von A.Rhiannon » Mi Aug 05, 2026 4:13 pm
Liebe Even,
danke für die lieben und herzlichen Worte. Sie kamen bei der Kleinen an.
Das tat besonders gut, weil gerade das Ungesehen-Sein, diese absolute Einsamkeit damals am schlimmsten waren.
Schwierig ist es für mich im Heute, da sich immer mal wieder so eine Stimme "einmogelt", die sagt, dass bei all den Dingen, die ich erlebt habe und inzwischen wieder erinnere und gefühlt habe, diese Situationen und Gefühle doch nicht so schlimm gewesen sein konnten.
Aber doch! Das waren sie...
Es war schlimm.
Evtl. Trigger
Ich war noch so sehr klein, im Kindergartenalter. Ich erinnere mich, dass meine Mutter es gesehen hatte und anstatt mich zu beschützen hatte ich plötzlich das Gefühl ich hätte erstens mich selbst schützen müssen, zweitens meine Mutter beschützen müssen und drittens das unerträgliche Gefühl ihren Schutz nicht wert zu sein, sondern schlimmer noch, sogar dafür bestraft werden zu müssen.
Das Gefühl von der Person, von der meine ganze Welt abhing (Fürsorge, Sicherheit, Liebe, Vertrauen) so behandelt worden zu sein, das zerbrach meine kleine große Welt.
Das Gefühl auf den Trost und den Schutz und das Verständnis meiner Mutter zu warten nach all dem körperlichen und seelischen Schmerz, der mir zugefügt wurde... Wo sie es doch gesehen hatte... Auf die Umarmung zu warten und darauf in ihrem Arm, auf ihrem Schoß hemmungslos weinen und sich verkriechen zu können, sich in Liebe, Fürsorge und Sicherheit fallen lassen zu können, Trost zu erfahren. Dieser Wunsch war so unsagbar groß.
Aber sie kam nicht zu mir, um mich zu trösten oder um irgendwie für mich da zu sein. Sie ließ mich allein obwohl sie es gesehen hatte. Und ich war wirklich der festen Überzeugung, dass sie mir helfen und dem ein Ende setzen wird. So sehr habe ich es als kleines Kind bereits als falsch empfunden was mir angetan wurde. Doch dann wurde es verdreht.
Dann kamen die Drohungen und Beschuldigungen durch ihn. Dann kam anstatt Schutz, Trost und Verständnis durch meine Mutter die Bestrafung durch sie. Nicht, dass sie mich "nur" damit allein gelassen hätte (und danach immer und immer wieder), nein, sie hat mich dafür auch noch bestraft (immer und immer wieder auf unterschiedliche Art und Weise). Zusätzlich dazu hat sie mir immer wieder das Gefühl gegeben von Grund auf falsch und alles andere als auch nur annähernd liebenswert zu sein. Und ja auch selbst schuld zu sein.
Wenn ich das so schreibe macht das inzwischen etwas mit mir.
Lange Zeit habe ich dazu gar nichts gefühlt. Dann war da ganz viel Wut.
Was jetzt immer wieder darüber da ist, ist eine tiefe Traurigkeit. Ich fühle die absolute Hilflosigkeit und Verzweiflung der Kleinen darüber. Ja, über was eigentlich, den "Verlust" der Mutter? Einer Mutter wie sie hätte sein sollen?
Auf jeden Fall darüber, dass diese innerste wichtigste Sehnsucht nach der Mutter nicht erfüllt wurde und daraus resultierten so viele Selbstzweifel.
Wenn meine Mutter hingesehen hätte und damit meine ich, wenn sie mich und meinen Schmerz gesehen hätte und mir dabei das Gefühl gegeben hätte mich und meinen Schmerz zu sehen. Wenn sie mich getröstet hätte und zumindest versucht hätte mich zu beschützen, dann hätte doch vieles anders und mir vieles, was danach alles noch kam, erspart bleiben können. Das denke ich zumindest. Ich denke es hätte einen Unterschied gemacht.
Aber so war es nicht. Ihr Verhalten zog sich weiterhin so durch...
Irgendwann war ich das so gewohnt. Egal was ich erlebte.
Aber in diesem jungen Alter zerbrach es meine ganze Welt.
Ich darf es nun langsam fühlen. Die Seele lässt ja bekanntlich nur das zu, was sie bereit zu halten ist. Vielleicht bin ich im Heute bereit diesen Schmerz langsam selbst zu halten und zu heilen, insofern das möglich ist. Vielleicht ist allein das Zulassen des Schmerzes ein Heilungsschritt.
Dabei möchte ich noch mehr fähig sein es nicht abzuwerten oder klein zu reden. Denn das war es nicht.
Der Schmerz damals war lebensbedrohlich groß. Es zerbrach meine ganze kleine große Welt. Es nahm mir jegliche Hoffnung und jegliches Vertrauen.
A.Rhiannon
Liebe Even,
danke für die lieben und herzlichen Worte. Sie kamen bei der Kleinen an.
Das tat besonders gut, weil gerade das Ungesehen-Sein, diese absolute Einsamkeit damals am schlimmsten waren.
Schwierig ist es für mich im Heute, da sich immer mal wieder so eine Stimme "einmogelt", die sagt, dass bei all den Dingen, die ich erlebt habe und inzwischen wieder erinnere und gefühlt habe, diese Situationen und Gefühle doch nicht so schlimm gewesen sein konnten.
Aber doch! Das waren sie...
Es war schlimm.
Evtl. Trigger
Ich war noch so sehr klein, im Kindergartenalter. Ich erinnere mich, dass meine Mutter es gesehen hatte und anstatt mich zu beschützen hatte ich plötzlich das Gefühl ich hätte erstens mich selbst schützen müssen, zweitens meine Mutter beschützen müssen und drittens das unerträgliche Gefühl ihren Schutz nicht wert zu sein, sondern schlimmer noch, sogar dafür bestraft werden zu müssen.
Das Gefühl von der Person, von der meine ganze Welt abhing (Fürsorge, Sicherheit, Liebe, Vertrauen) so behandelt worden zu sein, das zerbrach meine kleine große Welt.
Das Gefühl auf den Trost und den Schutz und das Verständnis meiner Mutter zu warten nach all dem körperlichen und seelischen Schmerz, der mir zugefügt wurde... Wo sie es doch gesehen hatte... Auf die Umarmung zu warten und darauf in ihrem Arm, auf ihrem Schoß hemmungslos weinen und sich verkriechen zu können, sich in Liebe, Fürsorge und Sicherheit fallen lassen zu können, Trost zu erfahren. Dieser Wunsch war so unsagbar groß.
Aber sie kam nicht zu mir, um mich zu trösten oder um irgendwie für mich da zu sein. Sie ließ mich allein obwohl sie es gesehen hatte. Und ich war wirklich der festen Überzeugung, dass sie mir helfen und dem ein Ende setzen wird. So sehr habe ich es als kleines Kind bereits als falsch empfunden was mir angetan wurde. Doch dann wurde es verdreht.
Dann kamen die Drohungen und Beschuldigungen durch ihn. Dann kam anstatt Schutz, Trost und Verständnis durch meine Mutter die Bestrafung durch sie. Nicht, dass sie mich "nur" damit allein gelassen hätte (und danach immer und immer wieder), nein, sie hat mich dafür auch noch bestraft (immer und immer wieder auf unterschiedliche Art und Weise). Zusätzlich dazu hat sie mir immer wieder das Gefühl gegeben von Grund auf falsch und alles andere als auch nur annähernd liebenswert zu sein. Und ja auch selbst schuld zu sein.
Wenn ich das so schreibe macht das inzwischen etwas mit mir.
Lange Zeit habe ich dazu gar nichts gefühlt. Dann war da ganz viel Wut.
Was jetzt immer wieder darüber da ist, ist eine tiefe Traurigkeit. Ich fühle die absolute Hilflosigkeit und Verzweiflung der Kleinen darüber. Ja, über was eigentlich, den "Verlust" der Mutter? Einer Mutter wie sie hätte sein sollen?
Auf jeden Fall darüber, dass diese innerste wichtigste Sehnsucht nach der Mutter nicht erfüllt wurde und daraus resultierten so viele Selbstzweifel.
Wenn meine Mutter hingesehen hätte und damit meine ich, wenn sie mich und meinen Schmerz gesehen hätte und mir dabei das Gefühl gegeben hätte mich und meinen Schmerz zu sehen. Wenn sie mich getröstet hätte und zumindest versucht hätte mich zu beschützen, dann hätte doch vieles anders und mir vieles, was danach alles noch kam, erspart bleiben können. Das denke ich zumindest. Ich denke es hätte einen Unterschied gemacht.
Aber so war es nicht. Ihr Verhalten zog sich weiterhin so durch...
Irgendwann war ich das so gewohnt. Egal was ich erlebte.
Aber in diesem jungen Alter zerbrach es meine ganze Welt.
Ich darf es nun langsam fühlen. Die Seele lässt ja bekanntlich nur das zu, was sie bereit zu halten ist. Vielleicht bin ich im Heute bereit diesen Schmerz langsam selbst zu halten und zu heilen, insofern das möglich ist. Vielleicht ist allein das Zulassen des Schmerzes ein Heilungsschritt.
Dabei möchte ich noch mehr fähig sein es nicht abzuwerten oder klein zu reden. Denn das war es nicht.
Der Schmerz damals war lebensbedrohlich groß. Es zerbrach meine ganze kleine große Welt. Es nahm mir jegliche Hoffnung und jegliches Vertrauen.
A.Rhiannon