das Fenster. Die, die so viel geredet hat war absolut dagegen, das Fenster zu öffnen. Auch nicht zum Stoßlüften. Aber wie soll denn das funktionieren? Drei Leute, ein Zimmer..da muss doch gelüftet werden..und ich kann halt auch nicht schlafen, wenn es zu warm ist. Und dieses Thema begleitete mich jetzt die ganzen Wochen. Das war echt heftig. Und sie war eine Person, deren Problematiken imer am schlimmsten sind, irgendwann hab ich mich und meine Angelegenheiten noch weniger ernste genommen als eh schon. Das hat mich dann auch immer wieder in die Dissoziation gebracht. Auch mehrmals am Tag..
Dennoch hatte ich zu Beginn riesiges Glück; meine Bezugspflegerin war die gleiche wie im letzten Jahr und ich hab sie so so so gern gemocht. Das war toll und hat mich total gefreut. Leider ist sie dann Ende November gegangen, weil sie einen neuen Job anfängt, aber wir sind trotzdem auch weiterhin über Insta im Kontakt. Die Einzelgespräche bei der Therapeutin waren auch immer wieder total hart und schwierig. Die waren gut, aber eben schwierig. Vor allem hat in dem kompletten Aufenthalt der Selbsthass so viel Platz eingenommen, das hat vieles verschlimmert. Und wir haben es zu dritt (also die Therapeutin, meine Bezugspflege und ich) nicht ausreichend geschafft, diesen Anteil unter Kontrolle zu bekommen. Irgendwann fingen auch die Suizidgedanken wieder extrem an schwierig zu werden. Und das sind sie immer noch. Auf Grund von Coronafällen auf Station kam es zu einer Zwischenentlassung, als ich diese paar Tage Zuhause war, kam es fast zur Umsetzung. Das war nicht einfach, aber ich konnte es verhindern. Dann wurde es mit meinem Gewicht schwierig. Ich habe 1-2x am Tag etwas gegessen, das war eigentlich schon total viel, dann kamen auch die ganzen Süßigkeiten dazu und trotzdem hab ich an Gewicht verloren. Dabei habe ich nebenbei keinen Sport gemacht, außer eben während der Bewegungstherapie. Auch an dem Medis hat sich nix geändert. Und trotzdem waren es 6 Kilo weniger. Dann wurde ich drei Wochen beim Essen begleitet, zum Glück konnte das aber so geregelt werden, dass die Patientengruppe das nicht so mitbekommt, weil ich erst zum essen gehen musste, wenn alle anderen fertig waren. Und die Pflegekräfte haben immer mitgegessen. So kam ich mir nicht ganz so doof vor.
In den Therapien konnte ich aber nochmal einige Themen auffrischen und auch in den Alltag integrieren. Das hat sich also doch noch echt gelohnt. Ich habe sogar mit einer Psychologin eine Angstexposition machen können. Ich bin ja gar nicht mehr rausgegangen, weil ich so extrem Angst davor hab. Meine Therapeutin fragte mich, ob ich mir eine Angstexpo vorstellen könnte, ich habe dann bejaht und mit einer anderen Psychologin daran gearbeitet. Wir haben uns zwei mal für jeweils eine Stunde getroffen und alles besprochen, was wichtig war. Geplant war dann, dass wir zusammen in die Stadt gehen..auf einmal fragte sie mich dann so.."Frau XY, eigentlich wollen wir ja nächste Woche in die Stadt..aber können Sie sich auch vorstellen, morgen mit mir U-Bahn zu fahren?" In dem Moment musste ich einfach so laut lachen, ich dachte echt, das wäre ein Witz..aber nein..wir sind wirklich U-Bahn gefahren, bis zu Endhaltestelle (eine Strecke dauerte 34 Minuten)..ich durfte währenddessen nicht skillen, musste auf meine Umgebung achten..und sie hat nicht mit mir geredet, das wäre Sicherheitsverhalten gewesen. Sie sagte, sie mischt sich nur ein, wenn ich irgendwie in die Dis rutsche. Ansonsten gehört das alles mit zur Expo. Zum Glück ist nichts schlimmes passiert und ich fand das so so Zuckersüß, wie stolz sie war, und wie sehr sie sich gefreut hat, dass ich das geschafft habe. Das war toll. Die Expo an sich hat mich wirklich mehr als nur gefordert..aber ich hab es geschafft und das ist gut so. Ich war bisher sogar schon zwei Mal in einem kleinen Laden um ein paar Dinge einzukaufen. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal alleine in einem Einkaufsladen war..
Und was wir nicht hinbekommen haben ist, meine Abendmedikation gut einzustellen. Im MOment läuft es so, dass ich 2 bis 3 Tage komplett wach bin und dann für ca. 4 bis 5 Stunden schlafen kann. Mir wurde zeitweise auch schon Zopiclon gegeben, weil ich so müde und erschöpft bin. Nur leider kann das keine Dauermedikation ersetzen, deswegen nehme ich das nicht mehr. Jetzt soll ich Zuhause ein neues Medikament ausprobieren, dafür muss ich aber erst noch in die Apotheke. Dieses Mediakament ist eigentlich eins gegen zu hohen Blutdruck. Das soll aber dabei helfen, weniger Alpträume zu haben..
Letzte Woche Freitag war mein Geburtstag, das war auch ziemlich schwieriger Tag. Weil der Wunsch nach Tod ziemlich groß ist. Ich schaffe es nicht, diesen Wunsch kleiner werden zu lassen. Meine Tage bestehen im Moment auch nur aus Ablenkung.
Für morgen habe ich mir aber vorgenommen, wieder in Fitnessstudio zu gehen. Ich hoffe, dass das klappt.
Der nächste Aufenthalt ist jetzt für Januar geplant, weil wir alle gemerkt haben, dass ich erstmal eine Pause benötige. Es gibt auch schon ein Aufnahmedatum, für mich als Sicherheit.
Jetzt muss ich halt einfach nur noch schauen wie ich mit den Suizidgedanken zurechen kommen kann..gerade jetzt so kurz vor den Feiertagen..uff..
Danke Eli, für deine Antwort!
Es ist wieder viel Zeit vergangen und ein bisschen was ist passiert.
Die Zeit in der Klinik war zuletzt sehr, sehr schwierig. Und der Aufenthalt war eine absolute Achterbahnfahrt. Das war wirklich schlimm diesmal. Aber vielleicht mal von vorne..
Ich war jetzt die ganze Zeit über auf einem Drei-Bett-Zimmer, das war schon echt unangenehm und mir wurde es oftmals zu viel. Es gab eine Bettnachbarin die wirklich ohne Punkt und Komma geredet hat, sogar an meinem ersten Tag. Das war so schlimm, weil ich auch nicht so unhöflich sein wollte und deshalb immer zugehört hab..obwohl es mir gar nicht gut ging. Das hat sich dann die ganze Zeit so gezogen. Dann gab es auf dem Zimmer immer wieder extreme Diskussionen über das Fenster. Die, die so viel geredet hat war absolut dagegen, das Fenster zu öffnen. Auch nicht zum Stoßlüften. Aber wie soll denn das funktionieren? Drei Leute, ein Zimmer..da muss doch gelüftet werden..und ich kann halt auch nicht schlafen, wenn es zu warm ist. Und dieses Thema begleitete mich jetzt die ganzen Wochen. Das war echt heftig. Und sie war eine Person, deren Problematiken imer am schlimmsten sind, irgendwann hab ich mich und meine Angelegenheiten noch weniger ernste genommen als eh schon. Das hat mich dann auch immer wieder in die Dissoziation gebracht. Auch mehrmals am Tag..
Dennoch hatte ich zu Beginn riesiges Glück; meine Bezugspflegerin war die gleiche wie im letzten Jahr und ich hab sie so so so gern gemocht. Das war toll und hat mich total gefreut. Leider ist sie dann Ende November gegangen, weil sie einen neuen Job anfängt, aber wir sind trotzdem auch weiterhin über Insta im Kontakt. Die Einzelgespräche bei der Therapeutin waren auch immer wieder total hart und schwierig. Die waren gut, aber eben schwierig. Vor allem hat in dem kompletten Aufenthalt der Selbsthass so viel Platz eingenommen, das hat vieles verschlimmert. Und wir haben es zu dritt (also die Therapeutin, meine Bezugspflege und ich) nicht ausreichend geschafft, diesen Anteil unter Kontrolle zu bekommen. Irgendwann fingen auch die Suizidgedanken wieder extrem an schwierig zu werden. Und das sind sie immer noch. Auf Grund von Coronafällen auf Station kam es zu einer Zwischenentlassung, als ich diese paar Tage Zuhause war, kam es fast zur Umsetzung. Das war nicht einfach, aber ich konnte es verhindern. Dann wurde es mit meinem Gewicht schwierig. Ich habe 1-2x am Tag etwas gegessen, das war eigentlich schon total viel, dann kamen auch die ganzen Süßigkeiten dazu und trotzdem hab ich an Gewicht verloren. Dabei habe ich nebenbei keinen Sport gemacht, außer eben während der Bewegungstherapie. Auch an dem Medis hat sich nix geändert. Und trotzdem waren es 6 Kilo weniger. Dann wurde ich drei Wochen beim Essen begleitet, zum Glück konnte das aber so geregelt werden, dass die Patientengruppe das nicht so mitbekommt, weil ich erst zum essen gehen musste, wenn alle anderen fertig waren. Und die Pflegekräfte haben immer mitgegessen. So kam ich mir nicht ganz so doof vor.
In den Therapien konnte ich aber nochmal einige Themen auffrischen und auch in den Alltag integrieren. Das hat sich also doch noch echt gelohnt. Ich habe sogar mit einer Psychologin eine Angstexposition machen können. Ich bin ja gar nicht mehr rausgegangen, weil ich so extrem Angst davor hab. Meine Therapeutin fragte mich, ob ich mir eine Angstexpo vorstellen könnte, ich habe dann bejaht und mit einer anderen Psychologin daran gearbeitet. Wir haben uns zwei mal für jeweils eine Stunde getroffen und alles besprochen, was wichtig war. Geplant war dann, dass wir zusammen in die Stadt gehen..auf einmal fragte sie mich dann so.."Frau XY, eigentlich wollen wir ja nächste Woche in die Stadt..aber können Sie sich auch vorstellen, morgen mit mir U-Bahn zu fahren?" In dem Moment musste ich einfach so laut lachen, ich dachte echt, das wäre ein Witz..aber nein..wir sind wirklich U-Bahn gefahren, bis zu Endhaltestelle (eine Strecke dauerte 34 Minuten)..ich durfte währenddessen nicht skillen, musste auf meine Umgebung achten..und sie hat nicht mit mir geredet, das wäre Sicherheitsverhalten gewesen. Sie sagte, sie mischt sich nur ein, wenn ich irgendwie in die Dis rutsche. Ansonsten gehört das alles mit zur Expo. Zum Glück ist nichts schlimmes passiert und ich fand das so so Zuckersüß, wie stolz sie war, und wie sehr sie sich gefreut hat, dass ich das geschafft habe. Das war toll. Die Expo an sich hat mich wirklich mehr als nur gefordert..aber ich hab es geschafft und das ist gut so. Ich war bisher sogar schon zwei Mal in einem kleinen Laden um ein paar Dinge einzukaufen. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal alleine in einem Einkaufsladen war..
Und was wir nicht hinbekommen haben ist, meine Abendmedikation gut einzustellen. Im MOment läuft es so, dass ich 2 bis 3 Tage komplett wach bin und dann für ca. 4 bis 5 Stunden schlafen kann. Mir wurde zeitweise auch schon Zopiclon gegeben, weil ich so müde und erschöpft bin. Nur leider kann das keine Dauermedikation ersetzen, deswegen nehme ich das nicht mehr. Jetzt soll ich Zuhause ein neues Medikament ausprobieren, dafür muss ich aber erst noch in die Apotheke. Dieses Mediakament ist eigentlich eins gegen zu hohen Blutdruck. Das soll aber dabei helfen, weniger Alpträume zu haben..
Letzte Woche Freitag war mein Geburtstag, das war auch ziemlich schwieriger Tag. Weil der Wunsch nach Tod ziemlich groß ist. Ich schaffe es nicht, diesen Wunsch kleiner werden zu lassen. Meine Tage bestehen im Moment auch nur aus Ablenkung.
Für morgen habe ich mir aber vorgenommen, wieder in Fitnessstudio zu gehen. Ich hoffe, dass das klappt.
Der nächste Aufenthalt ist jetzt für Januar geplant, weil wir alle gemerkt haben, dass ich erstmal eine Pause benötige. Es gibt auch schon ein Aufnahmedatum, für mich als Sicherheit.
Jetzt muss ich halt einfach nur noch schauen wie ich mit den Suizidgedanken zurechen kommen kann..gerade jetzt so kurz vor den Feiertagen..uff..